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Lohnt sich Riester noch? Vorteile & Nachteile im schnellen Überblick

Welche Vorteile hat die Riester-Rente? Welche Nachteile hat sie? Das erfährst du hinter diesem Link.
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Sinnvoll?

    Momentan sprechen mehr Aspekte gegen die Riester-Rente als dafür. Das Problem besteht im weiter andauernden Zinstief im Zusammenhang mit den hohen Riester-Vertragskosten. Vielfach sind die Verträge unwirtschaftlich. Man zahlt drauf und führt die Altersvorsorge ad absurdum. 

  • Zulagen:

    Der große Vorteil der Riester-Rente war immer, dass man eine staatliche Förderung genießen konnte. Diese Förderung gibt es zwar auch weiterhin, aber sie ist kein Gegenhebel zu den Zins-Problemen. Und: Du musst bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um sie überhaupt erst zu erhalten. 

  • Steuer:

    Du kannst inklusive der erhaltenen Zulagen bis zu 2.100 EUR im Jahr steuerlich geltend machen. Somit sind bis zur Rente jedes Jahr Steuervorteile denkbar. Die späteren Auszahlungen sind jedoch zu versteuern. 

  • Rürup-Rente:

    Auch viele Rürup-Verträge haben mit dem Zinstief zu kämpfen. Bei solchen mit einem angeschlossenen ETF-Fondssparplan sieht es aber besser aus. So kann die Rürup-Rente mit ihren Steuervorteilen für viele Menschen eine geeignete Alternative zur Riester-Rente darstellen.

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Die Riester-Rente steht seit Jahren in der Kritik. Gut jeder fünfte Vertrag ruht. Doch warum ist das so? Auf dieser Seite findest du die aktuellen Vorteile und Nachteile. Übrigens: Da die Riester-Rente sowieso unter Druck steht, lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen. So kann sich zum Beispiel auch die Rürup-Rente für dich eignen. Konkretes Beispiel: Der ETF Rürup von Raisin Pension. Dabei kannst du an der Wertentwicklung der internationalen Kapitalmärkte teilhaben und bis zu 25.787 EUR im Jahr steuerlich geltend machen.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Riester-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich meine Riester-Rente mit der Nummer xxx zu sofort beitragsfrei stellen und ruhen lassen…“

So oder so ähnlich sehen auch weiterhin viele Briefe an die deutschen Versicherer aus. Im dritten Quartal 2020 existierten in Deutschland rund 16,38 Millionen Riester-Verträge. Daraus kann man schließen, dass die Riester-Rente die Altersvorsorge der breiten Masse ist. Jedoch ruht etwa jeder fünfte Vertrag.

Die Menschen sind unzufrieden.

Aber warum? Schließlich gibt es jedes Jahr 175 EUR vom Staat dazu. Und wenn man Kinder hat, noch einmal bis zu 300 EUR pro Kind on top. Stell dir vor, du hast Zwillinge – dann fördert dich der Staat – sofern du die geltenden Voraussetzungen erfüllst – mit stolzen 775 EUR im Jahr, zusätzlich zu deinen Investitionen. Und all das Geld kannst du bis 2.100 EUR wiederum in der Steuererklärung geltend machen.

Der Grund für die Missgunst der Versicherten muss also woanders liegen. In vielen Fällen hat es mit hohen laufenden Gebühren und fehlenden Renditen zu tun. Das Zinstief spitzt sich zu: ab 2022 gilt für neue Riester-Verträge rein gesetzlich ein Garantiezins von nur noch 0,25 % im Jahr. Und es gibt noch weitere Nachteile.

Wir ordnen sie.

Vorteile der Riester-Rente

  1. Zulagen: Du bekommst 175 EUR Grundzulage pro Jahr und eine Kinderzulage, wenn du Kinder hast. Wenn dein Kind vor dem 01.01.2008 geboren wurde, umfasst die Kinderzulage 185 EUR im Jahr. Wurde dein Kind am oder nach dem 01.01.2008 geboren, bekommst du 300 EUR im Jahr. Beides gilt pro Kind und solange Kindergeldanspruch besteht. Eine weitere Zulage kannst du abgreifen, wenn du deine Riester-Rente vor dem 25. Geburtstag abschließt – das belohnt Vater Staat mit einmalig 200 EUR („Berufseinsteigerbonus“).
  2. Von der Steuer absetzbar: Das, was du inklusive der Zulagen in deine Riester-Rente investierst, kannst du bis zu einer Summe von 2.100 EUR im Jahr (inklusive erhaltener Zulagen) steuerlich geltend machen. Der effektive Steuervorteil berechnet sich über deinen Einkommensteuersatz und ist geringer. Zudem müssen Versicherte beachten, dass das Finanzamt vor Erstatten des Steuervorteils die Zulagen abzieht.
  3. 30 % Sofortrente: Zum Rentenbeginn darfst du dir aussuchen, ob du das komplette Kapital als monatliche Rente bis ans Lebensende ausgezahlt bekommen möchtest oder ob du bis zu 30 % des Geldes sofort haben möchtest.
  4. „Mittelbar förderberechtigt“: Wenn das Einkommen bei Ehepartnern ungleich verteilt ist, kann eine Sonderregel greifen. Nehmen wir an, du riesterst und bist unmittelbar förderberechtigt, dein Lebenspartner hat allerdings kein oder nur ein sehr geringes Einkommen. Dann braucht deine Partnerin oder dein Partner nur 60 EUR zu investieren, um mittelbar förderberechtigt zu sein und die Grundzulage zu erhalten. Das nennt sich „Sockelbetrag“. Die Kinderzulage gibt es nur für einen von euch beiden.   

Du möchtest mehr investieren und auch mehr steuerlich geltend machen?

Dann ist die Rürup-Rente eine möglicherweise geeignete Alternative für dich. Mit einem Rürup-Vertrag kannst du jedes Jahr bis zu 25.787 EUR steuerlich geltend machen. Wenn du gesetzlich rentenversichert bist, dann zählen die Beiträge in die Rentenversicherung in die 25.787 EUR mit hinein. Das Finanzamt erkennt von der geltend gemachten Summe 2021 einen Anteil von 92 % an.

Nachteile der Riester-Rente

  1. Beitragsgarantie: Durch die Beitragsgarantie erhalten Riester-Sparer mindestens die eingezahlten Beiträge zzgl. Zulagen als Rente ausgezahlt. Was sich wie ein Vorteil anhört, ist in Wirklichkeit nicht vorteilhaft, denn durch diese Garantie ist die Fondsauswahl der Riester-Anbieter eingeschränkt. Die Anlagestrategie ist konservativ und bleibt auf Anlageklassen beschränkt, die eine hohe Sicherheit bei niedrigen Renditechancen aufweisen. Das wirkt sich nachteilig auf die Höhe der späteren Rente aus. 
  2. Hohe Abschlusskosten und laufende Gebühren:Bei Abschluss einer Riester-Rente fallen erhebliche einmalige Kosten an. Ferner entstehen laufende Gebühren. Da die Verträge auf der anderen Seite aufgrund der oben beschriebenen Beitragsgarantie kaum Zinsen erwirtschaften, sind viele von ihnen unwirtschaftlich.
  3. Mindesteinzahlung:Um förderberechtigt zu sein und die Zulagen zu erhalten, musst du mindestens 4 % deines Bruttoeinkommens im Vorjahr in Riester investieren. Ab dem Einkommen, bei dem die 4 % mehr als 2.100 EUR ausmachen, gelten immer pauschal 2.100 EUR. Die erwartbaren Zulagen sind inklusive. Natürlich könntest du auch mehr investieren, wenn du möchtest.
  4. Keine Kinder?Seien wir ehrlich – die Kinderzulage von bis zu 300 EUR pro Kind pro Jahr ist ein Trumpf der Riester-Rente. Die Grundzulage von 175 EUR im Jahr ist zwar auch nett, macht aber selbst auf 30 Jahre hochgerechnet keinen besonderen Unterschied. 30 Jahre x 175 EUR macht 5.250 EUR Zuschüsse – das ist “nice to have”, aber nicht weltverändernd. Allerdings können Steuervorteile hinzukommen.
  5. Teure Kündigung:Viele Versicherte sind unzufrieden und lassen ihre Verträge ruhen. Sie könnten ihre Verträge zwar auch auflösen, aber dann müssten sie alle erhaltenen Zulagen und die vorher steuerlich abgesetzten Investitionen zurückzahlen. Dadurch ginge ein bedeutender Teil des Geldes verloren. Einmal mehr spielen auch bisher angefallene Abschlusskosten und Gebühren eine Rolle. Wenn man den Vertrag nur ruhen lässt, bleiben die Zulagen erhalten und man muss nichts zurückzahlen. Trotzdem ist die Riester-Rente in der Hinsicht unflexibel.
  6. Steuer nach Rentenbeginn:Seit 2005 gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: In der Ansparphase kannst du deine Einzahlungen steuerlich geltend machen und im Rentenalter musst du deine Auszahlungen versteuern. 

Alternative zur Riester-Rente: ETF Rürup von Raisin Pension

Sie wollen auf die Beitragsgarantie verzichten und suchen eine staatlich geförderte Altersvorsorge mit freier Fondsauswahl und bis zu 100 % Aktienquote? Das ist mit dem ETF Rürup möglich. Erfahren Sie mehr zu der Funktionsweise und den Steuervorteilen.

Lohnt sich Riester?

Genau wie jede andere Altersvorsorge hat auch die Riester-Rente ihre Vorteile und Nachteile. Bei der Antwort darauf, ob sich Riester für dich lohnt, kommt es auf viele individuelle Aspekte, genaue Konditionen und deine Erwartungen an. Die Frage ist deshalb nicht pauschal beantwortbar.


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