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Riester in der Elternzeit: So bekommst du die staatlichen Zulagen weiterhin

„Erhalte ich auch während der Elternzeit weiter meine staatliche Riester-Förderung?“ Ja. Und auf dieser Seite erfährst du, wie.
Lesedauer 6 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Zulagen-Voraussetzung 1 von 2:

    Rentenversichert sein: Obwohl du in Elternzeit kein Arbeitseinkommen generierst und nichts in die Rente einzahlst, bist du rentenversichert. Der Staat übernimmt deine Einzahlungen und schreibt dir bis zu 3 Rentenpunkte gut („Kindererziehungszeit“).

  • Zulagen-Voraussetzung 2 von 2:

    Im ersten Elternzeitjahr musst du einen Mindestbeitrag von 4 % vom letzten Jahres-Bruttogehalt einzahlen. Im Elternzeitjahr danach sind es mindestens 5 EUR im Monat, um die Grundzulage zu erhalten.

  • Teilzeit:

    Wenn du weiter arbeiten gehst, gelten für die Förderung die normalen Bestimmungen. Sprich: Investitionen in Höhe von 4 % deines Bruttoeinkommens im letzten Jahr inklusive der erwartbaren Zulagen (höchstens 2.100 EUR).

  • Kinderzulage:

    Pro Kind gibt es bis zu 300 EUR im Jahr, solange das Kind einen Kindergeldanspruch hat. Da dieser Anspruch bis zu 25 Jahre bestehen kann, kann die Kinderzulage bis zu 25 x 300 EUR pro Kind umfassen, also 7.500 EUR. Allerdings gibt es die Zulage nur für einen Elternteil.

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„Bleibt mir die staatliche Riester-Förderung auch in der Elternzeit erhalten, wenn ich nicht arbeite und nichts in die gesetzliche Rente einzahle?“ Die Antwort lautet: Ja. Entgegen der normalerweise geltenden Regeln haben frisch gebackene Mamas und Papas Vorteile. Das betrifft jedoch nur die Kinderzulage – die steuerlichen Vorteile sind auch weiterhin eher übersichtlich. Für Leute, die lieber mehr steuerlich geltend machen möchten und auf die 300 EUR pro Jahr Kinderzulage verzichten können, kann die Rürup-Rente eine Alternative sein. Beim ETF Rürup von Raisin Pension kannst du an der Wertentwicklung der internationalen Kapitalmärkte teilhaben und bis zu 25.639 EUR im Jahr steuerlich geltend machen.

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Elternzeit / Kindererziehungszeit: Warum bin ich rentenversichert, auch wenn ich nichts einzahle?

Fakten rund um die Elternzeit und Rentensituation:

  1. Wann beginnt die Elternzeit?
    Egal, ob du angestellt oder selbstständig bist – du hast in beiden Fällen das Recht auf Elternzeit und Elterngeld. Als Mama beginnt deine Elternzeit mit dem Ende des Mutterschutzes, also 8 oder spätestens 12 Wochen nach der Geburt deines Kindes. Als Papa darfst du sofort nach der Geburt in Elternzeit gehen.

  2. Wie lange dauert die Elternzeit an?
    Ihr könnt euch beide zusammen bis zu 36 Monate nehmen. 2 Monate pro Person sind Pflicht, ansonsten dürft ihr die anderen Monate beliebig untereinander aufteilen. Bei vielen Paaren geht der Papa nach seinen “Pflichtmonaten” wieder arbeiten und überlässt den Rest der Monate seiner Partnerin. Manche Paare entscheiden sich aber auch für 50/50 oder teilen die Zeit ganz anders auf.
  3. Aufteilung der Elternzeit:
    Die Rentenversicherung erwartet eine Erklärung von euch, wie ihr die Elternzeit aufteilt, um dann die entsprechenden Rentenpunkte zu verteilen. Liegt keine Erklärung vor, dann nimmt die Rentenversicherung an, dass die Mama die volle Elternzeit nimmt.

  4. Rentenversicherung: Wie lang auch immer du in Elternzeit bist, du bist weiterhin rentenversichert. Das nennt sich Kindererziehungszeit. Obwohl du ja nicht arbeiten gehst und nichts in die Rente einzahlst, verhält sich der Staat so, als würdest du beides tun. Pro Jahr Elternzeit schenkt man dir einen Rentenpunkt.

Rentenpunkte

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Das deutsche Rentensystem baut auf gesammelten Rentenpunkten auf.

Für jedes Jahr, in dem du das durchschnittliche Einkommen aller GRV-Versicherten verdient hast, wird dir ein Punkt gutgeschrieben. Verdienst du mehr, bekommst du im Verhältnis mehr Punkte. Verdienst du weniger, bekommst du im Verhältnis den Bruchteil eines Punktes. 2021 lag das Durchschnittseinkommen bei rund 3.461 EUR brutto / Monat (West) und dementsprechend 41.541 EUR brutto / Jahr. Dabei handelt es sich um den vorläufigen Wert von 2021, über den erst noch final entschieden wird.

Beispiele anhand des 2021er Durchschnittseinkommens (alte Bundesländer):

  • Du hast genau 41.541 EUR brutto verdient = 1 Punkt
  • Du hast 30.000 EUR brutto verdient = 0,72 Punkte
  • Du hast 60.000 EUR brutto verdient = 1,44 Punkte

Das Höchstmaß bei diesen Rechnungen bildet die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese lag 2021 bei 7.100 EUR im Monat in den alten sowie 6.700 EUR in den neuen Bundesländern. 2022 liegt sie bei 7050 EUR im Westen und 6750 EUR im Osten. Die maximal erhältlichen Rentenpunkte sind im Rahmen der Beitragsbemessungsgrenze limitiert. In den alten Bundesländern konnte man 2021 also nur höchstens rund 2,05 Rentenpunkte erhalten. In den neuen Bundesländern gilt ein anderes Durchschnittseinkommen, wodurch auch dort im Verhältnis rund bis zu 2,05 Rentenpunkte drin war. 2022 soll der Wert auf 2,17 erhöht werden.

Die Anzahl der Punkte entscheidet mit weiteren Faktoren darüber, wie hoch deine spätere gesetzliche Rente ist. Hat man zum Rentenbeginn genau 45 Punkte, erhält man die „Standardrente“, also eine Bruttorente in Höhe des aktuellen Rentenniveaus. Dieses liegt momentan bei knapp über 45 % des letzten Bruttogehalts, tendenziell sinkend.

Mindestinvestition für Riester-Förderung: Worauf muss ich mit Beginn der Elternzeit achten?

Die andere Voraussetzung für deine Zulagen neben der Rentenversicherung lautet: Investiere mindestens 60 EUR pro Jahr in deinen Riester-Vertrag, also mindestens 5 EUR pro Monat. Diese „magische Grenze“ nennt sich Sockelbetrag. Wenn du die Mittel hast und mehr investieren möchtest, kannst du das natürlich tun.

Falls du in Teilzeit weiterarbeitest, gelten die gleichen Bestimmungen wie sonst auch. Der Staat erwartet für die Zulagen, dass du mindestens 4 % deines Bruttoeinkommens aus dem vergangenen Jahr investierst. Bei einem letztjährigen Bruttoeinkommen von mehr als 52.500 EUR zieht der Staat bei 2.100 EUR Mindestinvestition inklusive Zulagen einen Schlussstrich. Näheres kannst du auf unserer Seite zu den Zulagen nachlesen.

Kinderzulage: 300 EUR pro Kind pro Jahr

Die Kinderzulage von 300 EUR pro Kind pro Jahr (zusätzlich zur Grundzulage) ist einer der Vorteile der Riester-Rente. Für viele frisch gebackene Eltern ist die Geburt des Kindes aufgrund der Kinderzulage Anlass, um einen Riester-Vertrag abzuschließen.

Du hast Anspruch auf die Kinderzulage, solange du Anspruch auf Kindergeld hast. Das ist unter Umständen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr des Kindes der Fall. Bis zu 300 EUR pro Jahr auf bis zu 25 Jahre hochgerechnet ergibt bis zu 7.500 EUR. Solltest du nochmal Mama oder Papa werden, gibt es weitere bis zu 7.500 EUR vom Staat.

Jedoch sehen wir uns auch in der Pflicht, dich auf die Abschluss- und laufenden Kosten eines Riester-Vertrags aufmerksam zu machen. Die Zulagen vom Staat sind eine gute Sache – der mit einem Vertrag erzielbare Gewinn ist aber wichtiger.

Durch das andauernde Zinstief generieren herkömmliche Verträge jedoch kaum Gewinne. Unterstrichen wird das vom ab 2022 geltenden gesetzlichen Garantiezins bei Neuverträgen von nur noch 0,25 % im Jahr. Auf der anderen Seite stehen die unverändert hohen Kosten. Normalerweise sollen diese von den Gewinnen ausgeglichen werden, was viele Jahre auch geklappt hat. Doch aktuell passiert das vielfach nicht und viele Verträge sind auf Dauer auch bei noch so hoher Kinderzulage unwirtschaftlich.

Ob sich die Riester-Rente unter diesem Aspekt für dich lohnt oder nicht, musst du selbst entscheiden.


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