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Auszahlung der Rürup-Rente: Wie funktioniert es und ab wann kann es losgehen?

Ab wann bekomme ich meine Rente ausgezahlt? Wie hoch ist meine Auszahlung? Wie viel Steuern muss ich zahlen? Das erfährst du in diesem Artikel.
Lesedauer 8 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Termin:

    Die erste Auszahlung findet an einem vorher vereinbarten Termin statt. Meistens wird der Termin auf deinen gesetzlichen Rentenbeginn abgestimmt. Grundsätzlich muss er zwischen dem vollendeten 62. Lebensjahr den dem vollendeten 85. Lebensjahr liegen.

  • Auszahlungshöhe:

    Die Höhe der monatlichen Auszahlung hängt davon ab, wie viel Kapital sich bis zum Rentenbeginn angehäuft hat. Du kannst dir keine Sofortrente auszahlen lassen. Die Rürup-Rente ist ausschließlich als monatliche Rente bis ans Lebensende auszahlbar.

  • Steuern:

    Wenn du nach 2040 in Rente gehst, musst du deine Auszahlungen zu 100 % als Einkommen versteuern. Das hat mit der Rentenreform von 2005 zu tun. Falls du vor 2040 in Rente gehst, hast du je nach Renteneintrittsjahr einen dauerhaften Freibetrag von zwischen 1 % und 12 %.

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Die Rürup-Rente ist frühestens ab einem Alter von 62 Jahren auszahlbar. Das bezieht sich auf alle seit 2012 und in Zukunft abgeschlossenen Verträge. Aus dem vorhandenen Kapital wird eine monatliche Rente berechnet, die du bis ans Lebensende erhältst. Doch ist es sinnvoll, sich das Geld tatsächlich schon ab 62 auszahlen zu lassen? Was hat es außerdem mit der Garantierente und Überschussrente auf sich? Und fallen im Alter Steuern an? Die Antworten bekommst du hier. Wenn du noch keinen Vertrag hast oder mit deinem aktuellen Vertrag nicht glücklich bist, dann entdecke den ETF Rürup von Raisin Pension:

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Rürup-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

„Zu wann möchten Sie denn das Geld ausgezahlt bekommen?“, fragt der Berater für Altersvorsorge. „Puh, das kann ich überhaupt nicht sagen, was ist denn normal?“, fragst du zurück. Eine verständliche Reaktion – denn woher sollst du heute schon wissen, wann du irgendwann in so vielen Jahren die Auszahlung der Rürup brauchst.

„Kann ich nicht einfach Bescheid sagen, wenn ich das Geld brauche, und dann bekomme ich es?“, fragst du den Berater leicht überfordert.

„So funktioniert das leider nicht“, antwortet er.

„Wir müssen schon einen festen Termin vereinbaren. Das Gesetz will es so. Sie müssen da mindestens 62 Jahre alt sein. Ich empfehle, den Termin einfach auf Ihren gewöhnlichen Rentenstart zu setzen. Damit machen Sie nichts verkehrt. Sie erhalten die Rürup-Rente dann erstmals zusammen mit der gesetzlichen Rente.“

„Ok“, stimmst du zu.

„Können Sie mir wenigstens sagen, wie viel ich bekommen werde?“ – „Nein, ich kann Ihnen nur Prognosen skizzieren. Ihre Rürup-Rente ist fondsgebunden. Daher kann ich nicht vorhersehen, wie viel Kapital am Ende vorhanden ist. Jedoch entscheidet sich anhand dieses Kapitals, wie viel Rente Sie erhalten werden. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.“

Die Antwort ist zwar wenig zufriedenstellend – aber nachvollziehbar. Du verabschiedest dich vom Berater und versuchst es noch einmal mit einer Online-Recherche. Schließlich landest du auf dieser Seite.

Lass uns also noch einmal die Fakten ordnen:

Termin: Wann kann die erste Auszahlung sinnvoll sein?

Die Termininformationen sind für dich nur dann relevant, wenn du noch keine Rürup-Rente abgeschlossen hast. Ansonsten entnimmst du den Termin deiner ersten Auszahlung bitte deinen Vertragsunterlagen.

Die erste monatliche Auszahlung deiner Rürup-Rente muss zwischen deinem 62. Lebensjahr und dem vollendeten 85. Lebensjahr stattfinden. Du stimmst den Termin individuell mit deinem Versicherer ab, wenn du deine Rürup-Rente abschließt.

Die meisten Versicherten entscheiden sich dafür, die erste Auszahlung der Basisrente einfach mit dem gesetzlichen Rentenbeginn zusammenzulegen. „Ich arbeite bis 67 und ab dann erhalte ich meine gesetzliche Rente sowie die Rürup.“

Das kannst du natürlich genauso machen.

Hier findest du aber noch zwei alternative Szenarien:

  1. Frühere Rente: Du möchtest früher in Rente, etwa mit 62? Deine gesetzliche Rente fällt dann kleiner aus und du möchtest das mit der Rürup-Rente ausgleichen? Wenn du genug Zeit hast, bis 62 das nötige Kapital anzusparen, geht der Plan auf. Wichtig zu bedenken ist nur, dass die Auszahlung der Rürup prinzipiell kleiner ausfällt. Der Grund ist, dass der Versicherer deine Rente bis ans Lebensende (und somit statistisch gesehen länger) zahlen muss.
  2. "Spätere Rente": Wie hoch deine Rürup-Rente später ist, wird anhand des vorhandenen Kapitals bestimmt – aber auch anhand statistischer Lebenserwartungen. Wenn du dir deine Rürup-Rente beispielsweise bewusst erst mit 70 auszahlen lässt, hast du die Chance auf umso mehr Geld. Der Versicherer würde deine Rente statistisch gesehen über einen kürzeren Zeitraum auszahlen und du zahlst länger ein. Deshalb wäre die Basisrente in diesem Beispiel höher. Wenn du lange lebst und fit bleibst, „gewinnst“ du in diesem Szenario. Im gegenteiligen Fall „gewinnt“ der Versicherer. Deshalb lohnt sich eine spätere Auszahlung der Rürup-Rente nur für Menschen mit einem gesunden Lebensstil und einer langen Lebenserwartung. Da man dies aber beim Abschluss der Rürup-Rente schlecht abschätzen kann, lassen sich die meisten Rürup-Rentner ihre Zusatzrente mit dem Renteneintritt auszahlen.

Rentenhöhe: Wie hoch ist deine Auszahlung?

In den Kreisen der Versicherer ist von einer Garantierente und einer Überschussrente die Rede. Die Garantierente steht von vornherein fest und du kannst sie deinem Vertrag entnehmen. Das ist das Geld, das du aus der Basisrente später definitiv monatlich erhalten wirst.

Die Überschussrente ist der dynamische Teil deiner Rürup-Auszahlung. Wie hoch dieser ist, entscheidet sich erst kurz vor Erreichen des Rententermins. Bei einer fondsgebundenen Rürup-Rente ist die Überschussrente etwa davon abhängig, wie sich die entsprechenden Fonds oder ETFs dahinter entwickeln. Dabei gilt es zu beachten, dass eine Beitragsgarantie die Rendite schmälern und die Fondsauswahl einschränken kann. Die Garantie kann nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu einer bevorzugten Auswahl von konservativeren Anlageklassen wie Anleihen führen, die im Niedrigzinsumfeld wenig Rendite abwerfen.

Sehen wir uns im Vergleich dazu als Beispiel die ETF Rürup von Raisin Pension an.

Dabei handelt es sich um einen ETF-Fondssparplan bei einer Bank, der garantierte Rentenkonditionen und die Auszahlung der Rente über eine Versicherung anbietet. Der ETF Rürup kommt ohne Garantie aus und ermöglicht Anlegern eine freie Fondsauswahl mit bis zu 100 % Aktienfonds. Je nachdem, wie sich die ETFs bis zum Rentenbeginn entwickeln, ist mehr oder weniger Kapital auf dem Rürup-Konto vorhanden. Und die Höhe des Kapitals entscheidet darüber, wie hoch deine monatliche Basisrente bis ans Lebensende ist.

Beispiel einer möglichen Rentenhöhe mit dem Raisin Pension Rechner: Wir nehmen an, dass du heute 25 bist und mit 67 Jahren in Rente gehst. Du investierst 200 EUR monatlich und erwirtschaftest mit den ETFs nach Kosten durchschnittlich 5 % Rendite im Jahr. Zum Renteneintritt hättest du dann rund 283.000 EUR in der Rürup-Rente. Diese Summe würde zu einer monatlichen Zusatzrente von etwa 815,68 EUR brutto führen. Die Rentenhöhe basiert dabei auf der statistischen Lebenserwartung sowie dem vorhandenen Kapital.

Mit dem Rürup-Rechner kannst du dein individuelles Szenario berechnen.

Bitte beachte: Die dargestellten Zielrenditen sind simuliert und kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Steuern: Wie viel musst du ans Finanzamt abgeben?

Ob du später Steuern zahlen musst und wie hoch diese sind, entscheidet die Höhe deines späteren Gesamteinkommens. Zu deinem Gesamteinkommen zählen sämtliche Einkünfte aus allen Quellen.

Steuern fallen nur dann an, wenn dein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag des entsprechenden Jahres liegt. Die meisten Rentner erzielen kein hohes Einkommen und können zudem einiges steuerlich geltend machen. Stand heute muss nur ein geringer Bruchteil aller Rentner Steuern zahlen.

Wenn du nach 2040 in Rente gehst, musst du deine Rürup-Rente zu 100 % versteuern. Bei einem Renteneintritt vor 2040 kannst du dir je nach Renteneintrittsjahr einen dauerhaften Freibetrag von zwischen 1 % und 12 % sichern. Der Hintergrund des Freibetrags ist die Rentenreform von 2005 und damit einhergehend die nachgelagerte Besteuerung.

Man hat sich darauf geeinigt, dass die gesetzliche Rente und alle privaten Zusatzrenten (Basisrente, Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge, …) ab 2005 steuerpflichtig sind. Im Gegenzug gewährt der Staat die Steuervorteile in der Ansparphase.

Zudem hat man den prozentual bis 2040 immer weiter abnehmenden Rentenfreibetrag ins Leben gerufen. Man wollte so einen fairen Übergang von steuerfreien hin zu steuerpflichtigen Renten schaffen.

Bei Einführung der nachgelagerten Besteuerung waren noch dauerhafte Freibeträge in Höhe von bis zu 50 % der Rente drin. Inzwischen gelangen wir immer näher ans Jahr 2040 und der Freibetrag nimmt jedes Jahr 1 % ab.


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