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Riester-Banksparplan: Lohnt sich das noch?

Durch das Zinstief sind Riester-Banksparpläne selten geworden. Aus gutem Grund: Sie lohnen sich kaum noch. Einzelheiten dazu findest du auf dieser Seite.
Lesedauer 8 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 03.02.2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Funktionsweise:

    Bei einem Riester-Banksparplan würdest du regelmäßig Geld auf ein ganz normales und theoretisch verzinstes Sparkonto bei einer Bank einzahlen. Dazu kämen bei erfüllten Voraussetzungen die typischen Riester-Zulagen – also Grundzulage + eventuell Kinderzulage(n) und Berufsstarterbonus.

  • Auszahlung:

    Im Rentenalter würde dir aus dem vorhandenen Kapital eine feste monatliche Zusatzrente bis ans Lebensende ausgezahlt werden. Zum Rentenbeginn könntest du dich entscheiden, ob du dir bis zu 30 % des Geldes als Sofortrente auszahlen lassen möchtest oder nicht.

  • Zinsen:

    Normalerweise soll ein Riester-Banksparplan so hohe Zinsen hervorrufen, dass du die Inflation und entstehenden Gebühren ausgleichen kannst. Durch das Zinstief reichen die etwaigen Gewinne aktuell aber bei Weitem nicht aus. Im Moment bieten kaum noch Banken diese Riester-Variante an.

  • Alternative:

    Eine Riester-Rente mit Fondssparplan wird von vielen als Alternative zum Banksparplan betrachtet. Man kann an der Wertentwicklung der Finanzmärkte teilhaben, muss sich dabei aber auch den bestehenden Risiken und ständig schwankenden Kursen bewusst sein.

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53 % der Deutschen besaßen 2021 ein Sparbuch als Geldanlage. 16 % der Befragten jener Umfrage gaben außerdem an, ein Riester-Produkt zu besitzen. Den Riester-Banksparplan (oder einfach „Riester-Sparplan“) kannst du dir so vorstellen, als würden sich die 53 % und 16 % vereinen. Es handelt sich um ein normales Sparkonto bei der Bank mit Riester-Vorteilen. Auf dieser Seite erfährst du mehr zu der aktuell allerdings kaum noch angebotenen Variante der Riester-Rente. Eine vielfach bessere Alternative: Rürup-Verträge mit Fondssparplan. Dabei handelt es sich dann zwar um Rürup und nicht um Riester, es funktioniert für die meisten von uns aber ebenso. Beim ETF Rürup von Raisin Pension kannst du an der Wertentwicklung der internationalen Kapitalmärkte teilhaben und gleichzeitig bis zu 25.639 EUR im Jahr steuerlich geltend machen.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Riester-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

Sparzins-Eiszeit in Europa: Nachdem schon erste Ausläufer zu spüren waren, haben sich 2016 massive Gletscher über die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank geschoben. Sie haben die Zinsen unter sich begraben und bei 0 % (Leitzins) bzw. -0,5 % (Einlagezins) festgefroren. Ein so tiefes Niveau hatte es vorher nie gegeben.

Der Leitzins regelt, was Banken bezahlen müssen, um Geld bei der EZB aufzunehmen. Der Einlagenzins regelt, was Banken (normalerweise) bekommen würden, wenn sie Geld bei der EZB parken. Da er seit Herbst 2019 aber negativ ist, zahlen Banken abgesehen von gewissen Freibeträgen drauf. 

Aus diesem Grund generierst du mit Sparbüchern, Sparkonten, Tagesgeldkonten und auch sonst allen Konten, die Banken zum Sparen in Deutschland anbieten, kaum noch Zinsen. Das schließt auch Riester-Banksparpläne ein. Die niedrigen Zinsen bei gleichzeitig steigender Inflation und hohen Kosten führen dazu, dass du eher Geld verbrennst, statt zielführend fürs Alter vorzusorgen. 

Lass uns das Eis trotzdem etwas aufbrechen und uns näher mit den Banksparplänen auseinandersetzen. Denn sollten die Leitzinsen wieder steigen, besteht schließlich die Möglichkeit, dass sie zurückkommen und wieder lohnenswerter werden.

Zinstief: Keine Zinsen, niedrige Altersvorsorge?

Sagen wir, dass du die nächsten 30 Jahre jeden Monat 100 EUR in deine Riester-Rente mit Banksparplan investierst. Sagen wir außerdem, dass das reicht, um die jährliche Grundzulage von 175 EUR zu erhalten. So würde deine Altersvorsorge nach jenen 30 Jahren ein Guthaben von 41.250 EUR aufweisen. Wahrscheinlich ist es sogar weniger Geld, weil du ja auch 30 Jahre Gebühren bezahlt hast und die Inflation ebenfalls aufs Konto schlug. 

Jedenfalls mag dieses Guthaben zuerst vernünftig klingen. Doch die monatliche Rente bis ans Lebensende wäre verschwindend gering. Ab Beginn der Auszahlungsphase soll das Kapital zumindest laut statistischer Lebenserwartung an die 15-20 Jahre für die monatliche Zusatzrente reichen. Vielfach länger. 

Um deine Rentenlücke mit Riester wirklich auszugleichen und mehr als nur 50, 100, 200 EUR monatlich zu erhalten, brauchst du ein deutlich höheres Guthaben. Dieses erreichst du nur, indem du deutlich mehr investierst, höhere Zinsen erhältst oder beides. 

Höhere Zinsen sind bei Riester-Banksparplänen vorerst nicht absehbar. Und höhere Investitionen können sich nur wenige Menschen erlauben. Wer also in diesen Zeiten verspricht, mit einem Riester-Banksparplan was Gutes für die Altersvorsorge zu tun, schafft eine Illusion mit doppeltem Boden und Falltür. (Abgesehen davon, dass fast keine Bank mehr solch Banksparpläne anbietet.)

Aber wie sieht das in Zukunft aus?

Um die Leitzinsen wieder anheben zu können und die Lage der Sparenden zu verbessern, setzt die Europäische Zentralbank ein stabiles Inflationsniveau „hinreichend nahe aber unter 2 %“ voraus. Das war zumindest der letzte offizielle Stand und man muss erwähnen, dass die EZB in der Vergangenheit schon öfter Zinserhöhungen in Aussicht stellte, die nicht kamen. Bezogen auf die letzte Meldung der EZB 2021 kann man momentan festhalten, dass wir zwar „auf dem Weg sind“, aber noch einiges an Strecke vor uns haben. Was es braucht, ist eine Alternative

Fallbeispiele: Riester-Banksparplan vs. Riester-Fondssparplan

Wie sehr dein Guthaben zum Rentenbeginn a) von höheren Investitionen und b) von besseren Zinsen / Renditen abhängt, zeigen folgende Beispiele. Als Vergleichsgrundlage nehmen wir die oben errechneten und realitätsnahen 41.250 EUR. 

Wichtiger Hinweis: Die nachfolgenden Beispiele sowohl bei den Banksparplänen als auch bei den Fondssparplänen sind rein hypothetisch und müssen keine reale Situation widerspiegeln. Sie dienen ausschließlich dazu, mögliche Unterschiede zwischen den Ergebnissen eines Banksparplans und eines Fondssparplans darzustellen.

Fallbeispiel 1: 

Fallbeispiel 2: 

Fallbeispiel 3: 

Hinweis zur Kinderzulage: Wenn du Mama oder Papa wirst, kannst du dir im Rahmen von Riester bis zu 25 Jahre die Kinderzulage sichern. Diese beträgt 300 EUR pro Jahr pro Kind. Die bis zu 25 Jahre kommen daher zustande, dass die Kinderzulage ausgezahlt wird, bis der Kindergeldanspruch für das Kind erlischt. Das ist spätestens mit dem 25. Geburtstag des Kindes der Fall. Die Kinderzulage erhöht deine Altersvorsorge um bis zu 7.500 EUR pro Kind – das würde sich auch auf die oben und unten stehenden Beispiele auswirken.

Wie kann das bei einem Fondssparplan aussehen?

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Risikohinweis: Bei Fondssparplänen müssen Anlegerinnen und Anleger mit erhöhten Risiken und ständig schwankenden Kursen rechnen. Die zukünftige Entwicklung der Finanzmärkte ist nicht vorhersehbar. Obgleich es Gewinnchancen gibt, gibt es keine Gewinngarantie. Die hier dargestellten Szenarien sind ausgedacht und müssen keine reale Situation widerspiegeln.

Fallbeispiel 4: 

  • Investition in Fondssparplan: 100 EUR im Monat
  • Zulagen: 175 EUR im Jahr
  • Renditen: Durchschnittlich 5 % nach Gebühren vor Inflation im Jahr
  • Ergebnis nach 30 Jahren: 93.806,40 EUR statt 41.250 EUR Guthaben 

Fallbeispiel 5: 

  •  Investition in Fondssparplan: 135 EUR im Monat
  • Zulagen: 175 EUR im Jahr
  • Renditen: Durchschnittlich 5 % nach Gebühren vor Inflation im Jahr
  • Ergebnis nach 30 Jahren: 122.460,82 EUR statt 41.250 EUR Guthaben

Hinweis: Bei der Riester-Rente gelten bestimmte Mindestinvestitionen abhängig von deinem Gesamt-Bruttoeinkommen im letzten Jahr. Nur, wenn du die Mindestinvestitionen erfüllst, erhältst du die staatlichen Zulagen. Auch dahingehend sind die Fallbeispiele auf dieser Seite also rein hypothetisch. Um förderberechtigt zu sein, musst du mindestens 4 % oder bis höchstens 2.100 EUR des letztjährigen Bruttoeinkommens investieren. Die Summe versteht sich inklusive der erwartbaren Zulagen. Außerdem musst du gesetzlich rentenversichert sein.

Sollte ich kündigen, wenn ich schon einen Riester-Banksparplan besitze?

Diese Seite versteht sich nicht als Ratgeber, weshalb wir auch keine Empfehlung aussprechen. Angesichts der Situation verstehen wir, wenn du einen bestehenden Riester-Banksparplan nun kündigen möchtest. Wenn du das aber tust, handelst du förderschädlich

Das bedeutet, dass du alle erhaltenen Zulagen und einst von der Steuer abgesetzte Beiträge zurückzahlen musst. Noch dazu können anbieterseitige Gebühren im Spiel sein, die den Rückkaufswert noch weiter mindern. 

Viele unzufriedene Versicherte entscheiden sich dazu, ihre Verträge entweder beitragsfrei zu stellen oder den Anbieter zu wechseln, um Verluste zu vermeiden. Es gibt aber noch eine weitere Alternative zu Riester. Mit einem kostengünstigen Rürup-Vertrag können sie mit freier ETF-Auswahl chancenreicher fürs Alter vorsorgen. Erfahren Sie jetzt mehr zum ETF Rürup.


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