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Rürup-Rente & Steuer: Was kannst du 2021 geltend machen und was bekommst du zurück?

Die Steuer ist der wahrscheinlich interessanteste Aspekt bei der Rürup-Rente. Hier erfährst du einfach erklärt alles, was in steuerlicher Hinsicht relevant ist.
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 04.02.2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Steuervorteil:

    Was du dieses Jahr in die Rürup-Rente oder Basisrente einzahlst, kannst du bis hin zu einer Gesamtsumme von 25.639 EUR in deiner nächsten Steuererklärung geltend machen (Anlage Vorsorgeaufwände). Beachte aber, dass du die spätere Rente versteuern musst. 

  • Rentenversichert:

    Zahlst du in die gesetzliche Rentenversicherung ein? Dann darfst du zwar auch 25.639 EUR absetzen, musst aber beachten, dass da auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit reinzählen. 

  • Abzugsfähig:

    2022 erkennt das Finanzamt 94 % von den maximal 25.639 EUR an und verrechnet das mit deinem zu versteuernden Einkommen und deiner Einkommensteuer. Dieses Jahr umfasst der höchstmögliche Steuervorteil also 24.101 EUR (94 % von bis zu 25.639 EUR).

  • Ehepaare:

    Steuerlich zusammen veranlagte Ehepaare profitieren stets von den doppelten Summen.

Du liest gerade:

Die Rürup-Rente oder auch Basisrente (beides dasselbe) existiert seit 2005. Sie hat einen wesentlichen Vorteil: Wer mit der Rürup-Rente fürs Alter vorsorgt, kann sich massive Steuervorteile sichern. Auf dieser Seite erklären wir dir, wie viel du absetzen kannst und was das Finanzamt davon tatsächlich anrechnet. Oder bist du schon weiter und möchtest auch gleich in die Altersvorsorge einsteigen? Der ETF Rürup von Raisin Pension könnte zu dir passen:

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Rürup-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

Aufgeregte Knittergeräusche: Soeben hast du die Post vom Finanzamt aus dem Briefkasten geholt. Du bist noch im Treppenhaus, da öffnest du schon den Umschlag. Du kannst es kaum abwarten – es ist der Steuerbescheid fürs letzte Jahr. Vorfreude.

Bevor du dich fragst, ob man „Steuerbescheid“ und „Vorfreude“ überhaupt in einem Absatz verwenden kann: Ja, in diesem Fall schon. Denn weil du vor einem Jahr eine Rürup-Rente abgeschlossen hast, entscheidet sich heute nicht, was du nachzahlen musst – sondern, was du zurückbekommst.  

„Was ist los?“, fragt deine Freundin, als du breit grinsend zur Wohnung reinkommst. „Haben wir im Lotto gewonnen?“ – „Nein“, antwortest du, „besser! Wir bekommen 3.000 EUR vom Finanzamt zurück. Drei! Tausend! Euro!“ Ihr fallt euch jubelnd in die Arme. Das ist der nächste Urlaub.

Im selben Moment denkst du an dein Gespräch mit dem Berater für Altersvorsorge zurück. „Wer eine Rürup-Rente abschließt, kann sich aus steuerlicher Sicht einen großen Gefallen tun“, meinte er. Und er hatte Recht. 

Was steckt dahinter?

Was du steuerlich absetzen kannst: 94 % von höchstens 25.639 EUR im Jahr 2022

Je nachdem, was du investiert hast, schreibst du die volle Summe in das entsprechende Feld deiner Steuererklärung. Das Finanzamt erkennt bis zu 25.639 EUR und davon 94 % an. Der Höchstbetrag basiert auf der gesetzlich geregelten Beitragsbemessungsgrenze für Aufwendungen zur Altersvorsorge.

Die 94 % gelten nur für das, was du im Jahr 2022 in deine Rürup-Rente einzahlst. Wenn du 2022 also 6.000 EUR in die Rürup-Rente einzahlst, dann gibst du diese 6.000 EUR in deiner Steuererklärung an und davon nimmt das Finanzamt 5.640 EUR.

Im Vergleich zum Jahr 2021 ist der Prozentsatz um 2 % gestiegen. Das bedeutet, dass das Finanzamt für alle Rürup-Einzahlungen, die du 2021 gemacht hast und dieses Jahr in der Steuererklärung angibst, nur 92 % anerkennt. Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Ab 2025 sind 100 % der Investitionen absetzbar.

2022

94 %

2023

96 %

2024

98 %

2025 + danach

100 %

Was du vom Finanzamt zurückbekommst: „Nur“ Differenz zwischen bezahlten Steuern und eigentlicher Steuerlast

Das Finanzamt erstattet dir nicht exakt die Summe, die du in deine Rürup-Rente eingezahlt hast. Sondern es erstattet die Differenz zwischen der Einkommensteuer, die du im Voraus bereits bezahlt hast, und der eigentlichen Steuerlast.

Was bedeutet Steuerlast?

Jeder, der in Deutschland 2022 mehr als 9.984 EUR verdient („Grundfreibetrag“), muss das Einkommen versteuern. Die Höhe der Steuer („Steuerlast“) hängt von der Höhe deines Einkommens ab, die wiederum den Steuersatz (%) bestimmt.

Ob du angestellt bist oder selbstständig arbeitest: Normalerweise leistest du Einkommensteuer-Vorauszahlungen. Sie bauen auf dem erwarteten Jahreseinkommen auf, das dein zu versteuerndes Einkommen darstellt. Bei Arbeitnehmer*innen läuft das über die monatliche Lohnabrechnung.

Wenn du in der Steuererklärung dann etwas absetzt, reduziert das dein zu versteuerndes Einkommen. Dadurch entsteht die Differenz zwischen Steuerlast und geleisteten Vorauszahlungen. Oder einfach ausgedrückt: Das Finanzamt hat mehr Einkommensteuer von dir erhalten als nötig. Nach dem Motto: „Erst mal voll einsacken und dann können wir immer noch schauen…“.

So wirkt sich die Rürup-Rente auf deine Steuer aus

1. Du verdienst 70.000 EUR im Jahr und hast einen Steuersatz von 42 %. 

2. Das bedeutet, dass du 29.400 EUR Einkommensteuer ans Finanzamt zahlst.

3. Nun zahlst du 12.000 EUR in deine Basisrente ein und setzt das von der Steuer ab.

4. Von den 12.000 EUR erkennt das Finanzamt 94 % an – also 11.280 EUR. 

Und nun wird es spannend:

5. Das Finanzamt zieht 11.280 EUR von deinem zu versteuernden Einkommen ab. Du musst also nur noch 58.720 EUR versteuern und nicht mehr 70.000 EUR. 

6. Durch das geringere zu versteuernde Einkommen sinkt auch deine absolute Steuerlast. 

7. Das Finanzamt hat vorher 29.400 EUR Steuern von dir bekommen (42 % von 70.000 EUR). Jetzt musst du aber nur noch 24.662 EUR Steuern zahlen (42 % von 58.720 EUR). Das Finanzamt hat also 4.738 EUR „zu viel“ von dir bekommen (= Erstattung). 

Wie du deine Auszahlungen später versteuern musst: Ab 2040 sind Renten zu 100 % steuerpflichtig

Weil du mit aller Wahrscheinlichkeit erst nach 2040 in Rente gehst, musst du dich darauf einstellen, die Auszahlungen der Basisrente in der Rentenphase versteuern zu müssen. Und zwar zu 100 %. Das hat mit der Rentenreform von 2005 und damit einhergehend mit der nachgelagerten Besteuerung von Renten zu tun.

Kurz zusammengefasst:

Bis 2005 waren Renten stets steuerfrei. Dann hat man aber beschlossen, dass gesetzliche und private Renten ein zu versteuerndes Einkommen darstellen. Im Gegenzug gewährt der Staat in der Ansparphase die Steuervorteile und in der Rentenphase teils einen sogenannten Rentenfreibetrag. Der Rentenfreibetrag besagt, dass man nur einen Teil der Renteneinkünfte versteuern muss, wenn man vor 2040 in Rente geht. Bis 2040 nimmt der zu versteuernde Anteil jedes Jahr um 1 % zu, bis er dann 2040 die 100 %-Marke erreicht. Für dich ist wichtig, dass die nachgelagerte Besteuerung zwar ärgerlich, aber kein wirklicher Nachteil ist. Das hat drei Gründe:

Aus diesen Gründen kommen die meisten Rentner um die Steuer herum. 

ETF-Rürup abschließen, Steuervorteile und Renditechancen sichern

Seien wir ehrlich: Wenn du heute schon Altersvorsorge machst, dann soll es sich doch auch lohnen, oder? Und warum solltest du heute vorsorgen, wenn du dann später bloß 100 EUR mehr im Monat hast? 

Ist das auch dein Gedanke? Dann haben wir was für dich: Durch den Rürup-Fondssparplan mit ETFs von Raisin Pension sicherst du dir die beschriebenen Steuervorteile und kannst bis zu 25.787 EUR pro Jahr steuerlich geltend machen. Außerdem kannst du von besseren Renditechancen als bei klassischen Verträgen profitieren. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds. Sie bilden die Wertentwicklung eines Index nach. Wer langfristig in ETFs investiert, sichert sich also die Renditechancen der globalen Finanzmärkte. 

Normale Rürup-Verträge haben hingegen keine ETFs und wer nicht gerade jedes Jahr hohe Beiträge einzahlt, bekommt bei zinsgebundenen Rürup-Verträgen oder solchen mit teuren aktiven Fonds später nur wenig zurück. Daher solltest du genau darauf achten, was in Deinem Rürup-Vertrag drin ist. 

Probiere etwas herum:

Gib dein Alter an und was du einzahlen könntest. Danach erfährst du, wie viel Kapital du bis zu deiner Rente noch anhäufen kannst. Und denk dran: Auf deiner Reise dorthin kannst du jedes Jahr bis zu 25.787 EUR steuerlich geltend machen.


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