Menü

Ist meine Rürup-Rente pfändbar?

Ist die Rürup-Rente wirklich unpfändbar? Nein. Aber es bestehen pfändungsgeschützte Freigrenzen. Sind diese unterschritten, dann ist dein Geld sicher.
Lesedauer 5 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Pfändungsschutz:

    Dass eine Rürup-Rente oder Basisrente bei aktivem „Pfändungsschutz“ nicht pfändbar sei, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Das Grundgesetz wahrt die Ansprüche von Gläubigern und stellt sie über den persönlichen Besitz des Schuldners. Das Rürup-Gesetz wird dabei übergangen.

  • Freigrenzen:

    Ob man deine Rürup-Rente pfänden kann oder nicht, hängt von verschiedenen pfändungsgeschützten Freigrenzen ab. Die Höhe der Freigrenzen hängen wiederum davon ab, ob du den Rentenbeginn noch vor dir oder schon hinter dir hast.

  • Einmalzahlungen:

    Einmalzahlungen sind voll pfändbar. Du kannst dir das komplette Rürup-Kapital auf einmal auszahlen lassen, wenn eine niedrige monatliche Rente zu erwarten ist. Hier gelten keine Freigrenzen und somit können Gläubiger eine etwaige Einmalzahlung komplett pfänden.

Du liest gerade:

Weil es bei der Pfändbarkeit der Rürup-Rente (oder auch Basisrente) auf verschiedene Aspekte ankommt, gibt es keine pauschale Antwort. Auf dieser Seite stellen wir die Aspekte einfach erklärt dar. Und du wirst sehen: Auch wenn die Rürup-Rente grundsätzlich pfändbar ist, so sind die Regeln im Rahmen individueller Freigrenzen dennoch fair und nachvollziehbar. Ob es sich dabei um eine klassische Rürup-Rente dreht oder um einen Vertrag mit passivem Fondssparplan wie beim ETF Rürup von Raisin Pension, ist nicht relevant. Möchtest du die steuerlich geförderte ETF-Version der Rürup-Rente ausprobieren? Klick den Button unterhalb:

Weiterlesen Einklappen

Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Rürup-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

„Schließen Sie heute noch Ihren Rürup-Vertrag ab – inklusive Pfändungsschutz.“ 

Zunächst wirkt der Pfändungsschutz logisch, den manche Banken und Versicherer extra hervorheben und betonen. Denn einmal abgeschlossen, kannst du die Rürup-Rente nicht mehr so einfach kündigen und auflösen. Ohne aktivierten Hinterbliebenenschutz kannst du sie nicht einmal vererben. 

Dementsprechend möchte man meinen, dass auch Dritte nicht ans Geld kommen. 

Genau das ist in der Praxis aber eine Grauzone. Wir möchten dir keine Angst machen, aber ja, es stimmt, die Rürup-Rente ist grundsätzlich pfändbar. Keine Bank und kein Versicherer dieser Welt kann dir einen vollumfänglichen Schutz gewähren. 

Warum?

Weil in Sachen Pfändbarkeit nicht das Rürup-Gesetz zählt, sondern das Grundgesetz. Das Grundgesetz stellt die Ansprüche von Gläubigern über den persönlichen Besitz. 

Jedoch, und das müssen wir dringend betonen:

Egal, ob es um deine monatliche Auszahlung im Rentenalter geht oder um dein Vorsorgekapital vor Rentenbeginn – es gibt Freigrenzen, die nicht pfändbar sind. Und nur im Rahmen dieser Freigrenzen kann auch ein „Pfändungsschutz“ bestehen.

Das erklären wir auf dieser Seite genauer. 

Pfändbarkeit und Freigrenzen: Wann muss ich mir um meine Rürup-Rente keine Sorgen machen?

  1. Wenn du schon in Rente bist und deine Rürup-Rente ausgezahlt bekommst, zählt sie wie ein Arbeitseinkommen. Mit der sogenannten Pfändungstabelle regelt das Gesetz, dass Arbeitseinkommen erst ab einer monatlichen Summe von 1.260 EUR netto (2022) pfändbar ist. Wichtig ist dabei, dass sich das Arbeitseinkommen aus allen erzielten Einkünften zusammensetzt. Auch die gesetzliche Rentenversicherung zählt also mit hinein. Gläubiger haben die Möglichkeit, beim Vollstreckungsgericht eine Zusammenrechnung zu beantragen. Wenn es dann zu einer Pfändung kommt, dann pfändet man den entsprechenden Teil des Gesamteinkommens und nicht konkret die Rürup-Rente.
  2. Wenn du den Rentenbeginn noch vor dir hast und investierst, gelten verschiedene Freigrenzen, die von deinem Geburtsdatum abhängig sind. Selbstverständlich wäre es verantwortungslos, wenn man dich deiner Altersvorsorge berauben würde. Gerade für Selbstständige, die nicht pflichtversichert sind, stellt die Rürup-Rente die einzige Altersvorsorge dar.

Geburtsdatum

Freigrenze

Bis 31.12.1957

48.750 EUR

Ab 01.01.1958 bis 31.12.1963

49.500 EUR

Ab 01.01.1964

50.250 EUR

Auch hier kann aber eine Zusammenrechnung erfolgen. Wenn du beispielsweise eine Rürup-Rente und eine Riester-Rente hast, dann gelten die soeben erwähnten Freigrenzen für beide zusammen. 

Das maßgebliche Gesetz, das über all diese Umstände entscheidet, ist die ZPO, also die Zivilprozessordnung.

Einmalzahlung: Bei einer Einmalauszahlung ist die Rürup-Rente immer pfändbar

„Moment, wir hatten doch eben Freigrenzen…? Und überhaupt kann man bei der Rürup-Rente doch nur eine monatliche Rente bis ans Lebensende statt Einmalzahlung erhalten…?“ 

Beides stimmt. 

Jedoch gibt es eine besondere Ausnahme. Wenn auf deinem Rürup-Konto so wenig Kapital liegt, dass nur eine niedrige monatliche Rente erwartbar ist, kannst du dich abfinden lassen. Diese Abfindung umfasst dann die Einmalauszahlung des Kapitals, die normalerweise nicht durchführbar ist. 

Was die Freigrenzen betrifft, so gelten diese bei der Einmalzahlung nicht. Einmalzahlungen sind kein Arbeitseinkommen und unterliegen somit auch nicht dem entsprechenden Pfändungsschutz für Arbeitseinkommen. 

Nur, wenn du dir mehrere monatliche Renten zusammengefasst auszahlen lässt (in Summe höchstens für ein Jahr), gilt der Pfändungsschutz wieder. 

Fazit zur Pfändung

Wir halten also fest: Nein, die Rürup-Rente ist nicht unpfändbar. Aber bevor man sie pfänden kann, braucht es 1) besondere Umstände und 2) überschrittene Freigrenzen.


Weitere Artikel zur Rürup-Rente
Mehr anzeigen Weniger anzeigen 0829-chevron-right Created with Sketch.