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Riester oder Rürup? Der kurze und klare Vergleich

Alle Vorteile und Nachteile sowohl der Riester-Rente als auch der Rürup-Rente in einem kurzen und übersichtlichen Artikel zusammengefasst.
Lesedauer 9 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Unterschiede:

    Die Riester-Rente bietet Zulagen, die die Rürup-Rente nicht bietet – dafür kann die Rürup-Rente zu deutlich höheren Steuervorteilen führen als die Riester-Rente. Es gibt demnach keine pauschale Antwort darauf, für wen welche Vorsorge die beste ist.

  • Garantiezins:

    Seit 2022 müssen Riester-Neuverträge einen Garantiezins von nur noch 0,25 % im Jahr innehaben. Das ist de facto nichts und kann bei hohen Gebühren schnell dazu führen, dass man draufzahlt, statt was Sinnvolles fürs Alter zu tun. Auch einige Rürup Versicherungsverträge sind davon betroffen.

  • ETF-Sparplan:

    Eine Möglichkeit, dem Zinstief zu entgehen, können Rürup-Verträge mit ETF-Sparplänen sein. Beim ETF Rürup von Raisin Pension gibt es z.B. keine Beitragsgarantie – daher können Anleger ihre Fondsauswahl frei wählen und mit bis zu 100 % Aktien fürs Alter vorsorgen.

  • Steuer:

    Etwaige Steuern im Alter sind im Vergleich nicht erheblich, weil sowohl Renten aus Riester als auch Renten aus Rürup versteuert werden müssen.

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Na, sitzt du auch vor deiner Altersvorsorge, hast sowohl von Riester als auch von Rürup schon mal gehört und weißt nicht, wofür du dich entscheiden sollst? Auf dieser Seite findest du zur Antwort. Und wenn du möchtest, auch gleich zur passenden Altersvorsorge-Maßnahme: Mit dem ETF Rürup von Raisin Pension sorgst du einfach fürs Alter vor. Durch die ETFs kannst du an den Entwicklungen der Finanzmärkte teilhaben und durch den Rürup-Mantel bis zu 25.639 EUR im Jahr steuerlich geltend machen. 

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Riester-Rente ist in Deutschland mit rund 16,38 Millionen Verträgen deutlich weiter verbreitet als die Rürup-Rente mit unter 5 Millionen Verträgen (2020). 

„Ach prima, dann nehme ich die Riester-Rente. Scheint ja besser zu sein, wenn so viele Menschen sie haben“, denkst du vielleicht. 

Doch vorher solltest du einiges wissen: 

Sehr viele Riester-Verträge ruhen und die Abschlusszahlen sind rückläufig. Die Abschlüsse von Rürup-Verträgen nehmen dagegen zu. Inzwischen ist bekannt, dass sie nicht nur für Selbstständige, sondern eigentlich für alle geeignet sein können. Immer mehr Menschen möchten vor allem von den Steuervorteilen in der Ansparphase profitieren. 

Was sich für dich mehr lohnt, ermittelst du anhand der verschiedenen Vorteile und Nachteile sowohl von Riester als auch von Rürup.

Rürup-Rente: Ist dank Steuervorteil für breite Teile der Gesellschaft geeignet

Vorteile der Rürup-Rente

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  1. Für alle: Genau wie alle gesetzlich Rentenversicherten riestern können, können sie auch alle „rürupen“. Viele Leute bringen die Rürup-Rente (auch als Basisrente bezeichnet) ausschließlich mit Selbstständigen in Verbindung. Das stimmt aber nur insoweit, dass die Basisrente ursprünglich für diese Gruppe entwickelt wurde. Abschließen können sie tatsächlich auch Beamte und Angestellte.
  2. Steuervorteil: Wenn du nicht in die gesetzliche Rente einzahlst, kannst du bis zu 25.639 EUR pro Jahr in deine Rürup-Rente investieren und steuerlich geltend machen. 2022 erkennt das Finanzamt 94 % davon steuermindernd an. Ab 2025 wird die volle Summe anerkannt.
    1. Gesetzliche Rente muss berücksichtigt werden: Der Höchstbetrag von 25.639 EUR, den du steuerlich geltend machen kann, setzt sich aus Beiträgen für die gesetzliche Rentenversicherung und den Beiträgen für die Rürup-Rente zusammen.
    2. Wenn du gesetzlich rentenversichert (GRV) bist, kannst du pro Jahr inklusive Rentenversicherung die Differenz deiner Beiträge in die GRV bis zum Höchstbetrag von 25.639 EUR steuerlich geltend machen.
  3. Rürup-Fondssparplan: Genau wie bei der Riester-Rente gibt es auch bei der Rürup-Rente Varianten auf Basis von Fonds, beispielsweise den ETF Rürup von Raisin Pension. Wenn du langfristig investierst und dir die Steuervorteile sicherst, kannst du mit ETFs an der Wertentwicklung der Märkte teilhaben.
  4. Rürup-Fondssparplan: Genau wie bei der Riester-Rente gibt es auch bei der Rürup-Rente Varianten auf Basis von Fonds, beispielsweise den ETF Rürup von Raisin Pension. Wenn du langfristig investierst und dir die Steuervorteile sicherst, kannst du mit ETFs an der Wertentwicklung der Märkte teilhaben.
  5. Verfügst du über ein regelmäßiges Einkommen und möchtest jährlich privat vorsorgen? Dann könnte die Rürup-Rente vermutlich interessant für dich sein. Denn du kannst dir Steuervorteile in der Ansparphase sichern und im Rentenalter auf eine Altersvorsorge zurückgreifen.

Nachteile der Rürup-Rente

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  1. Steuer auf Auszahlungen: Wenn du nach 2040 in Rente gehst, musst du die Auszahlungen der Basisrente zu 100 % versteuern. Nur wenn du vor 2040 in Rente gehst, hast du je nach Renteneintrittsjahr noch einen Freibetrag zwischen 1 % und 12 % deiner Auszahlungen. Es gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: in der Ansparphase sind Beiträge in den Rürup von der Steuer absetzbar – im Gegenzug muss im Ruhestand die Rente versteuert werden. Das Prinzip lohnt sich in der Regel, da der persönliche Steuersatz zu Erwerbszeiten um einiges höher ist als im Rentenalter.
  2. Unkündbar: Du kannst die Rürup-Rente nicht einfach kündigen, wenn du sie nicht mehr haben möchtest oder das Geld brauchst. Du kannst sie aber beitragsfrei stellen (also einfach nichts mehr investieren), weniger investieren oder den Anbieter wechseln. Rürup kann trotzdem flexibel sein. Du musst keine festen Beiträge einzahlen, sondern hast Beitragsfreiheit: Das bedeutet, du kannst Beiträge jederzeit online anpassen oder pausieren, Einmalzahlungen direkt per Überweisung tätigen – wie bei einem Konto,
    1. Verträge von vor 2008: Wenn du einen alten Vertrag von vor 2008 hast, kannst du ihn nur dann widerrufen und rückabwickeln lassen, wenn der Anbieter eine schwere Pflichtverletzung begangen hat. Jedoch musst du dann alle Beiträge, die du ursprünglich von der Steuer abgesetzt hast, nachträglich zurückzahlen.
    2. Widerruf bis 14 Tage nach Vertragsabschluss: Bank Fondssparpläne wie der ETF Rürup sind 14 Tage nach Vertragsabschluss widerrufbar.
  3. Keine Sofortrente: Bei der Riester-Rente kannst du dir zum Rentenbeginn bis zu 30 % des Geldes sofort auszahlen lassen. Bei der Rürup-Rente kannst du dir den Betrag nicht vollständig oder teilweise zu Beginn der Rentenphase auszahlen lassen. Stattdessen wird dir wie bei der gesetzlichen Rente auch eine monatliche Rente berechnet, die du dann bis zum Lebensende erhältst.

Riester-Rente: Zeichnet sich durch Zuschüsse aus, steht aber auf der Kippe

Vorteile & Zuschüsse der Riester-Rente:

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  1. Grundzulage: Du bekommst 175 EUR vom Staat dazu – jedes Jahr.
  2. Kinderzulage: Für jedes Kind mit Geburtsdatum vor 2008 bekommst du weitere 185 EUR pro Jahr dazu, bis du nicht mehr kindergeldberechtigt bist. Bei Kindern mit Geburtsdatum ab 2008 sind es 300 EUR pro Jahr und pro Kind.
  3. Berufsstarterbonus: Wenn du unter 25 Jahre alt bist und einen Riester-Vertrag abschließt, bekommst du eine einmalige Zulage von 200 EUR dazu.
  4. Steuervorteil: Du kannst deine Investitionen bis 2.100 EUR pro Jahr steuerlich absetzen und dir dadurch einen Steuervorteil sichern. Jedoch zieht das Finanzamt die erhaltenen Zulagen ab, bevor es deine Steuer neu berechnet.
  5. „Mittelbar förderberechtigt“: Bist du mittelbar förderberechtigt und deine Ehepartnerin oder dein Ehepartner riestert auch? Dann braucht sie oder er nur 60 EUR im Jahr einzuzahlen, um ebenfalls die volle Förderung zu erhalten. Die Kinderzulagen gibt es aber nur einmal für euch beide zusammen.
  6. 30 % Sofortrente: Möchtest du später einen Teil des Geldes sofort erhalten? Bei der Riester-Rente geht das. Zum Rentenbeginn kannst du dir bis zu 30 % des vorhandenen Kapitals sofort auszahlen lassen.
  7. Riester-Fondssparplan: Durch Riester-Renten mit einem Fondssparplan bzw. ETF Sparplan hast du gute Chancen auf eine höhere Rente im Alter. Das hängt mit den Ertragschancen und dem Zinseszins der dahinterstehenden Fonds und ETFs zusammen.

Nachteile der Riester-Rente

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  1. Verminderter Garantiezins seit 2022: Bisher galt für neue Riester-Verträge ein gesetzlicher Garantiezins von 0,9 %. Der war schon nicht hoch. Jetzt sinkt der Garantiezins durch das Zinstief seit 2022 auf nur noch 0,25 % im Jahr. Bedeutet: Riester-Verträge erzielen so gut wie keine Zinsen mehr, die hohen Kosten bleiben aber gleich. Die Verträge werden unwirtschaftlich. Viele Riester-Interessenten wechseln daher zur Rürup-Rente.
  2. Mindesteinzahlung: Damit du die vollen Zulagen erhältst, musst du mindestens 4 % deines Jahresbruttoeinkommens investieren. Das gilt aber nur bis zu dem Punkt, wo die 4 % maximal 2.100 EUR ausmachen.
  3. Keine Kinder? Ohne Kinder und die entsprechenden Kinderzulagen funktioniert es zwar auch, aber es macht einen gewaltigen Unterschied und du musst umso mehr investieren, um nachher eine nennenswerte Rente zu erhalten. Wenn du 25 Jahre 300 EUR Kinderzulage vom Staat bekommst, sind das immerhin 7.500 EUR „extra“.
  4. Steuervorteil könnte höher sein: Es ist zwar nett, pro Jahr 2.100 EUR absetzen zu können, aber es verleitet auch dazu, nicht mehr einzuzahlen. Mit 2.100 EUR im Jahr kommst du vermutlich selbst nach 40 Jahren auf keine hohe Zusatzrente. In dieser Hinsicht kann man mit der Rürup-Rente einen höheren Betrag steuerlich geltend machen.
  5. Kündigung teuer und daher meist nicht sinnvoll: Falls du dich irgendwann von der Riester-Rente trennen möchtest, musst du alle Steuervorteile und Zulagen zurückzahlen. Eine Ausnahme ist gegeben, wenn der Grund der Kündigung beispielsweise ein Hausbau ist (Stichwort: Wohn-Riester). Riester ist in der Hinsichtlich ziemlich komplex.
  6. Steuer auf Auszahlungen: Du musst deine späteren Auszahlungen zu 100 % zu deinem persönlichen Steuersatz versteuern. Das ist aber weniger schlimm, weil du im Rentenalter einen niedrigeren Steuersatz und daher auch eine niedrigere steuerliche Belastung hast.
  7. Beitragsgarantie schmälert die Rendite und schränkt freie Fondsauswahl ein: Durch die gesetzlich verpflichtende Beitragsgarantie der Beiträge und Zulagen kann die Fondsauswahl sehr eingeschränkt und die Anlage im Niedrigzinsumfeld konservativ sein.

Fazit zum Rürup oder Riester

Riester lohnt sich aufgrund der hohen Kosten für die Garantie kaum noch. Rürup kann sich für Menschen lohnen, die regelmäßig einen Betrag einzahlen und steuerlich geltend machen können. Welche Art der privaten Altersvorsorge für dich am besten geeignet ist, entscheidest du.


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