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ETFs: Ein Rundumschlag mit allen wichtigen Informationen

Was sind ETFs? Wie funktionieren sie? Welche wichtigen Details musst du wissen, bevor du in ETFs investierst? Das klären wir auf dieser Seite.
Das Wichtigste in Kürze
  • Definition:

    ETFs sind börsengehandelte Indexfonds („Exchange Traded Funds“). Sie nehmen sich passiv und automatisiert einen Index wie den DAX oder MSCI World vor und bilden ihn mit den gehandelten Wertpapieren nach. Dadurch können ETFs die gleiche Wertentwicklung wie der Index erzielen.

  • Risiken:

    ETFs sind nicht nur mit Chancen, sondern auch mit Risiken in Form von ständigen Kursschwankungen verbunden. Doch über einen langen Zeitraum können Anlegende kurzzeitige Börsen-Abschwünge aussitzen. Für Investitionen in ETFs solltest Du etwa 5 bis 10 Jahre Zeit mitbringen. 

  • Kosten:

    ETFs sind deutlich preiswerter als aktiv gemanagte Fonds, weil sie kein Fondsmanagement haben. In der Regel liegen die jährlichen Gesamtkosten von ETFs bei unter 0,5 %. Aktiv gemanagte Fonds haben durchschnittliche Gesamtkosten von 1,74 % im Jahr. Je niedriger die Kosten, desto mehr bleibt von der Rendite übrig.

  • Replikationsmethoden:

    Mit „Replikation“ ist die Art und Weise gemeint, wie ein ETF einen Index nachbildet. Er kann den Index physisch eins zu eins nachbilden, nur die wichtigsten der Wertpapiere des Index handeln („optimierte Replikation” oder “Sampling“) oder ein Tauschgeschäft betreiben („Swap-ETFs“).

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Wer an der Wertentwicklung der internationalen Finanzmärkte teilhaben möchte, entscheidet sich immer öfter für ETFs. Vor allem gegenüber aktiv gemanagten Investmentfonds haben ETFs wesentlich niedrigere laufende Kosten und auch der Ausgabeaufschlag entfällt. Du stehst in Sachen Börse und Investieren am Anfang und brauchst alle wichtigen Informationen rund um börsengehandelte Indexfonds? Hier bist du richtig. Wir haben sie leicht verständlich aufgearbeitet. Und wenn du dir direkt eine Möglichkeit des ETF-Sparens ansehen möchtest, haben wir ebenfalls etwas für dich: Den ETF Robo von Raisin Invest und den ETF Configurator von Raisin Pension.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Möchtest du privat fürs Alter vorsorgen oder für dein Kind sparen? Möchtest du Eigenkapital für eine Immobilie aufbauen oder allgemein was fürs Vermögen tun? Oder suchst du einfach nur eine passende Geldanlage-Alternative in Zeiten des Zinstiefs? 

Da du schon von ETFs gehört hast, bist du auf dieser Seite gelandet. Du suchst Informationen. Klar, denn auch, wenn ETFs recht unkompliziert sind, verstehen wir, dass du jetzt erst mal Input brauchst. 

Deshalb schon mal klar und deutlich und in aller Kürze: Sofern du noch mindestens 10-15 Jahre Zeit hast, bis du das Geld wofür auch immer brauchst, können ETFs eine lohnenswerte Investition sein. Vergiss bei allen Renditechancen, die immer groß angepriesen werden, aber nicht, dass sie auch mit Risiken verbunden sind.  

Du hast zwei große Vorteile: Erstens brauchst du nur eine einzige Investition zu tätigen, um in diverse verschiedene Wertpapiere wie Aktien und Anleihen zu investieren. Zweitens kannst du beispielsweise in Form eines Sparplans mit relativ kleinen Summen starten, um dich zurechtzufinden und die Börse kennenzulernen

Das Grundwissen, das du dafür brauchst, erlangst du in diesem Text – und auf den vielen Detailseiten, die wir rund um ETFs außerdem erarbeitet haben.

Börsengehandelte Indexfonds: Woher kommt die Rendite?

Die Rendite stammt bei ETFs in erster Linie aus der kumulierten – also zusammengefassten – Kursentwicklung aller enthaltenen Wertpapiere

Stell dir das so vor: Ein ETF ist eine teils riesige Sammlung an verschiedenen Wertpapieren, die verschieden gewichtet sind. Es können Aktien, aber auch Anleihen oder sogar Derivate sein. Das eine Wertpapier kann zum Beispiel einen Anteil von 10 % ausmachen, ein anderes hat vielleicht nur einen Anteil von 0,5 %. 

Welche Wertpapiere enthalten sind und mit welchem Gewicht, entscheidet sich in der Regel über den Index, den der ETF nachbilden möchte. Beim Index entscheidet sich das Gewicht meist über die Marktkapitalisierung. Je nachdem, wie sich die einzelnen Wertpapiere nun entwickeln, wirkt sich das gemäß ihrer Gewichtung auf die Wertentwicklung des ETFs insgesamt aus. 

Darüber hinaus ist es aber auch gut möglich, dass im ETF enthaltene Aktiengesellschaften Dividenden ausschütten. Dabei handelt es sich um kleine Geldbeträge, die seitens der Konzerne je Aktienanteil definiert werden und dann an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Es gibt sogar Dividenden-ETFs, die gezielt in Unternehmen investieren, bei denen hohe Dividenden zu erwarten sind. 

Wie hoch die Rendite bei ETFs durchschnittlich ist, kann man nicht pauschal festhalten. Kursentwicklungen sind unvorhersehbar. Man könnte jetzt natürlich mit historischen Erfahrungswerten argumentieren, doch diese sind kein Indiz dafür, dass es in der Zukunft auch so aussieht. Was man aber festhalten kann: Die Renditechancen sind bei allen vorhandenen Risiken deutlich höher als bei zinsfreien Sparbüchern oder Girokonten

ETFs: Preiswerter als aktiv gemanagte Fonds?

Bis Exchange Traded Funds immer populärer wurden, waren vor allem traditionelle, aktiv gemanagte Fonds gefragt. Das Prinzip solcher Fonds funktioniert im Grunde nicht anders als ETFs auch: Sie investieren in eine Sammlung aus diversen Wertpapieren und die Rendite setzt sich ebenso zusammen wie vorher beschrieben. 

Es gibt aber zwei Unterschiede: Zunächst werden traditionelle Fonds von einem Analystenteam, dem Fondsmanagement, verwaltet und immer wieder neu zusammengesetzt. Das Ziel dahinter ist, „immer die besten Anlageentscheidungen“ zu treffen und so durchschnittlich besser als der Markt abzuschneiden. Der eine Unterschied führt nun zum anderen: Da das Fondsmanagement bezahlt werden möchte, sind traditionelle aktive Fonds teurer als passive ETFs. Außerdem erheben klassische Fonds einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % je Investition – ETFs nicht. 

Unterm Strich weisen die meisten ETFs Gesamtkosten von unter 0,5 % im Jahr auf. Traditionelle Fonds kosten durchschnittlich 1,74 % im Jahr.

Übrigens: Hochgerechnet auf lange Anlagezeiträume, schafft es das Fondsmanagement meistens nicht, tatsächlich besser als der Markt abzuschneiden. Dazu gibt es mehrere wissenschaftliche Studien. In vielen Fällen schneiden aktive Fonds sogar schlechter ab. Man zieht aus den höheren Gesamtkosten also keinen Vorteil.

Risiken kontrollieren: Anlagezeitraum + Diversifikation

Börsenkurse schwanken dauernd. Den einen Tag geht es nach oben – den nächsten Tag gehen die Kurse auf Talfahrt. Und niemand kann die entsprechenden Entwicklungen klar vorhersehen. Anlegerinnen und Anleger müssen sich den daraus resultierenden Risiken bewusst sein. 

Du kannst aber zwei Aspekte beachten, um dein Risiko zu reduzieren: 

Erstens: Du legst mindestens 10-15 Jahre an, eher länger. Denn je länger der Anlagezeitraum ist, desto unwahrscheinlicher wird es, am Ende einen Verlust zu haben. 

Zweitens: Du investierst nicht nur in einen ETF, sondern in ein möglichst breit (weltweit) diversifiziertes ETF-Portfolio, also in mehrere ETFs. Denn so können gut laufende ETFs jene kompensieren, die schlechter laufen. Du „setzt nicht alles auf eine Karte“, „legst nicht alle Eier in einen Korb“, nur, um die beliebten Beschreibungen zitiert zu haben. 

Übrigens: Indem du einen Sparplan anlegst und regelmäßig investierst, kannst du Schwächephasen an der Börse zu deinem Vorteil nutzen. Denn du handelst antizyklisch. Bedeutet einfach nur: Du kaufst, wenn andere verkaufen, und nutzt die niedrigen Kurse, um mehr Anteile zu bekommen. Mehr zur Sparplan-Thematik findest du hier.

Replikationsmethoden: Wie bilden ETFs ihre Indizes nach?

  1. Physische Replikation: Bei der physischen Eins-zu-eins-Replikation handelt der ETF genau die Wertpapiere in genau der Gewichtung, wie sie auch im Index sind. Wenn ein ETF also etwa den DAX nachbildet, handelt er exakt die 40 Wertpapiere der im DAX vertretenen Unternehmen – in der zutreffenden Gewichtung.
  2. Optimierte Replikation / Sampling: Der ETF bildet den Index ebenfalls physisch ab, handelt aber nur den Bruchteil der wichtigsten im Index vorhandenen Wertpapiere. Das trifft zum Beispiel bei ETFs zu, die sehr große Indizes wie den MSCI World nachbilden. Obwohl nur wenige Wertpapiere „fehlen“, kann sich das kostenmindernd auswirken. Diese Replikationsmethode nennt man „optimiert” oder „Sampling”. Durch diese Methode können ETFs Transaktionskosten einsparen, die die Rendite beeinflussen würden.
  3. Swap-ETFs: Bei schwer zugänglichen Märkten können ETF-Emittenten auf ein Tauschgeschäft setzen. Sie stellen ein sogenanntes Trägerportfolio zusammen, das mit dem eigentlichen Index nichts zu tun haben muss. Ein Tauschpartner bildet den realen Index nach. Das Prinzip eines Swap-ETFs besteht am Ende darin, dass beide Parteien regelmäßig die erzielten Renditen austauschen.

Steuern: Müssen Gewinne versteuert werden?

Ganz kurz: Ja. Sobald du deine Anteile an den ETFs verkaufst, fallen 26,375 % Steuern darauf an. Sofern du in der Kirche bist, fällt außerdem Kirchensteuer an. Der Gesamtsteuersatz liegt dann bei 27,99 %, in Bayern und Baden-Württemberg sind es nur 27,82 %. Die Steuer nennt sich Abgeltungsteuer. 

Du kannst deiner Bank oder deinem Broker einen Freistellungsauftrag erteilen und dich so bis zu 801 EUR im Jahr von der Steuer befreien. Steuerlich zusammen veranlagte Ehepartner können bis zu 1.602 EUR ausschöpfen. 

Wichtig ist, dass es seit 2018 eine Vorabpauschale bei wiederanlegenden Fonds und ETFs gibt. Damit möchte das Finanzamt den regelmäßigen Mittelzufluss sicherstellen, statt dass sie sehr lange keine Steuern bekommen und dann alles auf einmal. Der Freistellungsauftrag gilt auch für diese Vorabpauschale. Mehr zu den Steuern und auch zur Vorabpauschale findest du auf unserer ETF-Steuer-Seite.

Fazit zu ETFs

Wer Erträge erwirtschaften möchte, kommt an der Börse heutzutage nicht vorbei. Dabei muss man sich zwar der bestehenden Risiken bewusst sein, kann diese aber auch durch Diversifikation und einen möglichst langen Anlagezeitraum reduzieren. Besonders einfach werden ETF-Investitionen mit den bereits diversifizierten ETF-Portfolios von Raisin Invest. Wähle im ETF Robo eines der vier Portfolios je nach Aktienanteil aus oder stell dir dein Portfolio im ETF Configurator selbst zusammen.


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