FAQ zu den aktuellen Umschich­tungen im fairriester

Liebe Kunden,

die aktuelle Situation durch COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen sind für alle belastend. Die jetzt einge­tretene Extrem­situation ist außerdem mit Blick auf die gleich­zeitigen und rapiden Verwerfungen bei Aktien und Zinsen an den Kapital­märkten bislang einmalig.
Der Eingriff der Sutor Bank findet im Sinne unserer Kunden statt und sichert die Erfüllung der vertrag­lich und gesetzlich geregelten Beitrags­garantie.
Wie sich die durch COVID-19 ausge­löste weltweite Krise weiter entwickeln wird, kann derzeit niemand vorher­sagen.
Wir sind als Gründer von fairr ange­treten, bessere Alters­vorsorge­produkte anzu­bieten. Unseren Erfolg konnten wir in den letzten Jahren an steigenden Kunden­zahlen und der Empfehlung von Experten messen. Und es ist weiterhin unser Anliegen, die best­möglichen Produkte für unsere Kunden anzu­bieten.
Wir können die jetzige Situation nur als einen Zwischen­stand bewerten und gehen lang­fristig weiterhin von einer positiven Entwicklung aus.

Jens Jennissen & Dr. Alexander Kihm, Gründer von fairr
Die Riester-Rente ist eine durch staat­liche Zulagen und durch Sonder­ausgaben­abzug geför­derte, grund­sätzlich privat finan­zierte Rente in Deutschland. Mit der staat­lichen Förderung und der Gewährung von Steuer­vorteilen für alle Riester-Produkte sind gesetzliche Anfor­derungen verbunden. Diese Bedingungen gelten gleicher­maßen für alle Riester-Anbieter und dienen dem Kunden­schutz. Damit soll gewähr­leistet werden, dass alle Riester-Anbieter ihren Verpflich­tungen zu jedem Zeitpunkt nach­kommen können.

Eine der gesetz­lichen Anfor­derungen ist die Beitrags­garantie. Diese Beitrags­garantie gilt grund­sätzlich für alle Riester­verträge bei allen Anbietern bis zum Ende der Anspar­phase. Als Produkt­anbieter gewähr­leistet die Sutor Bank für fairriester die gesetzliche Beitrags­garantie.

Für die gesetzliche Beitrags­garantie müssen alle Anbieter für Riester­verträge vorge­schriebene kauf­männische und aufsichts­recht­liche Risiko­betrach­tungen vornehmen. Der Wert der Kunden­portfolios wird deshalb permanent mit den (abge­zinsten) Verpflich­tungen aus den Beitrags­garantien abgeglichen.

Ausgelöst durch die COVID-19-Krise kam es seit dem 24. Februar 2020 zu Kurs­verlusten und deutlichen Schwan­kungen an den Finanz­märkten. Von diesen unge­wöhnlichen, zum Teil nie dage­wesenen Schwan­kungen sind Aktien und gleich­zeitig Zinsen (Anleihen) betroffen. Als Folge konnte das Verhältnis von Kunden­portfolios zu den abge­zinsten Verpflich­tungen aus der Beitrags­garantie im Rahmen des Risiko­managements nicht mehr verläss­lich berechnet werden. Der Anlage­ausschuss der Sutor Bank hat aus diesem Grund zugunsten einer stabilen Risiko­bewertung entschieden, in Liquidität umzu­schichten. Alle Aktien­fonds und Aktien-ETFs wurden am 12. März 2020 verkauft und der Gegenwert wird seitdem in Liquidität gehalten. Die genauen Verkaufs­kurse sind im Cockpit unter „Trans­aktionen“ einsehbar.
Die Sutor Bank verfolgt einen lang­fristigen Anlage­ansatz und unter­nimmt kein soge­nanntes Market Timing, bei dem versucht wird, besonders günstige/ungünstige Ein- und Ausstiegs­zeit­punkte abzu­passen. Die aktuelle Entschei­dung erfolgte aus Gründen des Risiko­managements.

Als ein Neben­effekt wurde durch den Verkauf der Aktien­fonds und Aktien-ETFs verhindert, dass die in den Riester­verträgen ange­sparten Volumen weiter an Wert verlieren. Das bedeutet, das Risiko wurde zunächst ohne weitere Effekte nach unten begrenzt. In den Tagen nach der Umschichtung gaben die Märkte weiter nach, so dass sich diese Entwicklung aus Kunden­sicht in einer ersten Bewertung als vorteil­haft heraus­stellt.

Aktuell würden Verluste realisiert, wenn der Vertrag gekündigt wird, da die Mindest­wert­zusage zum Ende der Laufzeit gilt.

Es sind die Kunden betroffen, in deren Port­folios Aktien­fonds und Aktien-ETFs enthalten waren. Alle Aktien­fonds und Aktien-ETFs wurden verkauft und der Gegenwert seitdem in Liquidität gehalten.
Einzahlungen werden aktuell ebenfalls in Liquidität gehalten.
Der Anlage­ausschuss der Sutor Bank hat entschieden, das Risiko in der derzei­tigen Phase mit großen Markt­schwankungen gemäß des aufsichts­recht­lich vorge­schrie­benen Risiko­managements zu minimieren.
Nein, auch in der Vergangen­heit ist der Anlage­ausschuss der Sutor Bank tätig geworden. Dabei wurden einzelne Fonds ausge­tauscht oder von lang­laufenden in kurz­laufende Anleihen umge­schichtet, wenn dies aus Risiko- und Ertrags­gesichts­punkten heraus als sinnvoll erschien. Außerdem wurde die Aktien­quote bereits zweimal erhöht. Mit der aktuellen Entschei­dung des Anlage­ausschusses der Sutor Bank wurde die Aktien­quote aufgrund der unvor­herseh­baren Markt­bewegungen erstmals gesenkt.
Nein, die Anlage­entscheidung liegt allein in der Zuständig­keit der Vermögens­verwaltung der Sutor Bank. Da die Sutor Bank die gesetzlich vorge­schriebene Beitrags­garantie erfüllt, muss sie auch das Risiko der Geld­anlage steuern können. Aufgrund dieser gesetzlich vorge­schrie­benen Besonder­heit bei Riester-Produkten hat der Kunde beim fairriester – anders als bei fairrürup oder fairrobo – keinen Einfluss auf die Anlage­entscheidung. Die Eingriffs­möglich­keit der Sutor Bank ist in Ziffer 5.2 (bzw. 5.3 bei Abschluss bis Ende 2016) der Vertrags­bedingungen für Alters­vorsorge­verträge vertrag­lich geregelt.
Die Anlage­strategie des fairriesters folgt keinem starren Schema. Das zeigen auch die Anlage­entschei­dungen der Vergangen­heit. Die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank nimmt Anpas­sungen der Anlage­strategie an veränderte Markt­bedingungen vor. Dabei werden sowohl Risiko- als auch Ertrags­gesichts­punkte berück­sichtigt. Eine dauer­hafte Anlage in Cash, das soge­nannte Cash-Lock, ist nicht vorge­sehen.
fairr befindet sich im ständigen Austausch mit der Vermögens­verwaltung der Sutor Bank. Eine Wieder­anlage ist wahr­schein­lich, sobald die Schwan­kungen der Berechnungs­grund­lagen (vor allem der Zinsen) abge­nommen haben und wieder eine trag­fähige Risiko­model­lierung ermög­lichen. Zu welchem Zeitpunkt das der Fall ist, kann in der aktuellen Situation noch nicht abge­schätzt werden. Der Anlage­ausschuss der Sutor Bank kann als Zwischen­schritt zur Umschichtung zunächst auch eine schritt­weise Erhöhung der Aktien­quote vornehmen. In jedem Fall werden wir auch über zukünf­tige Änderungen wieder zeitnah infor­mieren.
Der fairriester inves­tiert in passive Fonds, soge­nannte ETFs oder Index­fonds. Diese kommen ohne einen Fonds­manager aus. Passive Fonds bilden einen Markt­index ab, ohne zu versuchen, durch aufwendige, teure und empirisch belegt meist erfolg­lose Auswahl von Einzel­titeln besser als der Markt zu sein.

Die im Riester-Produkt fairriester enthaltene Vermögens­verwaltung durch die Sutor Bank bein­haltet – anders als bei passiven Fonds – ein aktives Eingriffs­recht und -pflicht. Die Vermögens­verwaltung folgt dabei dem Ansatz, so selten wie möglich und nur wenn nötig einzu­greifen.

Die Sutor Bank verfolgt einen lang­fristigen und weitest­gehend passiven Anlage­ansatz und unter­nimmt kein soge­nanntes Market Timing, bei dem versucht wird, besonders günstige/ungünstige Ein- und Ausstiegs­zeit­punkte abzu­passen. Weiterhin versucht die Sutor Bank nicht, durch Über-/Unter­gewichtung einzelner Aktien oder Märkte besser abzu­schneiden als der Markt.

Die gegen­wärtige Umschichtung ist kein Market Timing, obwohl sie sich ange­sichts weiterer Kurs­verluste in den ersten Tagen nach der Umschichtung als vorteil­haft erwiesen hat. Die Umschichtung erfolgte im Rahmen gesetz­licher Anfor­derungen an Riester-Produkte. Ein Wieder­einstieg ist ebenfalls nicht von Market Timing abhängig. Dieser Anlage­ansatz, der grund­sätzlich einem Buy & Hold Ansatz ähnelt, wird jedoch durch zwingende Maßnahmen zum Risiko­management einge­schränkt (siehe auch: Warum wurde eine Umschichtung der Aktien­fonds und Aktien-ETFs im fairriester notwendig?)

Nein, dies ist aus verschie­denen Gründen nicht der Fall. Zum einen sind seit dem 12. März 2020 die Kurse weiter gesunken (Stand 23. März 2020). Kurs­gewinne und -verluste in einem Riester-Produkt unter­liegen nicht der Kapital­ertrag­steuer. Eine steuerlich relevante Reali­sierung von Verlusten hat daher nicht statt­gefunden. Auch im Vergleich zu den einge­zahlten Beiträgen wurden keine Verluste realisiert, da die einge­zahlten Beiträge zum Ende der Anspar­phase von der Beitrags­garantie gedeckt sind. Verluste würden dann realisiert, wenn die alten Höchst­stände über die Rest­lauf­zeit des Vertrages aufgrund einer dauerhaft rendite­schwachen Anlage nicht wieder erreicht würden. Davon gehen wir nicht aus. Aktuell würden zudem Verluste realisiert, wenn der Vertrag gekündigt wird, da die Mindest­wert­zusage zum Ende der Laufzeit gilt.
Die Kunden haben wir infor­miert, sobald die Buchungen in den Kunden­portfolios und damit verläss­liche Daten über die erfolgten Trans­aktionen vorlagen. Die erste Information erging am 17. März 2020. Alle Kunden wurden dabei über einen Hinweis im jeweiligen Kunden­account (Cockpit) infor­miert.

Durch die hohe Anzahl an Trans­aktionen und das hohe Trans­aktions­volumen lagen die Daten erst mit zwei Bank­arbeits­tagen Verzö­gerung vor. Um auch diejenigen Kunden zeitnah zu infor­mieren, die das Cockpit nicht regel­mäßig nutzen, haben wir am 20. März 2020 eine E-Mail an unsere Kunden versandt und im Anschluss daran dieses FAQ zur vertiefenden Information erstellt.

Die Vorgaben zum Risiko­management sind für alle Anbieter gleich. Wir gehen daher davon aus und konnten bereits der Presse entnehmen, dass auch andere Anbieter Umschich­tungen vorge­nommen haben.
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