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Riester-Rente in der Steuererklärung: Welche Anlage brauchst du und was bekommst du zurück?

Riester-Rente & Steuer – hier findest du alles, was du wissen musst. Wie absetzen? Wie viel absetzen? Wie viel gibt’s zurück? Und muss ich meine Riester-Rente versteuern?
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Anlage:

    Die Anlage AV ist ein spezieller Vordruck extra für die Steuererklärung der Riester-Rente.

  • Höchstsumme:

    Pro Jahr kann man eine Höchstsumme bis 2.100 EUR inklusive der erhaltenen Zulagen steuerlich geltend machen. Denke daran, dass das Finanzamt die Zulagen abzieht, bevor es dir die Steuerdifferenz erstattet. (Übrigens: Das passiert bei der Rürup-Rente nicht.)

  • Rente:

    Aufgrund der nachgelagerten Besteuerung sind deine Riester-Auszahlungen später steuerpflichtig. Dabei ist es irrelevant, ob wir über eine monatliche Rentenzahlung bis ans Lebensende oder über die 30-%-Sofortrente reden.

Du liest gerade:

Um deine Riester-Rente steuerlich geltend zu machen, musst du deiner Steuererklärung die Anlage AV beilegen. Weil die Anlage AV komplexer ist, kann sich die Hilfe eines Steuerberaters auszahlen. Ganz allgemein kannst du Einzahlungen bis zu 2.100 EUR im Jahr (inklusive erhaltener Zulagen) geltend machen. Für später gilt: Im Rentenalter sind alle Riester-Auszahlungen steuerpflichtig zum persönlichen Einkommensteuersatz. Die Details rund um Riester und Steuer: Auf dieser Seite. Und wenn du bis zu 23.687 EUR mehr steuerlich geltend machen möchtest als bei der Riester-Rente, dann sieh dir den ETF Rürup von Raisin Pension an:

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Riester-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

Die Steuererklärung steht an und da du inzwischen einen Riester-Vertrag hast, steht die Frage im Raum: Wie setze ich die Riester-Rente von der Steuer ab? 

Fakt ist: Die Riester-Rente von der Steuer abzusetzen, ist gar nicht so einfach. Denn statt wie bei der Rürup-Rente nur deine Einzahlungen in ein einzelnes Feld einzutragen, musst du für die Riester-Rente eine eigene Anlage ausfüllen. 

Diese zusätzliche Anlage für Riester hat den Hintergrund, dass du staatliche Zulagen erhältst, die wiederum von bestimmten Einkommenshöhen abhängen. Damit das Finanzamt alles nachvollziehen kann, braucht es eine Rundum-Information. Es reicht nicht, einfach nur zu sagen, was man in die Riester-Rente investiert hat. 

„Warum so kompliziert? Wieso sind die einzelnen Behörden nicht einfach miteinander verbunden und wissen Bescheid?“ – tja. Das ist leichter gefragt als beantwortet :-) Und genau deshalb ist es für die ein oder anderen, die durch die sogenannte Anlage AV nicht durchblicken, sinnvoll, einen Steuerberater heranzuziehen. 

Du findest auf dieser Seite keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um die Steuererklärung auszufüllen. Aber du findest alle relevanten Informationen, die rund um Riester, die Steuer und die Steuererklärung relevant sind. Beachte dabei: Dieser Text dient allein der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Steuerberatung dar.

Beispiel: Riester-Rente von der Steuer absetzen

Stell dir folgende Ausgangssituation vor: 

  1. Du hast ein kürzlich geborenes Kind.
  2. Du hast letztes Jahr 40.000 EUR brutto verdient. 
    1. Dieses Jahr ist das Einkommen gleich (relevant hinsichtlich Einkommensteuersatz).
  3. Um die Riester-Förderung zu bekommen, musst du inklusive der erwartbaren Zulagen mindestens 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens oder höchstens 2.100 EUR investieren. Bei einer Grundzulage von 175 EUR und einer Kinderzulage von 300 EUR beläuft sich dein Eigenbeitrag in die Riester-Rente auf 1.125 EUR. Sprich: Du hast selbst 1.125 EUR investiert, der Staat hat 475 EUR draufgelegt, macht insgesamt 1.600 EUR und 4 % von 40.000 EUR im letzten Jahr.

In der Steuererklärung findet nun praktisch eine Rückabwicklung dessen statt: 

  1. Du gibst an, dass du 1.125 EUR in die Riester-Rente eingezahlt hast.
  2. Außerdem gibst du an, dass du 475 EUR Riester-Förderung erhalten hast (also Grundzulage und Kinderzulage). 

Zusätzlich machst du Angaben etwa zu den Kindern und deinem rentenversicherungspflichtigen Einkommen. Das muss alles mit in die Steuererklärung und deshalb ist die Anlage AV auch komplexer bzw. aufwändiger als andere Anlagen. 

Was das Finanzamt nun macht: 

  1. Du hast steuerliche Vorauszahlungen ans Finanzamt geleistet.
  2. Jetzt machst du 1.600 EUR steuerlich geltend und das Finanzamt zieht die Summe von deinem zu versteuernden Einkommen ab.  
  3. Jetzt musst du statt der beispielhaften 40.000 EUR also nur noch 38.400 EUR versteuern. Das Finanzamt berechnet deine Steuerlast neu. Dabei entsteht eine Differenz zu den geleisteten Vorauszahlungen.
    1. Natürlich werden auch noch diverse andere Positionen aus deiner Steuererklärung mit verrechnet – es ist also nicht gesetzt, dass du effektiv etwas zurückbekommst.
  4. Die berechnete Differenz wäre jedenfalls dein Steuervorteil, den du normalerweise erstattet bekommst.
  5. Bevor dir das Finanzamt die Differenz aber gutschreibt, zieht es die erhaltenen Zulagen ab – in unserem Beispiel also 475 EUR. Dein tatsächlicher Riester-Steuervorteil ist, was danach übrig bleibt.

Noch einmal betont: Dieser Text ist keine Steuerberatung und Steuern sind weit komplexer, als wir sie in diesem Beispiel runtergebrochen haben. Damit alles glatt über die Bühne geht, lass dich gegebenenfalls durch eine Fachperson beraten.

Riester-Rente versteuern: Was ist mit den Auszahlungen im Rentenalter?

Kurz und schmerzlos:

Du musst alle Riester-Auszahlungen später zu deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Der Hintergrund ist die 2005 eingeführte nachgelagerte Besteuerung im Rahmen der damaligen Rentenreform.

Eine Sache zur Sofortrente:

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Wenn du dir 30 % des Geldes sofort zum Renteneintritt auszahlen lassen möchtest (was bei Riester grundsätzlich möglich zur Wahl steht), ist die Steuerlast vermutlich noch recht hoch. Der Grund dafür ist, dass du im Jahr deines Renteneintritts wahrscheinlich auch noch Arbeitseinkommen generiert hast. 

Die Höhe deines Einkommensteuersatzes wird von der Höhe deines Einkommens bestimmt. Das Arbeitseinkommen ist meistens höher als das Renteneinkommen. Deswegen ist der Steuersatz beim Renteneintritt auch noch höher als er später ist. Noch dazu spielen der „Durchschnittssteuersatz“ und der „Grenzsteuersatz“ eine Rolle. 

Der Durchschnittssteuersatz ist der, der auf dein normales Arbeitseinkommen anfällt. Wenn du beispielsweise 40.000 EUR verdienst, dann umfasst der Durchschnittssteuersatz laut Einkommensteuertabelle 21 %. 

Für jeden Euro, den du zusätzlich zum normalen Arbeitseinkommen verdienst und nachträglich versteuerst, gilt der Grenzsteuersatz. Er trifft also auch auf eine etwaige Riester-Sofortrente zu. In unserem Beispiel mit 40.000 EUR Arbeitseinkommen ist der Grenzsteuersatz mit 35 % deutlich höher als der Durchschnittssteuersatz. 

Wenn du später einen Teil des Kapitals sofort auszahlen lassen möchtest, muss dir also bewusst sein, dass nach Steuerabzug nur ein Teil davon übrig ist. Bei den monatlichen Auszahlungen bis zum Lebensende ist der Steuersatz dann sehr wahrscheinlich geringer, da das allgemeine Renteneinkommen geringer ist.

Alternative Rürup-Rente: Höhere Beträge geltend machen


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