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Rürup-Rente: Die steuerlich geförderte „Basisrente“ kurz und verständlich erklärt

Ein Rundumschlag zur Rürup-Rente – Wir beleuchten die wichtigsten Aspekte rund um die Altersvorsorge mit Rürup auf einer Seite.
Das Wichtigste in Kürze
  • Altersversorgung:
    Bei Abschluss eines Rürup-Vertrages bekommst du im Alter zwei Renten. Einmal die gesetzliche Rente und einmal die Rürup-Rente / Basisrente. Wer nicht gesetzlich rentenversichert war, bekäme nur die Basisrente. Wie hoch die Zusatzrente ist, ergibt sich aus dem vorhandenen Kapital.
  • Steuer:
    Einer der wesentlichen Vorteile der Rürup-Rente ist, dass du deine Investitionen steuerlich geltend machen kannst. Und zwar bis zu 25.639 EUR, von denen das Finanzamt für 2022 94 % anerkennt. Wenn du gesetzlich rentenversichert bist, verstehen sich die 25.639 EUR inklusive der GRV-Beiträge.
  • Berufsgruppen:

    Die Rürup-Rente eignet sich außer für Selbstständige auch für Beamte und Angestellte. Geeignet ist sie für alle, die durch ihre Investitionen in der Lage sind, den Steuervorteil geltend zu machen.

  • Unkündbar:

    Wenn du dich einmal für einen Basisrentenvertrag entschieden hast, kannst du ihn nicht mehr kündigen. Wenn du mit deinem Vertrag mal absolut unzufrieden sein solltest, kannst du ihn beitragsfrei stellen, weniger investieren oder den Anbieter wechseln.

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Selbstständige, Angestellte oder Beamte. Die Rürup-Rente darf jeder abschließen und vor allem von ihren steuerlichen Vorteilen profitieren. Auf dieser Seite findest du alle wichtigen Informationen zur Altersvorsorge mit Rürup. Hast du bereits konkretes Interesse, in die steuerlich geförderte Altersvorsorge einzusteigen? Dann sieh dir den ETF Rürup von Raisin Pension an.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Rürup-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

Mittwochabend, 22:46 Uhr, Bahnhofsvorplatz.

Regen prasselt auf die Windschutzscheibe. Trockene Heizungsluft bläst aus den Lüftungsschlitzen. Und aus den Lautsprechern schallen Schlager. Du wartest und hoffst – darauf, dass jemand die Türe öffnet und höflich fragt, ob du frei bist. Oder dass jemand anruft, um abgeholt zu werden.

Eigentlich hast du 40 Jahre Arbeit hinter dir und bist seit vier Jahren in der wohlverdienten Rente. An einem Abend wie diesem gäbe es viel, was du tun könntest, um deinen Lebensabend zu genießen.

Stattdessen musst du dich aber mit dem Ledersitz des Mercedes arrangieren. Weil das Geld aus der gesetzlichen Rente nicht reicht und du nicht ausreichend vorgesorgt hast. Du brauchst den Job als Taxifahrer, um über die Runden zu kommen.

Es kann aber auch anders laufen. Was wäre, wenn du dich heute entscheidest, vorzusorgen, um genau so eine Situation im Alter zu vermeiden? Wenn du 40 Jahre Arbeit hinter dir hast, darf eben auch mal Feierabend sein. Und die Rürup-Rente oder auch Basisrente kann dir helfen, das Leben nach der Arbeit zu genießen.

Womit haben wir es zu tun?

Geschichte: Wie entstand die Rürup-Rente?

Wir schreiben das Jahr 2005.

Das Rentenniveau steht bei etwa 52,6 % des letzten Arbeitseinkommens. Schon seit Jahrzehnten zeigt sich eine schleichende Tendenz nach unten.

Noch dazu stehen die 52,6 % nur auf dem Papier. Die realen Renten sind noch niedriger. Denn immer mehr Menschen kommen nicht auf 45 Beitragsjahre oder haben weit unter dem deutschen Durchschnittseinkommen der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) verdient. Oder beides.

Das Rentensystem baut auf Rentenpunkten auf.

Für jedes Arbeitsjahr, in dem man das statistische Durchschnittseinkommen* der GRV verdient, erhält man einen Punkt. Wer also 45 Jahre arbeitet und stets das finanzielle Mittel verdient, hat dann 45 Punkte. Mit diesen 45 Punkten erhält man die „Standardrente“, also eine Rente in Höhe des aktuellen Rentenniveaus. Wenn man mehr als das Durchschnittseinkommen verdient hat, bekommt man mehr Punkte. Bei geringerem Einkommen gibt’s für das Jahr den entsprechenden Anteil eines Punktes.

*Durchschnittseinkommen aller GRV-Versicherten 2022 für einen Punkt (vorläufig): 3.242 EUR brutto im Monat – und was verdienst du?

Der Staat muss handeln. 

Man hat sich eine Rentenreform ausgedacht. Man möchte die Bürger für die private, staatlich geförderte Altersvorsorge motivieren, damit sie die Rentenlücke selbst ausgleichen. 

Vor allem Selbstständige brauchen eine vernünftige Option, um fürs Alter vorsorgen zu können. Denn sie sind nicht gesetzlich pflichtversichert. Das bedeutet, dass sie später keine staatliche Rente erhalten, wenn sie sich nicht freiwillig gesetzlich versichern. 

Aus diesem Problem entwickelt sich die Rürup-Rente. 

Der Name kommt vom Erfinder Hans-Adalbert „Bert“ Rürup, einem Wirtschaftsweisen. 

Rürup-Rente: Nur für Selbstständige?

Neben der Rürup-Rente entstand auch die Riester-Rente. Diese sprach mit ihren staatlichen Zulagen – unter anderem für Kinder – die bürgerliche Mitte an. Die Rürup-Rente genoss dagegen ein anderes Image, nämlich „nur für Selbstständige“ geeignet zu sein.

Eigentlich ist das irreführend. Denn genau wie die Riester-Rente ist auch die Rürup-Rente für jede*n als Altersvorsorge geeignet und darf auch abgeschlossen werden, wenn man nicht selbstständig ist.

Genau dieser Punkt kam bei vielen aber nicht an.

Das spiegelt sich auch in der heutigen Verteilung wider. In Deutschland existierten 2020 mehr als 16 Millionen Riester-Verträge und nur unter 5 Millionen Rürup-Verträge. Interessant ist dabei, dass die Riester-Abschlüsse abnehmen und dass sehr viele Verträge ruhen – während die Rürup-Abschlüsse zunehmen.

Wenn du dir ein Bild von beiden machen möchtest: Wir haben einen übersichtlichen und einfach verständlichen Rürup-Riester-Vergleich ausgearbeitet. Darin – sowie im Artikel über die Rürup-Rente und Berufsgruppen – erklären wir auch, für wen sich die Produkte am ehesten lohnen.

Steuervorteile: Du kannst mit Rürup mehr als 20.000 EUR von der Steuer absetzen

2022

94 %

2023

96 %

2024

98 %

2025 + danach

100 %


Ob angestellt oder selbstständig – du zahlst deine Steuer immer im Voraus ans Finanzamt. Die Vorauszahlung richtet sich nach der Höhe deines Jahreseinkommens.

Wenn du die Einzahlungen in deine Rürup-Rente von der Steuer absetzt, verringerst du das zu versteuernde Jahreseinkommen.

Das Finanzamt muss deine Steuer dann anhand des zutreffenden Einkommensteuersatzes neu berechnen. Dabei entsteht eine Differenz zu den Vorauszahlungen – und diese Differenz zahlt dir das Finanzamt zurück.

Ebenso ist relevant, dass du deine spätere Basisrente versteuern musst. Wenn du nach 2040 in Rente gehst, fällt auf 100 % deiner Basisrente Einkommensteuer an. Wenn du vor 2040 in Rente gehst, profitierst du noch von einem kleineren Rentenfreibetrag. Du musst dann nur einen Teil der Basisrente versteuern.

Auf der Seite Rürup-Rente und Steuer erklären wir das alles genauer.

Allgemein kritisieren sehr viele Menschen die Besteuerung der Renten im Alter. Sie reden von einer Doppelbesteuerung. Das Argument ist, dass man Geld versteuern muss, das man früher schon als Einkommen versteuert hat. Andererseits kann man die Einzahlungen in die Altersvorsorge von der Steuer absetzen. Die dadurch entstehenden Vorteile in der Ansparphase sind in der Regel stärker als die steuerlichen „Nachteile“ in der Rentenphase.

Übrigens: Du kannst bei der Rürup-Rente sowohl monatlich investieren als auch Einmalzahlungen leisten oder beides.

Auszahlung: Du bekommst das Geld in Form einer monatlichen Rente bis ans Lebensende

„Wenn ich noch 35 Jahre bis zur Rente habe und jeden Monat 150 EUR einzahle… Mensch… dann habe ich 63.000 EUR auf dem Rürup-Konto.“

Die Euphorie hinter dieser Aussage wird sich legen, sobald du den Rentenbeginn erreichst. Die 63.000 EUR in diesem Beispiel klingen zwar nach viel Geld. Wenn es aber darum geht, dass der Versicherer dir von dem Geld eine Rente bis zum Tod auszahlen soll, ist die Summe relativ gering.

Es ist daher wichtig, einen Rürup-Vertrag auszusuchen, der Renditechancen bietet. Im Zuge des noch andauernden Zinstiefs sind fondsgebundene Rürup-Verträge sinnvoll, aber meist sehr teuer. Außerdem schmälert die Beitragsgarantie die Rendite und schränkt die freie Fondsauswahl ein. Das kann z.B. dazu führen, dass mehr niedrig verzinste Anleihen im Portfolio sind als Aktien und die Anlage im Niedrigzinsumfeld konservativ sein.

Die günstigste Alternative sind Rürup-Verträge mit ETF-Sparplänen. ETFs mit Aktien unterliegen zwar Schwankungen an den Finanzmärkten, bringt aber langfristig Renditechancen. Durch die Wiederanlage von Ausschüttungen vermehrt sich dein Investitionskapital, ähnlich wie beim Zinseszins-Effekt. Mit dem ETF Rürup kannst du so beispielsweise frei in ETFs investieren, auf Wunsch zu 100 % in Aktienfonds und das Portfolio und die darin enthalten Fonds jederzeit online anpassen.

Näheres dazu erfährst du auf unserer Seite Rürup-Rente mit ETFs.

Unkündbar: Was du tun kannst, wenn du deine Rürup-Rente „loswerden möchtest“

Das Leben ändert sich. Warst du beispielsweise eben noch Single, hast du nun Familie und Kinder. Lebtest du eben noch in der Stadt in einer kleinen, teuren Mietwohnung, möchtest du nun weiter außerhalb ein Haus bauen. Damit einhergehend verändert sich auch dein finanzieller Bedarf.

Doch wenn du dachtest, dass du dann einfach an deine Rürup-Rente gehen und sie dir wieder auszahlen lassen kannst, liegst du falsch. Einmal abgeschlossen, ist die Rürup-Rente unkündbar, vergleichbar mit der gesetzlichen Rentenversicherung, aus der du auch nicht einfach austreten kannst.

Das muss dir beim Abschluss bewusst sein: Du tust etwas fürs Alter und das Geld ist für nichts anderes als deine spätere Basisrente gedacht.

Je nach Situation hast du aber drei alternative Optionen:

  1. Wenn du einfach knapp bei Kasse bist, kannst du weniger investieren oder zeitweise pausieren.
  2. Wenn du dauerhaft nicht mehr in die Rürup-Rente investieren möchtest, kannst du sie beitragsfrei stellen.
  3. Wenn du mit deinem Anbieter und den Konditionen unzufrieden bist, kannst du den Anbieter wechseln und deine Rürup-Rente umziehen.

Verträge mit Abschluss vor 2008 haben außerdem die Besonderheit, dass man sie ausnahmsweise doch widerrufen und rückabwickeln kann. Das geht allerdings nur bei schweren Pflichtverletzungen der Anbieter in der Vergangenheit. Das kann der Fall sein, wenn der Anbieter rechtliche Vorschriften missachtet haben, z.B. könnte es eine Rückabwicklung aufgrund eines Widerspruchs bei fehlerhafter Widerspruchsbelehrung geben sowie bei Falschberatung und fehlender Aufklärung über die Risiken und das Produkt. Nach der Rechtsprechung des BGH könnten etwa 80 % der Lebens- und Rentenversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 geschlossen wurden, heute noch widerrufen werden.

Wenn man die Einzahlungen vorher aber von der Steuer abgesetzt hat, muss man sie nun zurückzahlen. Dadurch geht ein beträchtlicher Teil des vorhandenen Geldes verloren. Wenn du sowieso noch keine Rürup-Rente hast, ist das für dich nicht weiter relevant.

Die Alternativen und was mit dem Nachversteuern auf sich hat, erklären wir dir auf unserer Seite Rürup-Rente und Kündigung genauer.

Fazit zur Rürup Rente

Mit der Rürup-Rente hat die Politik für ihre Bürger eine Möglichkeit geschaffen, neben der gesetzlichen Rente selbst fürs Alter vorzusorgen und Steuern zu sparen.

Unterm Strich haben alle Maßnahmen ihre Vorteile und Nachteile. Die echte Stärke der Rürup-Rente sind die Steuervorteile in der Ansparphase. Die Rürup-Rente richtet sich an alle, die mit jährlichen Einzahlungen Steuern sparen wollen. Je höher die Einzahlung, desto höher kann der Steuervorteil ausfallen. Aber auch, wer kleinere Summen einzahlt, kann sich langfristig mit ETFs eine Zusatzrente aufbauen.


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