Menü

Rürup-Rente nur für bestimmte Berufsgruppen?

Ist die Rürup-Rente nur für Selbstständige und Freiberufler? Nein. Auch Angestellte können sie abschließen und von Steuervorteilen und Zusatzrente profitieren.
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Universell:

    Zwar wurde die Rürup-Rente ursprünglich als Basisrente für Selbstständige und Angehörige der freien Berufe entwickelt, die nicht gesetzlich rentenversichert sind. Prinzipiell können aber auch Beamte und angestellte Arbeitnehmer einen Rürup-Vertrag abschließen.

  • Steuer:

    Bei der Rürup-Rente kann man jährlich einen hohen Betrag steuerlich geltend machen, im Jahr 2021 sind es bis zu 25.787 EUR, von denen aktuell 92 % angerechnet werden. Falls du gesetzlich rentenversichert bist, zählen deine Beiträge in die GRV in diesen Betrag mit rein. Die 92 % davon gelten trotzdem.  

  • Betrag:

    Je mehr du einzahlst, desto höher können die Steuervorteile ausfallen.Du kannst natürlich auch “nur” 1.000 EUR im Jahr investieren und würdest davon 92 % angerechnet bekommen. Auf dem Steuerbescheid wirkt sich das nur marginal aus, aber langfristig kannst du dank ETFs auch mit kleineren Rürup-Beiträgen eine Zusatzrente erzielen.

Du liest gerade:

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Rürup-Rente wende dich an deinen Steuerberater.

Die Rürup-Rente (Basisrente) ist nur für Selbstständige? Nein. Jeder kann sie abschließen. Ob jung, ob älter. Ob selbstständig, freiberuflich arbeitend, angestellt oder verbeamtet. Die Rürup-Rente ergibt unter bestimmten Voraussetzungen also für viele Berufsgruppen Sinn. Das erklären wir dir auf dieser Seite. Außerdem stellen wir dir eine vielleicht ideal zu dir passende Rürup-Möglichkeit vor: den ETF Rürup von Raisin Pension. Bei diesem kannst du an der Wertentwicklung der internationalen Finanzmärkte teilhaben und gleichzeitig hohe Beträge steuerlich geltend machen.

Weiterlesen Einklappen

Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Du bist gespannt. 1.500 EUR hast du letztes Jahr klargemacht und in deine Rürup-Rente eingezahlt. Nun hältst du endlich deinen Steuerbescheid in den Händen. 

„Mithin zu viel entrichtet: 204 EUR“. Uff. Da hast du mehr erwartet. „Wo ist denn der große Steuervorteil, von dem die Rede war?“, fragst du dich. 

Grundsätzlich gilt: Wer mehr in die Rürup-Rente investiert, hat umso mehr vom Steuervorteil. Bis zu 25.787 EUR kann man steuerlich geltend machen. Wenn man davon aber nur 1.500 EUR auskostet, ist natürlich auch der absetzbare Steuervorteil geringer. Dessen musst du dir bewusst sein.  

Das lässt ein erstes Zwischenfazit zu: Die Rürup-Rente eignet sich eher für alle Menschen mit regelmäßigem Einkommen, die jedes Jahr Steuern sparen und sich eine Zusatzrente aufbauen wollen. Für diejenigen, die in der Lage sind, höhere Summen zu investieren oder für Selbstständige mit guten Geschäftsjahren, in denen am Ende regelmäßig Überschüsse zur Verfügung stehen. 

Es geht aber nicht nur darum, wer mehr oder weniger vom Finanzamt zurückbekommt. Sondern auch darum, welche Rolle die Rürup-Rente für dich hat. 

Jemand, dernicht gesetzlich rentenversichertist, zahlt per se mehr in die Rürup-Rente ein. Für sie oder ihn ist die Rürup-Rente schließlich die einzige Einkommensquelle im Alter. Und das zieht dann auch höhere Steuervorteile nach sich. Wenn du ohnehin rentenversichert bist und die Rürup-Rente nur nebenher laufen hast, steckt ein anderer Anspruch dahinter. Du investierst nur das, was du im Monat „noch übrig“ hast. 

Hier tauchen wir nun tiefer ein:

Nicht pflichtversichert: Wer nicht in die gesetzliche Rente einzahlt, bekommt den vollen Steuervorteil

Wie lautet dein Versicherungsstatus? Bist du gesetzlich pflichtversichert, freiwillig gesetzlich versichert oder nicht pflichtversichert? Davon hängt nämlich ab, wie viel du im Rahmen der Rürup-Rente steuerlich absetzen kannst und welche Rolle die Rürup-Rente für dich einnimmt.

Den vollen Steuervorteil – dass du 25.787 EUR investieren kannst und davon 92 % (2021) absetzen kannst– erhältst du nur, wenn du nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. Also, wenn die Rürup-Rente deine hauptsächliche Altersvorsorge ist. Dafür musst du als nicht pflichtversichert gelten, was sich natürlich auch auf deine gesetzliche Krankenversicherung bezieht.

Wenn du freiwillig gesetzlich versichert oder gar gesetzlich pflichtversichert bist, kannst du deine Beiträge in die GRV für den insgesamt steuerlich absetzbaren Betrag anrechnen. Du musst also nur noch die Differenz in die Rürup-Rente investieren, um den kompletten Betrag steuerlich geltend machen zu können. 

Wann bin ich nicht pflichtversichert?

0829-chevron-right Created with Sketch.

In Deutschland zahlt außer Selbstständigen jeder erst einmal in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Abhängig von bestimmten Kriterien, kann man aber an einen Punkt kommen, an dem man sich entscheiden darf, ob man aus der gesetzlichen Rentenversicherung aussteigt. Erst, wenn du dich an diesem Punkt gegen die gesetzliche Rentenversicherung entscheidest, bist du nicht (mehr) pflichtversichert

Was sind die Kriterien?

  • Du verdienst mindestens 5.362,50 EUR brutto im Monat (2021)
  • Du zählst zur Gruppe der Selbstständigen und Freiberufler (nie pflichtversichert)
  • Du studierst und hast dich von der Pflichtversicherung befreien lassen
  • Du bist Beamtin oder Beamter mit Recht auf Beihilfe sowie privat versichert
  • Du arbeitest ohne Beamtenstatus im öffentlichen Dienst

Nicht nur für Gutverdiener: Rürup-Rente im Einkommens-Check

Jeder kann die Rürup-Rente abschließen und regelmäßige Einzahlungen vornehmen. Sie lohnt sich also für Selbstständige, aber auch für Beamte und Angestellte. 

Dazu eine kurze Erläuterung der Steuer-Rückzahlung:

Wenn du deine Rürup-Rente von der Steuer absetzt, bekommst du nicht zurück, was du tatsächlich eingezahlt hast. Die Beiträge werden von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen. Und anhand jenes nun kleineren zu versteuernden Einkommens wird deine Steuer neu berechnet. Dabei entsteht eine Differenz zwischen dem, was du dem Finanzamt schon gezahlt hast und was du hättest zahlen müssen. Nur diese Differenz bekommst du zurück. 

Was bedeutet das? 

Wenn du 1.000 EUR in deine Basisrente reinsteckst, dann zieht das Finanzamt 920 EUR von deinem zu versteuernden Einkommen ab (92 %). 

Stell dir nun vor, du verdienst 40.000 EUR im Jahr. Diese 40.000 EUR musst du normalerweise voll versteuern. Weil das Finanzamt aber die 920 EUR anerkennt, musst du nur noch 39.020 EUR versteuern. Bei einem Steuersatz von beispielsweise 25 % würdest du 230 EUR vom Finanzamt zurückerhalten. 

Rechnung: ( 40.000 EUR x 0,25 ) – ( 39.080 EUR x 0,25 ) = 230 EUR

Natürlich sind 230 EUR auch Geld. Aber bis du tatsächlich 1.000 EUR und mehr vom Finanzamt zurückbekommst, musst du einen höheren Betrag investieren. 

Für welche Berufsgruppen eignet sich die Rürup-Rente?

0829-chevron-right Created with Sketch.

Einzelne Berufsgruppen zu nennen, wäre falsch gedacht. Natürlich könnten wir noch einmal Beamte, Selbstständige oder Angehörige der freien Berufe nennen – aber das ist nicht zielführend. 

Die eigentlich relevante Botschaft ist, dass du dich unabhängig von deiner Berufsgruppe guten Gewissens für eine Rürup-Rente entscheiden kannst, wenn du 

  • über ein regelmäßiges Einkommen verfügst und davon einen Teil investieren kannstund
  • idealerweise nicht pflichtversichert bist, um von dem höchsten erreichbaren Steuervorteil zu profitieren oder
  • wenn die Rürup-Rente deine einzige Altersvorsorge ist, weil du nicht pflichtversichert bist und deine Rente allein von Rürup abhängt.


Weitere Artikel zur Rürup-Rente
Mehr anzeigen Weniger anzeigen 0829-chevron-right Created with Sketch.