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Riester-Rente: Klartext – alles was du übers Riestern wissen musst

Lohnt sich die Riester-Rente noch? Hier erfährst du alles, was du zur staatlich geförderten Riester-Altersvorsorge wissen musst.
Das Wichtigste in Kürze
  • Formen:

    Es gibt verschiedene Riester-Formen: Etwa in Verbindung mit einem Fondssparplan, Banksparplan oder auch einem Bausparvertrag (Stichwort „Wohn-Riester“).

  • Förderung:
    Der Vorteil der Riester-Rente liegt in den staatlichen Zulagen. Bei erfüllten Voraussetzungen bekommt man jedes Jahr 175 EUR und weitere bis zu 300 EUR pro Kind, solange Anspruch auf Kindergeld besteht.
  • Mindesteinzahlung:

    Um die jährliche Riester-Förderung zu erhalten, musst du inklusive der erwartbaren Zulagen mindestens 4 % des Bruttoeinkommens des letzten Jahres investieren. Solltest du letztes Jahr mehr als 52.500 EUR brutto verdient haben, sind es pauschal 2.100 EUR statt 4 %.

  • Steuervorteile:
    Du kannst bis zu 2.100 EUR inklusive der erhaltenen Zulagen im Jahr steuerlich geltend machen. Versicherte müssen aber dran denken, dass das Finanzamt die Zulagen abzieht und nicht steuerlich anerkennt.
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Die Beliebtheit der Riester-Rente ist rückläufig. Grund dafür: Ausbleibende Reformen und immer niedrigere Zinsen bei gleichbleibenden Kosten und zunehmender Inflation. Bekommt die Riester-Rente die Kurve? Auf dieser Seite klären wir leicht verständlich rund um diese Form der Altersvorsorge auf, beleuchten aber auch die Rürup-Rente als Alternative – und den ETF Rürup von Raisin Pension als ganz konkrete Möglichkeit.

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Geschichtlicher Hintergrund der Riester-Rente

1986 formulierte der damals CDU-Abgeordnete Norbert Blüm: „Denn eines ist sicher: Die Rente.“ Der Satz wurde so berühmt, dass er sich wie kein zweiter in den Köpfen der Menschen festgebrannt hat. Nur elf Jahre nach Blüms Versprechen zeichnete sich mit dem fortschreitenden demografischen Wandel jedoch ab:

Die Rente ist nicht so sicher, wie Blüm dachte.

Im Bundestag entbrannte damals eine hitzige Debatte um die Zukunft der staatlichen Altersversorgung. Das Ergebnis waren etliche Reformen und ein sinkendes Rentenniveau (das den Sinkflug aber schon vorher begann). Damals in den 90er Jahren umfasste das Niveau durchschnittlich circa 54 % des letzten Bruttoeinkommens. Dafür musste man 45 Jahre arbeiten und stets das Durchschnittseinkommen aller Rentenversicherten verdienen. Heute und für die Zukunft reden wir bei den gleichen Voraussetzungen nur noch über ein Niveau von deutlich unter 50 % – VOR Steuern. Genauer soll das Rentenniveau 2030 bei nur noch 43 % liegen.

Durch die Reformen und das gesenkte Rentenniveau versprach man sich, dass das deutsche Rentensystem mit den Herausforderungen des demografischen Wandels fertig würde. Allerdings geht das damit einher, dass die gesetzliche Rente für sehr viele Menschen nicht reicht. Und so ist zum Jahr 2002 die Riester-Rente entstanden – eine Möglichkeit der privaten Altersvorsorge, um die Rentenlücke auszugleichen.

Ungewisse Zukunft durch unwirtschaftliche Verträge

Schon seit ihrer Einführung im Jahr 2002 war die Riester-Rente ein Sorgenkind. In den ersten 15 Jahren ihres Bestands hat es mehrfach kleinere wie auch größere Reformen gegeben.

Reformen der Riester-Rente

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Auch bei der Bundestagswahl 2017 hieß es, man wolle die Riester-Rente erneut reformieren, um sie in Zeiten des andauernden Zinstiefs wieder wirtschaftlicher zu machen. Obgleich man diesen Punkt im Koalitionsvertrag festhielt, hat man das Versprechen bis heute nicht eingelöst.

Stattdessen hat man 2021 beschlossen, den gesetzlich vorgeschriebenen Garantiezins von bereits niedrigen 0,9 % auf nur noch 0,25 % ab 2022 zu senken. Das bedeutet: Versicherer müssen bei Neuverträgen praktisch keine Zinsen mehr garantieren, rufen aber gleichbleibend hohe Kosten auf.

Unter dieser Entwicklung ist zurzeit nicht einmal klar, ob und inwiefern die typische Riester-Rente in der Form in ein paar Jahren noch existiert. Staatliche Zulagen und Steuervorteile sind in diesem Sinne schön und gut – aber ohne erzielbare Gewinne genügt das für eine zusätzliche Altersvorsorge nicht.

Das erklären wir auf unseren Seiten zum Riester-Banksparplan und Riester-Fondssparplan genauer.

Jeder fünfte Riester-Vertrag beitragsfrei gestellt

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In Deutschland gab es im dritten Quartal 2020 16,38 Millionen Riester-Verträge. Gut jeder fünfte Vertrag (laut Schätzungen der Bundesregierung 2018) ist allerdings beitragsfrei gestellt. Du kannst dich bei der Riester-Rente jederzeit dazu entscheiden, nichts mehr zu investieren und den Vertrag ruhen zu lassen. Das haben Millionen Deutsche bei ihren Verträgen gemacht.

Randnotiz: Wenn du einen Vertrag einfach nur ruhen lässt, fallen weiterhin Kosten an, das Geld verliert durch Inflation an Wert und du bekommst keine Zulagen mehr. Bevor man einen Vertrag ruhen lässt, sollte man auch darüber nachdenken, den Anbieter zu wechseln und auf Verträge mit günstigen Konditionen sowie einer attraktiven Anlage umzusteigen. Mit dem ETF Rürup von Raisin Pension hast du eine freie Fondsauswahl und kannst eine Aktienquote bis 100 % auswählen. Wenn du zu Rürup wechseln möchtest, kannst du deinen Riestervertrag auch förderschädlich kündigen und das angesammelte Kapital abzüglich Gebühren, Zulagen und Steuervorteile in der Rürup-Rente steuerlich geltend machen. Hier erfährst du, wie du deine Riester-Rente wechseln kannst.

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der Information und stellen keine Steuerberatung dar. Bei Fragen zur Versteuerung deiner Riester-Rente wende dich an deinen Steuerberater.

Wir sehen das so:

Die private Altersvorsorge ist ein hoch relevantes Thema und die Riester-Rente ist nicht per se schlecht. Es kommt in Zeiten wie diesen nur darauf an, auf welche Weise der Vertrag Gewinne erzielt.

Viele klassische Verträge versuchen das mit verzinsten Anleihen – wegen des Zinstiefs bieten Anleihen aber vielfach keine nennenswerten Zinsen mehr. Teilweise arbeiten Anbieter auch mit aktiv gemanagten Fonds, doch die hohen Gesamtkosten solcher Fonds setzen den Resultaten einer positiven Wertentwicklung der Finanzmärkte zu. Eine derzeit beliebte Möglichkeit ist es, auf einen Vertrag mit ETFs zu setzen.

Wichtig zu erwähnen ist dabei jedoch, dass solche Verträge auch Risiken und ständig schwankende Kurse mit sich bringen. Darüber müssen sich Interessierte bewusst sein. Man kann an der Wertentwicklung der Finanzmärkte teilhaben, doch wie sich die Märkte entwickeln, ist nicht vorhersehbar.


Zulagen: Mindestens 175 EUR bei erfüllten Voraussetzungen

  1. Wenn du deine Riester-Rente mit unter 25 Jahren abschließt, bekommst du einmalig einen Berufsstarterbonus von 200 EUR.

  2. Wenn du ansonsten immer mindestens 4 % deines Vorjahres-Bruttoeinkommens inklusive der erwartbaren Zulagen investierst, erhältst du 175 EUR Grundzulage vom Staat – jedes Jahr. Würden 4 % deines letztjährigen Bruttoeinkommens mehr als 2.100 EUR ausmachen, gelten diese 2.100 EUR als pauschale Höchstgrenze.

  3. Hast du Kinder, dann gibt es eine Kinderzulage pro Kind pro Jahr.

    1. 185 EUR, wenn das Kind vor dem 01.01.2008 geboren wurde;

    2. 300 EUR, wenn das Kind am oder nach dem 01.01.2008 geboren wurde.

    3. Die Kinderzulage gibt es so lange, wie man für das entsprechende Kind kindergeldberechtigt ist – aber nur für einen Elternteil.

Steuervorteile: Man kann bis zu 2.100 EUR pro Jahr inklusive Zulagen steuerlich geltend machen

  1. Das Finanzamt berechnet anhand deiner Angaben den Steuervorteil, zieht dann aber die erhaltenen Zulagen von diesem ab. Würdest du also beispielsweise 300 EUR erstattet bekommen, hast aber 175 EUR Grundzulage erhalten, dann schreibt dir das Finanzamt nur 125 EUR gut.

  2. Deine Auszahlungen im Rentenalter sind einkommensteuerpflichtig. Allerdings haben viele Rentnerinnen und Rentner einen geringeren Einkommensteuersatz als zu Arbeitszeiten.

Das Steuerthema ist bei der Riester-Rente etwas komplexer, auch durch die dazugehörige Anlage in der Steuererklärung. Wir können keine individuelle Steuerberatung leisten – wenn du Hilfe brauchst, ist es sinnvoll, einen erfahrenen Steuerberater zu konsultieren.

Du möchtest mehr investieren und steuerlich geltend machen?

Dann lohnt sich ein Blick auf die Rürup-Rente. Bei der Rürup-Rente darfst du bis zu 25.639 EUR im Jahr steuerlich geltend machen. Wenn du standardmäßig auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, zählen die Einzahlungen dort mit in die bis zu 25.639 EUR hinein. Mit dem ETF Rürup von Raisin Pension erhältst du die freie Fondsauswahl und kannst bis zu 100 % in Aktien investieren. 

Riester nicht für Selbstständige? Doch.

Auch Selbstständige können eine Riester-Rente abschließen. Das Bild, dass Riester nur für Angestellte und Rürup nur für Selbstständige sei, ist alt und nicht korrekt.

Sofern du gesetzlich rentenversichert bist sowie den Mindesteigenbeitrag investierst, kannst du sogar auch die Zulagen einheimsen.

Ruhen lassen: Was ist, wenn ich mit meiner Riester-Rente unzufrieden bin?

  1. Du kannst deine Riester-Rente jederzeit kündigen. Jedoch ist der Rückkaufswert gering. Du musst alle bis dato erhaltenen Zulagen und einst von der Steuer abgesetzte Beiträge zurückzahlen . Ferner drücken vorausberechnete Vertragskosten auf den Rückkaufswert. Weil von dem vorhandenen Geld kaum etwas übrig bleibt, sehen viele Versicherte dann doch von der Kündigung ab.

  2. Du hast aber Alternativen:

    1. Wenn du nur temporäre Geldprobleme hast, kannst du für eine Zeit weniger investieren. Bestenfalls investierst du aber noch genug, um die staatlichen Zulagen gutgeschrieben zu bekommen.

    2. Wenn du mit Riester nichts mehr am Hut haben willst, kannst du den Riester-Vertrag beitragsfrei stellen und ruhen lassen. Allerdings fallen weiterhin Gebühren an und das Geld verliert durch Inflation an Wert.

    3. In vielen Fällen ist die optimale Alternative, die Riester-Rente zu einem anderen Anbieter umzuziehen und dort von besseren Konditionen sowie Renditechancen zu profitieren.

  3. Die einzige Ausnahme, in der du deine Riester-Rente ohne Nachteile kündigen darfst, ist, wenn du mit dem Geld eine eigens genutzte Immobilie finanzieren möchtest. Das ist aber an gewisse Kriterien gebunden.


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