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Riester-Rente kündigen: Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen

Wenn du deine Riester-Rente kündigst, musst du deine Zulagen zurückzahlen und Beiträge nachversteuern, die du vorher steuerlich abgesetzt hast.
Lesedauer 6 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Gesetz:

    Schädliche Verwendung: Weil das Rentenniveau sinkt, hat der Staat unter anderem die Riester-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorge ins Leben gerufen. Man fördert dich aber nur, wenn du bis zur Rente kontinuierlich investierst. Gehst du vorher ans Geld, ist das eine „schädliche Verwendung“.

  • Konsequenzen:

    Die schädliche Verwendung bei einer Kündigung führt dazu, dass Du alle erhalten Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen musst, sofern du sie vorher steuerlich abgesetzt hast. Zudem hast du nachher natürlich keine zusätzlichen Renteneinkünfte mehr. 

  • Rückkaufswert:

    Der Rückkaufswert ist die Summe, die nach den Steuernachzahlungen und der Rückzahlung der Zulagen noch bleibt. Unter Umständen erhebt der Anbieter außerdem Gebühren.

  • Alternativen:

    Du kannst den Anbieter wechseln, wenn du mit diesem unzufrieden bist. Und du kannst den Vertrag beitragsfrei stellen bzw. ruhen lassen, wenn du temporär oder dauerhaft nichts mehr investieren willst. Wenn das Geld für eine selbst genutzte Immobilie gedacht ist, gibt es in Form des Wohn-Riesters eine Ausnahme.

Du liest gerade:

„Kann ich meine Riester-Rente kündigen und auszahlen lassen?“ Ja. Kannst du. Dir muss aber bewusst sein, dass du von dem vorhandenen Geld alle erhalten Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen musst. Gesetzlich ist auch von einer „schädlichen Verwendung“ die Rede. Neben einem Beispiel für den Rückkaufswert findest du hier alle relevanten Informationen. Bedenke: Wenn du die Riester-Rente kündigst, geht deine Altersvorsorge verloren. Viele Versicherte kündigen ihre Riester-Rente, um mit dem, was sie rausbekommen, zur Rürup-Rente zu wechseln. Zum Beispiel zum ETF Rürup von Raisin Pension: An der Wertentwicklung der weltweiten Finanzmärkte teilhaben und bis zu 25.787 EUR im Jahr steuerlich geltend machen. 

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Du: „Ich möchte meine Riester-Rente nicht mehr.“

Staat: „Nicht? Warum nicht?“ 

Du: „Wir arbeiten so viel. Wir möchten uns einfach mal ausgiebig etwas gönnen und können Geld gebrauchen.“ 

Staat: „Aha.“

Du: „Ja – und auf meinem Riester-Konto sind ja die rund 30.000 EUR. Das wäre gutes Geld. Ich habe erfahren, dass ich nachher sowieso keine so hohe Zusatzrente bekomme…“ 

Staat: „Hm.“ 

Du: „Also? Kann ich die Riester-Rente kündigen?“ 

Der Staat räuspert sich: 

„Na ja. Du kannst deine Riester-Rente schon kündigen. Aber ich habe dir jahrelang Zulagen dazu gepackt. Und ich hab dir Vorteile bei der Steuer verschafft. Ich wollte dir helfen, dich fürs Alter zu wappnen. Wenn du jetzt aussteigst, dann will ich die Zulagen und Steuervorteile zurück. Das ist eine schädliche Verwendung.“ 

Unterm Strich: 

Ob du dir was gönnen möchtest, mit dem Anbieter unzufrieden bist oder die Riester-Rente doch als für dich ungeeignet empfindest: Wenn du kündigst, ist der Staat knallhart. Außer, du verwendest das Geld für eine eigengenutzte Immobilie („Wohn-Riester“). 

Das vertiefen wir auf dieser Seite:

Riester-Rente kündigen: Beispiel für Rückkaufswert

Unter Umständen lohnt es sich bei einem Verlust von 6.740,80 EUR und mehr kaum, die Riester-Rente zu kündigen. Würde man den Vertrag nur beitragsfrei stellen und ruhen lassen, müsste man auch keine Steuern nachzahlen und Zulagen zurückgeben.

Greifen wir das Beispiel aus dem obigen Dialog noch mal hypothetisch auf. 

Du hast dich früh für die Riester-Rente entschieden. Inzwischen sind 16 Jahre vergangen. 16 Jahre, in denen du kontinuierlich 145 EUR im Monat eingezahlt hast. In Summe waren das 1.740 EUR im Jahr und das entsprach den Förderungsvoraussetzungen. So hast du dir jedes Jahr 175 EUR Grundzulage gesichert. 

Rechnung:16 Jahre x 145 EUR pro Monat Eigenbeitrag = 27.840 EUR.Dazu 16 Jahre x 175 EUR Grundzulage = 2.800 EUR.Dein Konto steht also bei 30.640 EUR. 

Stell dir nun vor, dass du in den letzten 16 Jahren gleichbleibend 43.500 EUR brutto pro Jahr verdient und damit einen Steuersatz von 22 % hattest. Natürlich hast du deine Investitionen in die Riester-Rente steuerlich geltend gemacht. Deine Steuervorteile belaufen sich zusammen auf 3.940,80 EUR. 

Rechnung:1.740 EUR Eigenbeitrag + 175 EUR Grundzulage pro Jahr steuerlich geltend gemacht, also 1.915 EUR.Davon 22 % Steuersatz ergeben eine Zwischensumme von 421,30 EUR.Das Finanzamt zieht von diesem normalerweise erstatteten Betrag die erhaltene Grundzulage von 175 EUR ab, was eine Erstattung von 246,30 EUR ergibt.Das auf 16 Jahre hochgerechnet sind 3.940,80 EUR. 

Rückkaufswert: 

Kontostand

30.640 EUR

Minus bis dato erhaltene Zulagen

- 2.800 EUR

Minus nachzuzahlende Steuer

- 3.940,80 EUR

Rückkaufswert

23.899,20 EUR

“Verlust”

6.740,80 EUR

Die Rückzahlung der Zulagen und der Steuervorteile ist nicht das einzige. Auch die anbieterseitigen Gebühren musst du beachten, also Abschlusskosten und laufende Kosten. Sie schmälern den Rückkaufswert zusätzlich. Wir betonen noch einmal, dass es sich hierbei um ein Beispiel handelt, das keiner realen Situation entsprechen muss. Bitte wende dich an deinen Versicherer, wenn du konkrete Fragen zu deiner Riester-Rente und zum Rückkaufswert hast.

Unter Umständen lohnt es sich bei einem Verlust von 6.740,80 EUR und mehr kaum, die Riester-Rente zu kündigen. Würde man den Vertrag nur beitragsfrei stellen und ruhen lassen, müsste man auch keine Steuern nachzahlen und Zulagen zurückgeben.

Merke: Wenn du dich für eine Riester-Rente entscheidest, ist das eine bewusste Entscheidung dafür, fürs Alter vorzusorgen. Du schließt die Riester-Rente nicht für einen kurz- oder mittelfristigen Vorteil ab, sondern, um im Alter deine Rentenlücke zu schließen. Das Geld ist ausschließlich dafür gedacht.

Ausnahme Wohn-Riester: Riester-Rente kündigen ohne Konsequenzen

Mehr dazu erfährst du auf der Seite zum Wohn-Riester. Der Wohn-Riester ist eine Unterform der Riester-Rente und speziell mit dem Kauf und der Finanzierung einer Immobilie verbunden. Du kannst eine normale Riester-Rente jederzeit in einen Wohn-Riester umwandeln und das Geld verwenden, um eine förderbare Immobilie zu kaufen oder einen Kredit abzubezahlen. 

Dadurch entstehen dir keine Verluste. Es ist keine „Kündigung“ in dem Sinne, sondern nur eine Umwandlung in eine neue Vertragsform.

Mehr dazu erfährst du auf der Seite zum Wohn-Riester.

Rürup-Rente als Alternative?

In Deutschland existieren mehr als 16 Millionen Riester-Verträge. Jeder fünfte davon ruht. Die Versicherten sind unzufrieden. Viele von ihnen wechseln zur Rürup-Rente. Die Rürup-Rente ist praktisch das Gegenstück zu Riester und hat den Vorteil, dass man deutlich höhere Summen steuerlich geltend machen kann – sofern investiert. Bis zu 25.787 darfst du in der Steuererklärung jährlich angeben. Das Finanzamt erkennt 2021 einen erheblichen Anteil von 92 % davon an. 

Erfahre mehr auf unserer Seite zur Rürup-Rente

Mehr zum ETF Rürup

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