Nicht viel auf dem Konto und davon noch was für die private Altersvorsorge opfern? Mit wenig Geld hat das Sparen für das Alter wohl nur geringe Priorität. Wenn Du in der Rente aber nicht jeden Cent zweimal umdrehen möchtest, solltest Du heute schon aktiv werden. Wir zeigen Dir, welche Möglichkeiten Du hast, auch mit kleinem Geldbeutel für die Zukunft vorzusorgen


In Kürze:
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  • Hast Du erstmal den Überblick über Deine eigene Finanzlage, kannst Du optimal anfangen privat zu sparen.
  • Die passende Form der privaten Altersvorsorge hängt von Deinen persönlichen Lebensumständen ab.
  • Staatlich geförderte Altersvorsorge unterstützt Dich beim Sparen und eine flexible Geldanlage bietet Dir finanzielle Selbstbestimmtheit.

Auch wenn Altersvorsorge ein wichtiges Thema ist, solltest Du vorab Deine persönliche finanzielle Lage überprüfen. Checke einige Punkte, bevor Du Dich aktiv ins Sparen stürzt.

  • Erstelle eine Übersicht über Deine Finanzen: Welche Einnahmen und Ausgaben hast Du? So siehst Du nämlich, wie viel am Ende des Monats übrig bleibt.
  • Überprüfe selbstkritisch Deine Ausgaben. Möglicherweise kannst Du an der ein oder anderen Stelle ein paar Euro einsparen.
  • Priorisiere Deine Finanzen: Zahlst Du zum Beispiel einen Kredit ab oder steht eine Mieterhöhung an? Temporär wichtigen Dingen solltest Du auf alle Fälle den Vorrang geben.
  • Spare Dir einen Notgroschen an: Es ist gut, immer etwas für unerwartete Fälle einzuplanen.

Hast Du diese Schritte erledigt, weißt Du genau, wie viel Geld Du überhast, um in Deine Zukunft zu investieren. Dabei musst Du keine großen Summen aufbringen, auch schon etwa 20€ können etwas für Deine Zukunft bewegen. Stellt sich nun die Frage: Wie gehst Du das clever an?

Wir zeigen Dir Optionen, die sich vor allem mit kleinem Geldbeutel lohnen.

Tagesgeld-Konto: Lege Deinen Notgroschen an

Legst Du jeden Monat ein paar Euro in einem Tagesgeld-Konto an, hast Du immer was für Notfälle in der Hinterhand.  Aufgrund der niedrigen Zinsen ist allerdings kaum Gewinn zu erwarten. Solltest Du Geld benötigen, kannst Du es Dir jederzeit auszahlen lassen. Somit bietet Dir ein Tagesgeld-Konto eine sichere Geldanlage für Deinen Notgroschen.

Riester-Rente: Nutze die Zuschüsse vom Staat

Die Riester-Rente ist eine Form der geförderten Altersvorsorge. Das bedeutet, dass Du eigenständig Geld sparst und der Staat Dich dabei unterstützt, indem er was dazu steuert. Wie viel Du vom Staat bekommst und welche Voraussetzungen Du dafür erfüllen musst, erklären wir im Artikel „Riester-Rente im Überblick“. Riestern lohnt sich besonders für Menschen mit geringem Einkommen oder für Familien mit Kindern.

Ein Beispiel: Angenommen Du bist Angestellte, verdienst 18.000€ brutto im Jahr und bist Alleinerziehende zweier Kinder im Alter von vier und sechs Jahren. Der Mindestbeitrag, den Du einzahlen musst, beträgt 60€ im Jahr. Das ist der Beitrag, den Du selbst zusteuern musst, damit Du Zulagen vom Staat bekommst. Dadurch erhältst Du nämlich die sogenannte Grundzulage von 154€. Ab 2018 wird diese auf 175€ erhöht. Für die beiden Kinder gibt’s jetzt noch insgesamt 600€ dazu. Somit erhältst Du insgesamt 775€ Zuschuss pro Jahr vom Staat. Alles was Du dafür tun musst, sind lediglich 5€ monatlich in Deinen Riester-Vertrag einzuzahlen.

Betriebsrente: Spare mit Deinem Arbeitgeber

Bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sparst Du mithilfe Deines Chefs für Deine Rente. Sie ist ebenfalls staatlich gefördert und jeder Arbeitnehmer hat darauf Anspruch. Dein Arbeitgeber schließt zuerst eine bAV für Dich ab und zahlt jeden Monat einen bestimmten Betrag Deines Gehalts in diesen Vertrag ein. Ab 2019 muss er mindestens einen Zuschuss von 15% auf neu abgeschlossene Verträge dazugeben, ab 2022 dann auch auf bestehende Verträge. Daraus wird Dir später die Rente ausgezahlt. Für diesen Gehaltsteil musst Du weder Einkommenssteuer noch Kranken-, Renten- oder Pflegeversicherung zahlen. Durch diese sogenannte Entgeltumwandlung profitierst Du direkt von der staatlichen Förderung.

Anreiz für alle mit niedrigem Einkommen: Solltest Du im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sein, also auf die Grundsicherung, profitierst Du ab 2018 von einem Freibetrag. Das bedeutet, dass Du mindestens 100€ aus Deiner bAV oder Deinem Riester-Vertrag behalten darfst. Dieser Freibeitrag wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Somit lohnt sich für Geringverdiener das private Sparen auf jeden Fall.

Sowohl bei der bAV als auch bei der Riester-Rente hast Du außerdem die Garantie, eine lebenslange Rente ausgezahlt zu bekommen. Solltest Du schon vor der Rente Geld benötigen, kannst Du Dir Deinen Riester-Vertrag jederzeit auszahlen lassen. Entnimmst Du bis zu 30% Deines geförderten Kapitals, entstehen Dir keine Nachteile dadurch.

ETF-Sparpläne: Investiere Dein Geld

Manchmal lohnt es sich mutig zu sein und auf riskantere Anlageformen zu setzen, weil diese hohe Renditechancen bringen. Eine Möglichkeit bietet ein Fondssparplan. Dabei zahlst Du jeden Monat einen festen Betrag ein und investierst Dein Geld in Fonds (Wertpapiere). Dadurch kannst Du Dein Geld vermehren, denn Du kannst von Gewinnen an der Börse profitieren. Auch wenn Du nicht viel einzahlst, kannst Du Dir damit über die Jahre ein Kapital aufbauen. Je länger Du Dein Geld anlegst, desto geringer ist das Risiko.

Empfehlenswert sind ETF-Sparpläne, weil ETFs besonders günstig sind. Das sind börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Fund, kurz ETF). Diese bilden einen Index, wie zum Beispiel den DAX, nach und gehören damit zum passiven Investment. Aktiv bedeutet, dass ein Fondsmanager von Deinem Geld stets Fonds kauft und verkauft, in der Hoffnung, eine hohe Rendite zu erhalten. Der will natürlich bezahlt werden, weshalb aktive Fonds teurer sind. Bei ETFs hingegen sind die Kosten niedrig. Bei Fonds ist Dein Geld auf mehrere Unternehmen verteilt, das senkt das Risiko. Das Vermögen, das Du Dir so aufbaust, kannst Du als Zusatz zu Deiner gesetzlichen Rente nutzen.

Beachte: ETF-Sparpläne sind allerdings nicht staatlich gefördert. Entscheidest Du Dich für diese Form der Altersvorsorge, erhältst Du keine zusätzlichen Zuschüsse vom Staat, sondern bist allein von der Wertentwicklung des Marktes abhängig.

Der Fondssparplan fairriester von fairr.de verbindet übrigens beides: die Vorteile eines ETF-Sparplans und die Riester-Förderung.

Vertragsabschluss: Achte auf die Konditionen

Die beste Art der Altersvorsorge bringt natürlich nichts, wenn Du einen zu teuren Vertrag abgeschlossen hast. Vor allem wenn Du nur wenig Geld zur Verfügung hast, solltest Du darauf achten, so kostengünstige Produkte wie möglich auszuwählen. Bevor Du Dich für eine Geldanlage entscheidest, vergleiche verschiedene Anbieter und deren Konditionen. Wichtige Kosten, die so gering wie möglich sein sollten, sind zum Beispiel

  • die Kontogebühren
  • die Abschlusskosten
  • die Effektivkosten (diese geben an, wie sich die Kosten eines Vertrages auf die Rendite auswirken).

Welche Option der Altersvorsorge zu Dir passt, hängt von Deiner persönlichen Situation ab. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, sich auch mit einem kleinen Geldbeutel ein finanzielles Polster für die Zukunft aufzubauen. Dadurch kannst Du Dich auf Deine wohlverdiente Rente zumindest in dieser Hinsicht freuen.

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Über fairr.de
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