Pünktlich zum Kabinettsbeschluss für den Entwurf des Betriebsrentenstärkungsgesetzes am Mittwoch haben wir uns über den Besuch des FDP-Rentenexperten Johannes Vogel gefreut. Mit Blick auf die Bundestagswahlen 2017 hat sich die Rente längst zu einem der zentralen Wahlkampfthemen entwickelt.

Altersvorsorge nach dem Baukastenprinzip – so stellt sich die FDP moderne Rentenpolitik vor und will damit die Alterssicherung vollkommen flexibel organisieren. Damit erkennen die Freien Demokraten eine moderne Arbeitswelt an, während sich die Bundesregierung und große Teile der Opposition bei ihren Reformvorhaben noch viel zu oft an Erwerbsbiographien aus längst vergangenen Jahrzehnten orientieren.

Versäumnisse bei der Wechselmöglichkeit von Rürupverträgen

v.l. Wolf-Alexis Puttfarken, Johannes Vogel, Jens Jennissen

v.l. Wolf-Alexis Puttfarken, Johannes Vogel, Jens Jennissen

Wir haben mit Johannes Vogel unter anderem über dynamische Förderungssätze in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge gesprochen, über Transparenz und Vergleichbarkeit innerhalb und zwischen den Produktkategorien, und über einen ganz konkretes Versäumnis des Gesetzgebers, das viele unserer Interessenten und Kunden betrifft: Das fehlende Recht auf einen Anbieterwechsel bei Basisrentenverträgen (Rürup).

Ab dem 1. Januar 2017 kommt das einheitliche Produktinformationsblatt für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträge (Riester und Rürup). Hierfür wurden einheitliche Kostenkennziffern und Chance-Risiko-Klassen eingeführt. Dies zwingt alle Anbieter zu einem Mindeststandard an Transparenz, was grundsätzlich sehr zu begrüßen ist. Aber was nützt den Sparern die Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Verträgen, wenn sie bereits einen Rürup-Vertrag besitzen und der bisherige Anbieter den Wechsel schlicht untersagt? Die zwanghafte Bindung eines unzufriedenen Kunden stellt eine unangemessene Benachteiligung dar und ist mit Hinblick auf die Unkündbarkeit solcher Verträge geradezu absurd.

Harakiri statt Haltelinien

Noch schärfer formuliert Johannes Vogel seine Kritik an den Plänen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, den Beitragssatz zur Rentenversicherung bis auf 24 Prozent steigen zu lassen. Die Vorhaben seien „unverantwortlich“. Die Große Koalition würde damit zur „sozialpolitisch fatalsten Bundesregierung aller Zeiten“.

Zu den aktuellen Rentenplänen der FDP: Beschluss des Parteitages – Für eine moderne Altersvorsorge

fairr.de-Gründer Jens Jennissen im Interview auf freiheit.org: freiheit.org – Ein Start-up für die Altersvorsorge