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Nachhaltige ETFs: Grün und verantwortungsbewusst investieren

Wie funktionieren nachhaltige ETFs? Wie wird bestimmt, wann etwas nachhaltig ist und wann nicht? Auf dieser Seite liest du die Details.
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 09.03.2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Definition:

    Nachhaltige ETFs (börsengehandelte Indexfonds) funktionieren wie normale ETFs auch. Sie ermöglichen es dir, an der Wertentwicklung von ethisch und umweltbewusst handelnden Unternehmen teilzuhaben. 

  • Ausschluss:

    Wer in nachhaltige ETFs investiert, vermeidet Investitionen in z.B. Alkohol, Tabak, Waffen, Glücksspiel, Pornografie oder fossile Brennstoffe. Stattdessen liegt der Fokus auf Unternehmen, die u.a. die ESG-Richtlinien erfüllen („Environmental Social Governance“) oder Co2-neutral handeln.

  • Aufpassen:

    Anlegerinnen und Anleger müssen darauf achten, dass sie ausreichend diversifizieren. Seit Ende 2020 hört man z.B. immer wieder vom Global Clean Energy-ETF. Der ist natürlich nachhaltig – aber er beinhaltet nur 30 Aktien von Nischen-Unternehmen und ist dementsprechend risikoreich („Sektorwette“). Diversifikation gehört zu den Grundsätzen bei ETF-Investitionen.

  • Weltverbesserer:

    Kann ich durch nachhaltige Investitionen die Welt verbessern? Teilweise. ESG-konformes Investieren ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist, das eigene Leben und den eigenen Verbrauch nachhaltig zu gestalten.

Du liest gerade:

ETFs können Aktien von Konzernen enthalten, die mit Waffen, Tabak oder Öl zu tun haben. Unternehmen, die Menschenrechte verachten oder die sich nicht um ihren Co2-Fußabdruck scheren. Wenn du das nicht unterstützen möchtest, bist du nicht allein – das Stichwort lautet sinnhaftes, nachhaltiges Investieren. Inzwischen kann man dabei schon von einem andauernden Trend reden. Und es gibt viele ETFs an der Börse, die den Bedarf an nachhaltigen Geldanlagen bedienen. Beispielsweise im ETF Configurator von Raisin Invest – ab nur 0,48 % Gesamtkosten im Jahr.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Grundsätzlich bilden ETFs bereits bestehende Indizes nach. Um das hier zu veranschaulichen, nehmen wir den MSCI World. Dieser ist der wahrscheinlich weltweit bekannteste und bedeutendste Index. Er enthält die wertvollsten Unternehmen der Welt gemäß ihrer Marktkapitalisierung, wobei er jedoch manche Länder ausselektiert. In der Liste der Unternehmen finden sich auch diverse z.B. aus der Öl-Industrie. 

In den letzten Jahren und mit der zunehmenden Nachhaltigkeitsbewegung sind neue MSCI-Indizes in den Mittelpunkt gerückt. Nämlich solche, die von Öl-Konzernen und anderen nicht-nachhaltigen Aktien bereinigt sind. Die bekanntesten sind der MSCI World ESG-Index sowie der MSCI World SRI-Index. 

ETFs, die diese Indizes nachbilden, sind etwa der iShares MSCI World SRI UCITS ETF EUR (Acc.), der UBS MSCI World Socially Responsible (Acc.), der Xtrackers ESG MSCI World (Acc.) oder der iShares MSCI World ESG UCITS ETF USD (Acc.).  

Enthalten sind hier nur Unternehmen, die sozial, ökologisch und / oder ethisch verantwortungsbewusst sind. Es geht demnach nicht nur um „grünes Investieren“, also um die Umwelt und unseren Planeten. Es geht auch um andere Werte. (Übrigens gibt es natürlich noch mehr nachhaltige Indizes über jene von MSCI hinaus.)

Übrigens: Nachhaltige ETFs sind preiswerter (und oft auch performanter) als nachhaltige aktiv gemanagte Fonds

ETFs sind passiv. Es sitzt also kein aktives Fondsmanagement hinter ihnen, das sie immer wieder neu zusammensetzt und versucht, besser als der Markt abzuschneiden. Was immer ETFs „tun“, sie richten sich nach ihrem Index. 

Im Vergleich mit aktiv gemanagten Fonds kommt dadurch ein ordentlicher Kostenunterschied zustande. ETFs kosten überwiegend unter 0,5 % Gesamtkosten im Jahr. Aktiv gemanagte Fonds hingegen liegen durchschnittlich bei 1,74 % Gesamtkosten pro Jahr

Der Unterschied mag jetzt nicht so enorm wirken. Wenn du aber 10, 15, 20 Jahre investierst und jedes Jahr 0,5 % ODER 1,74 % an Kosten bezahlst, macht sich das bemerkbar. Je geringer die jährlichen Gesamtkosten sind, desto weniger schlagen sie auf die grundsätzlich erwirtschaftete Rendite. 

Dazu kommt, dass ETFs laut wissenschaftlichen Studien auf lange Sicht besser performen als aktive Fonds. Das Ziel der aktiven Fondsmanager, besser als der Markt abzuschneiden – damit werden die erhöhten Verwaltungskosten gerechtfertigt –, kann häufig nicht erreicht werden.  

Das nur vorab – widmen wir uns nun der Nachhaltigkeit:

Kriterien: Was müssen Unternehmen tun und leisten, um in einen nachhaltigen Index aufgenommen zu werden?

Die ESG-Richtlinien sind die meistzitierten Richtlinien rund um nachhaltige und grüne ETFs. Unterm Strich geht es darum, dass Unternehmen für ethische Werte wie zum Beispiel Fairness und Wohlergehen einstehen und umweltbewusst sowie zukunftsgewandt handeln. „Environmental Social Governance“ bedeutet umweltfreundliche, sozial-ethische Unternehmensführung. 

Ähnlich geht es auch bei den SRI-Richtlinien zu. SRI steht für „Socially Responsible Investment”, meint also sozial-verantwortungsvolles Investieren. Wenn ein Unternehmen die SRI-Richtlinien erfüllt, bedeutet das, dass das Unternehmen soziale und auch ökologische Kriterien speziell in seine Investitionsentscheidungen einbezieht. 

Viele nachhaltige ETFs tragen die Kürzel SRI oder ESG im Namen. Manchmal fallen auch Stichworte wie „Sustainable“ oder „Low Carbon“. Was das dann ganz speziell für den entsprechenden ETF bedeutet, kannst du normalerweise im Produktblatt nachlesen. 

ESG-Prüfung in drei Stufen

Bei der Prüfung wird danach geschaut, inwiefern ein Unternehmen ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte in die gewöhnlichen Geschäftspraktiken einfließen lässt. Generell ist etwa die ESG-Prüfung in drei Stufen aufgeteilt:

  1. In der ersten Stufe werden Unternehmen aus fragwürdigen Branchen ausgeschlossen. Also: Kein Alkohol, kein Tabak, keine Waffen, keine unkonventionelle Förderung von Öl, kein Glücksspiel, kein Uran. Das sogenannte  Business Involvement Screening.
  2. In der zweiten Stufe führt man bei den verbleibenden Unternehmen die eigentliche Prüfung anhand von 38 verschiedenen, von den Vereinten Nationen beschlossenen Kriterien durch. Die besten 25 % der geprüften Unternehmen kommen ins nachhaltige Portfolio. Das nennt man auch Best in Class.
  3. Von diesen 25 % werden nun im dritten Schritt noch einmal solche Unternehmen aussortiert, die in Form von akuten Kontroversen oder Skandalen auffallen.  
  4. Der nun vorhandene ESG-Index kann von den ETF-Emittenten, also den Anbietern der letztendlich grünen ETFs, noch weiter verfeinert werden.

Ist meine Geldanlage am Ende wirklich nachhaltig?

Womit du dir sicher sein kannst: Konzerne aus fragwürdigen Branchen sind bei einem grünen, nachhaltigen ETF nicht an Bord. Solche Unternehmen werden bereits im ersten Schritt ausselektiert. 

Aber wie grün und wie nachhaltig ist das Portfolio ansonsten? Oder ist das doch alles nur „Greenwashing“? Klar ist, dass es bei der Prüfung der Kriterien noch an deren Messbarkeit hapert. Es ist noch kein einheitlicher, internationaler Standard vorhanden, um Unternehmen zu kategorisieren. Und es wird noch Zeit brauchen – auch, wenn die Akteure schon lange über Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein reden. 

Auf dem richtigen Weg sind wir aber trotzdem. Und wer abseits von grünen ETFs auch das eigene Leben und den eigenen Konsum nachhaltig gestaltet, setzt ohnehin ein noch viel größeres Zeichen

Nachhaltige ETFs im ETF Configurator

Über 30 nachhaltige ETFs stehen im ETF Configurator von Raisin Pension zur Auswahl, um dein eigenes nachhaltiges ETF-Portfolio zusammenzustellen. Ob Japan, Europa, Nordamerika oder direkt weltweit: Hier finden Anlegerinnen und Anleger, was das Nachhaltigkeitsherz begehrt.

Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Der Wert der vermittelten ETF und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.


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