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Dividenden-ETFs: Ist es sinnvoll, sich ETFs mit besonders hohen Dividenden herauszupicken?

Was sind Dividenden-ETFs und woran erkennt man sie? Ist es sinnvoll, sich im Portfolio vor allem auf sie zu konzentrieren? Das klären wir auf dieser Seite.
Lesedauer 6 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 09.03.2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Definition:

    Dividenden sind kleinere Auszahlungen, die Anlegerinnen und Anleger zusätzlich zu etwaigen Kursgewinnen erhalten können. Die Höhe einer Dividende entscheidet das ausschüttende Unternehmen. Sie wird i.d.R. pro Anteil festgesetzt.

  • Fokussiert:

    Manche ETFs beinhalten explizit die Aktien solcher Unternehmen, die bisher durch hohe ausgeschüttete Dividenden aufgefallen sind. Dabei ist der Wert der sogenannten Dividendenrendite ausschlaggebend. Wie sich die Dividenden einzeln auswirken, hängt von der Gewichtung der Aktien ab.

  • Stabilität:

    Anlegenden geht es nicht nur um die Dividende selbst, sondern auch um die Stabilität ihrer Investitionen. Hohe Dividenden werden vor allem von Unternehmen ausgeschüttet, denen es wirtschaftlich gut geht. Trotz allgemeiner Börsenrisiken gelten Investitionen in Dividenden-ETFs weniger anfällig für Schwankungen. Verluste durch Kurseinbrüche sind aber nicht auszuschließen.

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ETFs bilden einen bestehenden Index nach. Dabei gibt es Indizes, die explizit Unternehmen mit besonders hohen Dividendenrenditen enthalten. ETFs, die diese Indizes nachbilden, nennt man Dividenden-ETFs. Doch bei aller Anerkennung der zusätzlichen Auszahlungen über die reinen Kursgewinne hinaus: Lohnt sich das? Und wo findest du Dividenden-ETFs überhaupt? Nun, darauf haben wir direkt eine Antwort: Zum Beispiel im ETF Configurator von Raisin Invest. Alle weiteren Infos findest du in diesem Text.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Stellen wir uns eine junge Frau vor. Wir nennen sie Kiara. 

Kiara hat in einen Dividenden-ETF investiert und 100 Anteile von diesem ETF gekauft. In dem Dividenden-ETF finden sich dutzende Aktien von Unternehmen mit einer hohen erwartbaren Dividendenrendite. 

Einmal im Jahr, in der Regel nach der Aktionärs-Hauptversammlung der jeweiligen Unternehmen, entscheidet sich, wie hoch die ausgeschüttete Dividende je Anteil sein wird. Beträgt die Dividende beispielsweise zwei Euro, dann bekommt man für jeden Anteil diese zwei Euro ausgezahlt – unabhängig von der normalen Kursentwicklung. 

Jetzt müssen wir unterscheiden: Kiara hat 100 Anteile an dem ETF, muss dadurch aber keine 100 Aktien von dem Unternehmen mit den zwei Euro haben. Hier kommt es darauf an, wie der ETF die entsprechende Aktie des Unternehmens zusammen mit allen anderen enthaltenen Aktien gewichtet.

Sagen wir, dass Kiara durch ihre ETF-Investitionen fünf Aktien-Anteile von dem Unternehmen hat. Das Unternehmen schüttet nun also die zwei Euro je Aktie aus und es fließen somit zehn Euro in Kiaras Portfolio. 

Dieser Ablauf wiederholt sich das Jahr hindurch bei allen enthaltenen Unternehmen. So kann Kiara zusätzlich zu den erhofften Kursgewinnen eine weitere Rendite erwirtschaften.

Vorteile: Warum Dividenden-ETFs?

  1. Die Dividenden sorgen für eine zusätzliche Rendite zur Wertentwicklung des Kurses. (Bei der Wertentwicklung sind die Risiken zu beachten – Kurse sind ständigen Schwankungen unterworfen und nicht vorhersehbar.)

  2. Unternehmen, die erfahrungsgemäß hohe Dividenden ausschütten, stehen auf einem wirtschaftlich stabilen Fundament. Schließlich werden Dividenden normalerweise aus den erzielten Überschüssen der Konzerne finanziert.

  3. Dividenden sind ein Bindungsinstrument. Wenn Unternehmen mehrfach hohe Dividenden ausgeschüttet haben, erwarten die Aktionäre weitere lukrative Dividenden. Das unterstreicht gewissermaßen die Stabilität einer Investition in Dividenden-Titel.

  4. Indizes, die sich auf Dividenden-Titel konzentrieren, nehmen vor allem solche Titel mit hohen erwarteten Dividendenrenditen auf. (Dividendenrendite = Dividende durch Aktienkurs mal 100.) Theoretisch können sich Anlegende also über Gewinne freuen, die sie bei anderen ETFs nicht hätten. „Theoretisch“ deshalb, weil man genau wie bei den Kursentwicklungen nicht vorhersagen kann, wie hoch die Dividenden tatsächlich sein werden. 

Dividenden-ETFs: Woran erkennst du sie?

Dividenden-ETFs bilden meist einen der sechs großen Dividenden-Indizes ab

  1. Dow Jones Global Select Dividend
  2. FTSE All-World High Dividend Yield
  3. S&P Global Dividend Aristocrats
  4. SG Global Quality Income
  5. STOXX Global Select Dividend 100
  6. MSCI World High Dividend Yield

Diese Indizes haben verschiedene Schwerpunkte und enthalten unterschiedlich viele Aktien. Während beispielsweise der STOXX Global Select Dividend 100 namenspassend 100 Aktien enthält, sind es beim FTSE All-World High Dividend Yield stattliche 1.642 Aktien. Ebenso unterscheiden sich die Indizes bei den Auswahlkriterien und der Gewichtung einzelner Aktien im Index. 

Dividenden-ETFs erkennst du in der Regel daran, dass sie irgendetwas mit „Dividend“ im Namen tragen. Hier sind die Dividenden-ETFs, die du im ETF Configurator von Raisin Invest findest. Oft kannst du anhand des Namens bereits erkennen, welchen Dividenden-Index sie abbilden. 

  1. SPDR S&P Pan Asia Dividend Aristocrats UCITS ETF
  2. iShares Asia Pacific Dividend
  3. SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF
  4. iShares Euro Dividend
  5. SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats UCITS ETF
  6. SPDR S&P UK Dividend Aristocrats UCITS ETF
  7. iShares MSCI World Quality Dividend
  8. iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF

Du erkennst: Es handelt sich um ETFs, die sich meist ganz speziell auf dividendenstarke Aktien aus bestimmten Ländern oder von bestimmten Kontinenten konzentrieren. Die laufenden Gesamtkosten reichen dabei von 0,3 % p.a. bis 0,59 % p.a. – das ist deutlich preiswerter als bei aktiv gemanagten Dividendenfonds

Auf bisherige Renditen der einzelnen ETFs verzichten wir an dieser Stelle – denn historische Wertentwicklungen sind kein Indiz für zukünftige. Es kommt mehr darauf an, dass du dein Portfolio generell ausreichend diversifizierst und langfristig anlegst. 

Das bedeutet: mindestens 10-15 Jahre, eher noch mehr. Es in Form von einem Sparplan zu tun, ist sinnvoll. So handelst du automatisch antizyklisch und nutzt Schwächephasen an der Börse potenziell zu deinem Vorteil. Das ist übrigens bei allen ETFs smart, nicht nur bei Dividenden-ETFs.

Sinnvoll? Soll ich mich bei meinem Portfolio explizit auf Dividenden-ETFs fokussieren?

Dividenden-ETFs können sinnvoll sein. Sich nur darauf zu konzentrieren, birgt aber die Gefahr, zu einseitig zu investieren. 

Ein Portfolio muss gut diversifiziert sein und so stabil Unternehmen mit hoher Dividende sein mögen: Du investierst damit nur in die „Spitze der Wirtschaft“. Um das Portfolio aufzuwiegen, ist es gut, sich darüber hinaus nach anderen Titeln umzuschauen. 

Außerdem: In Indizes und ETFs, die kein „Dividend“ im Namen tragen, sind ebenfalls vielfach Aktien von Unternehmen enthalten, die (kleinere) Dividenden ausschütten.

Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Der Wert der vermittelten ETF und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.


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