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Riester und die Rentengarantiezeit: Was passiert, wenn man stirbt?

Ist die Riester-Rente vererbbar / übertragbar? Ja, ist sie, aber nur mit einem aktivierten Hinterbliebenenschutz. Auf dieser Seite erfährst du mehr zu den Möglichkeiten.
Lesedauer 6 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Hinterbliebenenschutz:

    Wenn du keinen Hinterbliebenenschutz vereinbart hast, fließt das Geld mit deinem Tod zurück an einen Pool von Versicherten oder ein Kundenkollektiv und kommt den Kunden in diesen Verträgen zugute. Ebenso ist das der Fall, wenn man nicht verheiratet war und es auch kein Kind oder andere in einem Testament festgehaltene Erben gibt.

  • Erbmöglichkeiten:

    Todesfall in der Ansparphase: Warst du verheiratet, kann die Ehepartnerin oder der Ehepartner innerhalb eines Jahres nach deinem Tod einen eigenen Riester-Vertrag eröffnen und das Geld aus deinem Vertrag übertragen lassen. Alternative: Lebenslange monatliche Witwenrente. Ohne Ehepartner ist auch eine Waisenrente an ein kindergeldberechtigtes Kind denkbar.

  • Rentengarantiezeit:

    Bei der Rentengarantiezeit erhalten Hinterbliebene im Falle deines Ablebens innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach Rentenbeginn das restliche verbleibende Kapital im Vertrag ausgezahlt.

  • Höchstschutz:

    Die Restkapitalabfindung oder Hinterbliebenenrente geht eine Spur weiter als die Rentengarantiezeit. Wann der Zeitpunkt des Todes eintritt, ist hier egal. Das restliche Kapital im Riester-Vertrag geht als lebenslange monatliche Rente an den Ehepartner oder die Ehepartnerin über.

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Hinweis: Wenn wir auf dieser Seite von Ehepartnern reden, sind grundsätzlich auch eingetragene Lebenspartner mit gemeint.

Sofern man beim Abschluss einen Hinterbliebenenschutz aktiviert hat, ist die Riester-Rente im Todesfall übertragbar. Je nach Todeszeitpunkt in der Ansparphase oder Rentenphase gibt es verschiedene Regelungen. Wesentliche Stichpunkte sind dabei die „Rentengarantiezeit“ und „Hinterbliebenenrente“. Auf dieser Seite erklären wir dir das näher. Doch kommen wir zunächst noch kurz zu einer Riester-Alternative: Denn weil sich Riester-Verträge kaum mehr rentieren, kann sich die Rürup-Rente als Altersvorsorge für viele mehr lohnen. Zumindest in Verbindung mit einem Fondssparplan. Der ETF Rürup von Raisin Pension verbindet Steuervorteile bis 25.787 EUR im Jahr mit den Chancen an den internationalen Finanzmärkten:

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die statistische Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 83,4 Jahren für Männer und 78,6 Jahren für Frauen. Rein statistisch wirst du also einige Jahre etwas von deiner Riester-Rente haben. Sobald du in Rente bist, bekommst du das vorhandene Kapital als monatliche Rente bis ans Lebensende ausgezahlt. Wahlweise kannst du dir 30 % des Kapitals sofort bei Renteneintritt auszahlen lassen.

Doch was ist, wenn du früher stirbst? Vielleicht schon kurz nach dem Rentenbeginn? Oder sogar noch in der Ansparphase? Niemand kann einen solchen Fall vorhersehen. Die Antwort ist: Hast du beim Abschluss der Riester-Rente einen Hinterbliebenenschutz vereinbart, ist diese vererbbar, das heißt: übertragbar.

Und zwar in verschiedenen Formen.

Todesfall in der Ansparphase

Bei einem Todesfall in der Ansparphase kommt es darauf an, ob es einen Ehepartner oder eine Ehepartnerin oder ein kindergeldberechtigtes Kind gibt.

Ehepartner oder Ehepartnerin

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Hinterbliebene Ehepartnerinnen und Ehepartner haben das Recht, sich dasGeld aus deinem Vertrag übertragen zu lassen. Und zwarinklusive der Zulagenund auch der bis dahin erzieltenZinsen oder Renditen. Sie müssen dazuinnerhalb von 12 Monaten einen eigenen Riester-Vertrag abschließen.Alternativ kann der Ehepartner auch eine monatliche und lebenslange Witwenrente erhalten.

Alternativ kann deine Ehepartnerin oder dein Ehepartner deine Riester-Renteauch kündigen und sich das Geld auf diese Weise auszahlen lassen. Das Gesetz spricht dann jedoch von einer „schädlichen Verwendung“. Infolgedessen möchte der Staat alle gewährten Zulagen zurückhaben und zuvor steuerlich geltend gemachte Beiträge versteuert wissen. 

1 Paragraph Riester-Rente Todesfall

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Dieser Punkt ist für geschiedene Eltern wichtig. Wenn kein/e Ehepartnerin oder Ehepartner mehr vorhanden ist, aber ein noch kindergeldberechtigtes Kind, kann das Kind die Riester-Rente erben. Gemeinhin definiert das Gesetz hier eine Altersgrenze:

  1. Kind ist unter 25: Das in der Riester-Rente vorhandene Kapital wird als monatliche Waisenrente auf die Zeit bis zum 25. Geburtstag verteilt. Zinsen und erhaltene Zulagen bleiben normalerweise erhalten.
  2. Kind ist über 25: Das Kind kann sich das Kapital auszahlen lassen, muss das Geld aber versteuern und auf die Zulagen verzichten. Jene werden vor der Auszahlung abgezogen und dem Staat zurückgegeben.Der Schritt, eine neue Riester-Rente zu eröffnen und das Geld übertragen zu lassen (so wie bei Ehepartnern zuvor beschrieben), funktioniert bei Kindern nicht. 

Todesfall in der Rentenphase

In der Ansparphase geht es vielmehr darum, das vorhandene Kapital zu „retten“, weniger um einen „Hinterbliebenenschutz“. Der tatsächliche Hinterbliebenenschutz in Form der Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenrente greift erst bei einem Todesfall in der Rentenphase. Und dann auch nur bei Ehepartnern.

Für Kinder gelten die gleichen Regeln wie beim Tod in der Ansparphase. Weil sie vermutlich über 25 Jahre alt sind, wenn du im Rentenalter bist, kommt ohnehin nur eine förderschädliche Auszahlung infrage.

Das bedeutet, dass du nicht das komplette vorhandene Kapital ausgezahlt bekommen würdest, sondern vorher alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen musst. Auch anfangs berechnete anbieterseitige Gebühren können noch ein Thema sein, sofern sie bis dato noch nicht ausgeglichen wurden. Vom vorhandenen Kapital bleibt so nur ein Bruchteil übrig.

Rentengarantiezeit

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Viele Riester-Verträge beinhalten eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren. Das bedeutet: Wenn du mit 67 in Rente gehen würdest, dann würde dieser Hinterbliebenenschutz für 10 Jahre “wirken”, bis du 77 Jahre alt bist. Solltest du innerhalb des Zeitraums sterben, dann wird die monatliche Rente bis zum Ende des 10 Zeitraums an deine Ehepartnerin oder deinen Ehepartner ausgezahlt.

Die Zulagen bleiben für Ehepartner anteilig erhalten. 

Beispiel:

Man hat eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren ab Rentenbeginn mit 67 und stirbt bereits mit 70. Bis zum Ende der Rentengarantiezeit verbleiben dann noch 7 Jahre. Die Hinterbliebenen erhalten eine Rente aus dem Kapitalwert der noch ausstehenden 7 Jahre Rentenanspruch. 

Restkapitalabfindung / Hinterbliebenenrente

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Die Restkapitalabfindung ist der höchste Hinterbliebenenschutz, den du für deine Partnerin oder deinen Partner vereinbaren kannst. Der Versicherer zahlt die Riester-Rente im Todesfall an sie oder ihn aus. Auch hier bis ans Lebensende. DieHöhe der Auszahlung richtet sich generell nach Alter und Lebenserwartung der oder des Hinterbliebenen. Zulagen bleiben erhalten. 

Abschlusskosten / laufende Kosten: Je nachdem, für welchen Hinterbliebenenschutz man sich entscheidet, kann sich das auf die Abschlusskosten oder laufenden Kosten der Altersvorsorge auswirken. Diese können sich wiederum auf die Höhe des vorhandenen Kapitals zum Rentenbeginn auswirken.


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