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Auszahlung deiner Riester-Rente: Ab Rentenbeginn bis ans Lebensende

Hier erfährst du, ab wann du deine Riester-Rente ausgezahlt bekommst und was du rund um diesen Aspekt wissen musst (Steuer, Höhe der Auszahlung, …).
Lesedauer 7 Minuten
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Termin:

    Generell ist die erste Auszahlung an den persönlichen Rentenbeginn gekoppelt. Du musst zu dem Zeitpunkt mindestens 60 Jahre alt sein, wenn du deinen Vertrag vor 2012 abgeschlossen hast. Hast du ihn in oder nach 2012 abgeschlossen, musst du mindestens 62 Jahre alt sein.

  • Auszahlungsdauer:

    Deine monatliche Rente wird dir wie die gesetzliche Rente auch bis ans Lebensende ausgezahlt. Die Höhe der erwartbaren Rente hängt dabei von vielen dynamischen Faktoren ab und wird dir erst kurz vor Ende der Ansparphase mitgeteilt.

  • Auszahlungsoptionen:

    Möchtest du einfach eine monatliche Zusatzrente bis ans Lebensende bekommen? Oder willst du bis zu 30 % des Geldes sofort haben, was die monatliche Rente verringern würde? Du entscheidest.

  • Komplettauszahlung:

    Kann ich mir das Geld auch komplett auszahlen lassen? Theoretisch schon via Kündigung – das Gesetz wertet dieses Vorgehen aber als förderschädliche Verwendung. Das bedeutet, du musst zuvor steuerlich geltend gemachte Beiträge nachversteuern und erhaltene Zulagen zurückzahlen.

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Normalerweise startet die Auszahlung der Riester-Rente mit dem persönlichen Rentenbeginn. Falls du früher in Rente gehen möchtest, ist der Termin dahingehend flexibel. Aber nur, solange du an dem Termin mindestens 60 / 62 Jahre alt bist. Das Alter hängt vom Vertragsabschluss vor (60) oder ab 2012 (62) ab. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Auszahlungsoptionen. Kurz noch vorab: Riester steht aktuell enorm unter Druck – daher können Rürup-Verträge mit einem Fondssparplan eine geeignete Alternative für alle sein, die auf staatlich geförderte Altersvorsorge setzen möchten. Ein konkretes Beispiel ist der ETF Rürup von Raisin Pension, bei dem du bis zu 25.787 EUR im Jahr steuerlich geltend machen kannst. 

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Die Inhalte auf dieser Seite dienen lediglich der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Riester-Rente wende dich an deinen Steuerberater oder deine Steuerberaterin.

Wie hoch werden meine späteren Auszahlungen sein?“ 

Das ist die wahrscheinlich häufigste Frage, die Versicherer hören. Mit gutem Grund: Es ist in uns Menschen drin, nach Kontrolle und Sicherheit zu suchen. Es ist logisch, dass man wissen möchte, was später dabei herauskommt, wenn man heute in die Altersvorsorge einsteigt. 

Leider können Versicherer das Bedürfnis aber bis auf prognostizierte, rein hypothetische Werte (und eine meist sehr geringe Garantierente) nicht erfüllen. Die Höhe der Riester-Auszahlungen hängt von zu vielen dynamischen Faktoren ab, die sich über die Jahre entwickeln und sich nicht vorhersehen lassen. 

Gut ist aber, wenn du heute zumindest schon weißt, wie sich deine spätere Rente zusammensetzen wird, ab wann du sie bekommst und welche Auszahlungsoptionen du dann hast. Diese Seite klärt dich genau darüber auf.

Beispiel: Wie viel Kapital brauchst du zum Rentenbeginn?

Deine monatliche Rente oder auch 30-%-Sofortzahlung wird durch die Höhe des vorhandenen Kapitals bestimmt. Und die Höhe des Kapitals wird wiederum von vielen dynamischen, unvorhersehbaren Faktoren bestimmt: 

  1. Wie viele Jahre sparst du?
  2. Wie viel zahlst du jedes Jahr ein? 
    1. Wirst du auch mal Aussetzer haben, vielleicht, weil du mal nicht so viel Geld hast und nichts einzahlen kannst? 
  3. Wie hoch sind deine jährlichen Zulagen?
    1. Bekommst du nur die Grundzulage oder wirst du auch Mama oder Papa und darfst dich über die Kinderzulage bis zu 7.500* EUR pro Kind freuen? 
    2. Wird es ein Kind oder werden es mehrere?   
  4. Hast du einen Fondssparplan, mit dem du bei Beachtung der Risiken an der Wertentwicklung der Finanzmärkte teilhaben kannst? 
    1. Wie entwickeln sich die Fonds / ETFs effektiv? 
  5. Verzichtest du auf einen Fondssparplan und setzt stattdessen auf die herkömmlichen, momentan kaum vorhandenen Guthabenzinsen?
    1. Wie entwickelt sich das Zinsniveau in Zukunft? Können Riester-Verträge irgendwann wieder nennenswerte Zinsen erwirtschaften?

*So erhältst du die maximale Kinderzulage

Kinder sind bis maximal 25 Jahre kindergeldberechtigt. Bekommt man die Kinderzulage direkt "ab Geburt", sind Zahlungen bis zu 25 Jahre und bis zu 300 EUR jährlich möglich. In Summe sind das also bis zu 7.500 EUR Kinderzulage für ein Kind. 

Während du Guthabenzinsen oder die Renditen aus einem Fondssparplan nur schwer vorhersehen kannst, kannst du aber immerhin das Grundkapital errechnen: 

    1. Nehmen wir an, du bist heute 27 Jahre alt. 
    2. Du gehst also mit 67 in Rente und ab dann geht dein Vertrag in die Auszahlungsphase über. Du hast jetzt also noch 40 Jahre, um zu sparen. 
    3. Stell dir vor, du investierst jeden Monat 120 EUR in die Riester-Rente. 
    4. Dazu bekommst du jedes Jahr die Grundzulage von 175 EUR. Zwischendrin wirst du Mama oder Papa und hast für das Kind 20 Jahre Anspruch auf Kindergeld. So sicherst du dir in diesen 20 Jahren jedes Jahr weitere 300 EUR Kinderzulage. 

Damit hättest du nach 40 Jahren 70.600 EUR auf dem Riester-Konto. Zinsen und etwaige Kapitalerträge sind darin nicht enthalten.

Schon mal über eine Rürup-Rente nachgedacht?

Wenn du statt einer Riester-Rente eine Rürup-Rente abschließt und große Summen investierst, kannst du in der Ansparphase deutlich höhere Summen steuerlich geltend machen. Bis zu 25.787 EUR sind es im Jahr(Ehepartner sogar bis zu 51.547€)– falls du gesetzlich rentenversichert bist, zählen die Beiträge in die GRV da mit hinein. Entgegen der allgemeinen Annahme, Rürup sei nur für Selbstständige, können auch Angestellte, Beamte und andere Berufsgruppen einen Vertrag schließen. 

An die Steuer denken, vor allem bei der Sofortrente

Ganz egal, ob du deine Riester-Rente als monatliche Rente auszahlen lässt oder ob du dich für die 30 % sofort vorab entscheidest: Du musst das Geld versteuern. Und zwar zu deinem gewöhnlichen Einkommensteuersatz. Das hat mit der nachgelagerten Besteuerung von Renten zu tun, die der Bund 2005 eingeführt hat. 

Genau das ist auch der Punkt, wo die 30-%-Sofortrente zu einem Rechenexempel wird. Unter Umständen erzielst du im Jahr deines Rentenbeginns noch Arbeitseinkommen. Dadurch könnte dein Einkommensteuersatz in dem Jahr noch höher als mit dem reinen Renteneinkommen in den Jahren danach sein. 

Unter diesem Aspekt könnte es eine bessere Entscheidung sein, nur die monatliche Rente bis ans Lebensende zu nehmen. Wenn diese aus 100 % des vorhandenen Kapitals zusammengesetzt würde, wäre sie logischerweise auch höher, als wenn dafür nur 70 % des Kapitals noch zur Verfügung stünden.

Wichtig ist auch, dass du in der Auszahlungsphase zwar nichts mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, aber dafür in die gesetzliche Krankenversicherung. Die Riester-Rente wird gesetzlich als normales Renteneinkommen betrachtet, das somit der Krankenversicherung unterliegt. Nach gesetzlichen Vorgaben fallen 14,6 % des Einkommens pro Monat für die GKV an.

Komplettauszahlung: Möglich, aber mit erheblichen Verlusten verbunden

Möchtest du früher an das Geld, vielleicht auch schon vor der Rente und bevor du 60 / 62 Jahre alt bist? Du hast das Recht, deine Riester-Rente jederzeit zu kündigen und auszahlen zu lassen. Bedenke aber, dass das eine „schädliche Verwendung“ ist. 

Der Staat unterstützt dich mit Zulagen und Steuervorteilen dabei, fürs Alter vorzusorgen. Lässt du dir das Geld in einem Rutsch auszahlen – ganz egal, wann – geht der Sinn der lebenslangen Rente verloren. Das ist mit der „schädlichen Verwendung“ gemeint. Die Konsequenz ist, dass du sämtliche erhaltenen staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen musst. Weil es dadurch (und auch durch bis dato entstandene Gebühren) zu erheblichen Verlusten kommt, musst du selbst entscheiden, ob du diese in Kauf nimmst. Eine Alternative ist, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.

Eine Ausnahme besteht, wenn du eine so geringe monatliche Rente zu erwarten hast, dass die sogenannte Abfindungsregel greift. Wir reden hier von einer monatlichen Auszahlung um höchstens 30 EUR herum. Die Regel der Abfindung besagt, dass du dann das Recht hast, dir das komplette vorhandene Kapital auszahlen zu lassen, ohne Nachteile zu befürchten.

Eine weitere Ausnahme besteht, wenn du das Geld entnimmst, um eine Immobilie zu kaufen und zu finanzieren. Allerdings „entnimmst“ du das Geld nicht wirklich, sondern wandelst deine Riester-Rente in einen Wohn-Riester um. Beim Wohn-Riester handelt es sich um eine staatlich geförderte Immobilienfinanzierung. Der Staat sieht mietfreies Wohnen im Alter als eine ebenso valide Altersvorsorge an. 


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