Menü

Immobilien-ETFs: Passiv an der Wertentwicklung der Immobilienmärkte teilhaben

Wer an der Wertentwicklung der Immobilienmärkte teilhaben, aber keine eigene Immobilie kaufen möchte, ist mit Immobilien-ETFs flexibel bedient.
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 09.03.2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Definition:

    Immobilien-ETFs bilden einen Index nach, der in erster Linie die Aktien von Unternehmen aus der Immobilienbranche beinhaltet. Die ETFs haben dabei das Ziel, eine ähnliche Rendite wie der Index zu erwirtschaften.

  • Vergleich:

    Immobilien-ETFs sind das passive Pendant zu aktiv gemanagten offenen Immobilienfonds. ETFs verzichten – unabhängig vom Immobilienfokus – auf das aktive Fondsmanagement und haben daher jährliche Gesamtkosten von meist weit unter 1 %.

  • Risiken:

    Wie alle ETFs unterliegen auch Immobilien-ETFs den Kursrisiken an der Börse. Kurse sind nicht vorhersehbar und weisen ständige Schwankungen auf. Außerdem müssen Anlegende hier darauf achten, ihr Portfolio über den Immobiliensektor hinaus zu diversifizieren.

Du liest gerade:

Für langfristig orientierte Anlegende können Immobilien-ETFs ein guter Baustein zur Risikostreuung im Portfolio sein. Möchtest du direkt investieren? Schau mal hier: Der ETF Configurator von Raisin Invest bietet verschiedene Immobilien-ETFs, die du ganz einfach in dein neues Portfolio aufnehmen kannst.

Weiterlesen Einklappen

Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

2020: Corona-Pandemie sorgt für schleppende Wertentwicklung am Immobilienmarkt

Jahrelang lief es mit Immobilien super. Dann kam das Jahr 2020 und es kam die Corona-Pandemie. Als im Februar weltweit die Fallzahlen zunahmen, brach die Börse ein und mit ihr der Kurs von Immobilien-ETFs. Viele Aktien und Indizes erholten sich recht schnell wieder und verzeichneten starke Anstiege in der Wertentwicklung. Im Immobiliensektor ging es dagegen nur schleppend voran. 

Klar: Der monatelange Lockdown forderte den Einzelhandel, die Gastronomie und den Tourismus besonders schwer heraus. Das betraf auch jene Unternehmen, die entsprechende Immobilien unterhalten. Denn Mieten fielen aus, die Nachfrage bzw. der Bedarf sanken und so kam es wiederum zu verstärkten Leerständen oder Baustopps. Immobilienwerte fielen, Gewinne schwanden – so konnte man das Jahr 2020 vielfach nur mit Verlusten abschließen.

Inwiefern waren Immobilien-ETFs davon betroffen?

0829-chevron-right Created with Sketch.

Immobilien-ETFs erzielen ihre Renditen in erster Linie durch Investitionen in Aktien genau jener Unternehmen aus der Immobilienbranche. Wir reden im Prinzip also von solchen Gesellschaften, die Wohn-, aber auch Gewerbe- oder Hotelprojekte realisieren sowie verkaufen. Und solchen, die Flächen vermieten oder verpachten. Kennzeichnend ist, dass Immobilien-ETFs ihr Kapital  in Aktien dieser Gesellschaften investieren

Damit kannst du – was die Performance von Immobilien-ETFs im Jahr 2020 betrifft – eins und eins zusammenzählen. Man muss aber auch festhalten, dass es eine Momentaufnahme ist. 

Für alle, die passiv am Immobilienmarkt teilhaben möchten, bleiben Immobilien-ETFs langfristig ein guter Baustein zur Diversifikation des eigenen Portfolios.

Immobilien-ETFs: Was sind die Vorteile?

Gibt es auch Nachteile?

0829-chevron-right Created with Sketch.

Ja. 

  • Nachteil 1: Zu geringe Risikostreuung: In Immobilien-ETFs allein zu investieren, ist zu spezifisch und diversifiziert das Portfolio nicht ausreichend. Wenn wir noch einmal auf 2020 blicken, dann wäre eine alleinige Investition am Immobilienmarkt nicht hilfreich gewesen. Immobilien-ETFs verstehen sich eher als Baustein zum Beimischen.
  • Nachteil 2: Risiken: Anlegende müssen sich natürlich der Risiken an der Börse bewusst sein. Kurse unterliegen ständigen Schwankungen und es ist unvorhersehbar, wie sie sich in Zukunft entwickeln. Es kann demnach zu Verlusten kommen. (Immobilien-ETFs bieten sich als Ergänzung eines diversifizierten Portfolios an. Weil der Immobiliensektor ein sehr dynamischer Markt ist, können Immobilien-ETFs durch ihren ausschließlichen Fokus auf diesen Sektor schwankungsanfälliger sein. Längerfristig betrachtet, haben sie aber bis dato eine ordentliche Performance erreicht.)

Beispiele: Welche Immobilien-ETFs gibt’s?

Beim ETF Configurator von Raisin Pension kannst du dein eigenes diversifiziertes ETF-Portfolio zusammenstellen. Dabei stehen dir diverse Immobilien-ETFs zur Auswahl. Die nachstehende Liste gibt dir eine Übersicht dieser ETFs und gleichzeitig einen Einblick, welche Immobilien-ETFs unter anderem existieren. Mit dabei sind thesaurierende wie auch ausschüttende ETFs.   

Immobilien Asien / Pazifik

Immobilien Europa

Immobilien Welt

Was bedeutet „FTSE EPRA / NAREIT“?

0829-chevron-right Created with Sketch.

Bei manchen dieser Immobilien-ETFs kannst du den Bestandteil „FTSE EPRA / NAREIT“ im Namen entdecken. „EPRA“ steht dabei für „European Public Real Estate Association“. „NAREIT“ steht für „National Association of Real Estate Investment Trusts”. Beim “FTSE EPRA / NAREIT” handelt es sich um einen weltweiten Immobilien-Index des Unternehmens FTSE, das Finanzindizes wie den FTSE 100 bereitstellt.

Was sind REITs?

0829-chevron-right Created with Sketch.

Bei „NAREIT“ steckt es schon drin: Auch sogenannte REITs (gesprochen „Riets“) spielen im Zusammenhang mit Immobilien-ETFs eine Rolle. REITs sind eine spezielle Unternehmensform in der Immobilienbranche, die besonderen gesetzlichen Regularien unterliegt. Für Anlegende bedeuten diese gesetzlichen Regularien Stabilität

Denn: REITs sind unter anderem dazu verpflichtet, mindestens 90 % ihrer Gewinne an die Aktionäre auszuschütten. Außerdem sind sie auf Unternehmensseite steuerbefreit. Dadurch stehen Aktionäre und Investoren auf derselben Ebene wie das Unternehmen. Oder auf Deutsch: Der Gewinn des Unternehmens unterliegt nur anlegerseits der Abgeltungssteuer, nicht aber der Körperschaftsteuer.

Weitere gesetzliche Vorgaben betreffen die Organisation und Sicherheit der Gesellschaften. Beispielsweise müssen sie eine Eigenkapitalquote von mindestens 45 % haben oder dürfen andersherum höchstens 55 % Fremdkapital aufnehmen. Ferner müssen sie in Deutschland stets börsennotiert sein. 

Die Unternehmensform der REITs ist in Immobilien-ETFs vielfach enthalten.

Fazit zu Immobilien-ETFs

Also: Immobilien-ETFs sind eine gute Möglichkeit, passiv und ohne horrende Summen an der Wertentwicklung der Immobilienmärkte teilzuhaben. Dabei müssen stets die bestehenden Risiken beachtet werden. 2020 hat der Immobiliensektor gelitten – bei einer langfristigen Anlagestrategie können Immobilien-ETFs jedoch ein sinnvoller Baustein im Portfolio sein.

Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Der Wert der vermittelten ETF und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.


Mehr zum Thema ETF
Mehr anzeigen Weniger anzeigen 0829-chevron-right Created with Sketch.