Altersvorsorge

Altersvorsorge in Deutschland

Im Jahr 2001 wurden zwei Gesetze verabschiedet, die das System der gesetzlichen Rentenversicherung fit für die Zukunft machen sollten: das Altersvermögensgesetz (AVmG) und das Altersvermögensergänzungsgesetz (AVmEG).

Das Ziel des Regelwerks: Die gesetzliche Rentenversicherung sollte für „die jüngere Generation“ der Beitragszahler langfristig bezahlbar bleiben, um ihr „im Alter einen angemessenen Lebensstandard zu sichern“.

Die Formulierung zeigte, wohin die Reise gehen würde. Ein kleiner Hinweis vorab: „Angemessen“ bedeutet nicht „gewohnt“ ...

Sinkendes Rentenniveau

Altersvorsorge selbst gestalten
Das Gesetzespaket deckelte u. a. für einige Jahrzehnte die Rentenbeiträge: Bis zum Jahr 2020 sollen sie nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttolohns steigen. Das ist erfreulich für die Beitragszahler: die Angestellten und Arbeitgeber. Weniger erfreulich für die Erstgenannten ist allerdings eine weitere Folge des Maßnahmenpakets: Das Rentenniveau sinkt.

Um das Absenken des gesetzlichen Rentenniveaus zu kompensieren, wurde die betriebliche Vorsorge gestärkt – und man führte die Riester-Rente ein. Auf diese Weise sollte durch zusätzliche private (kapitalgedeckte) Vorsorge der gewohnte Lebensstandard auch im Rentenalter erreichbar sein.

Das deutsche System der Altersvorsorge lässt sich gut durch das sogenannte „Drei-Säulen-Modell“ beschreiben.
  1. Säule: Gesetzliche Vorsorge
    Sie wird bei Angestellten durch Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung finanziert. Ebenfalls zur gesetzlichen Vorsorge gehören die Beamtenversorgung, die Alterssicherung der Landwirte sowie berufsständische Versorgungswerke.

    Bei der gesetzlichen Rentenversicherung gilt das Umlageverfahren. Das bedeutet: Die Beiträge der Versicherten werden nicht angespart, sondern direkt an die derzeitigen Rentner durchgereicht. Da die Beiträge der Versicherten nicht für die Rentenzahlungen ausreichen, muss die gesetzliche Rente vom Bund bezuschusst werden.

  2. Säule: Betriebliche Altersversorgung (bAV)
    Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung, die durch Entgeltumwandlung finanziert und steuerlich sowie durch Sozialabgabenfreiheit gefördert wird. Auf die vom Arbeitgeber angebotene Form der bAV hat ein Arbeitnehmer jedoch keinen Einfluss. Fünf sogenannte Durchführungswege sind für die bAV zugelassen:
    • Pensionskasse
    • Pensionsfonds
    • Unterstützungskasse
    • Direktzusage
    • Direktversicherungen

  3. Säule: Private Vorsorge
    Bei der privaten Vorsorge bauen Sparer mit regelmäßigen Sparraten ein Vermögen auf, das im Alter zur (teilweisen) Deckung der Lebenshaltungskosten bzw. zu Wohnzwecken dienen soll. Beliebt sind z. B. Fondssparpläne, Bausparverträge sowie Produkte für die Riester-Rente und die Rürup-Rente. Um Anreize für die private Altersvorsorge zu schaffen, werden die Riester- und die Rürup-Rente in der Ansparphase vom Staat gefördert.

Riester-Rente

Die im Jahr 2002 eingeführte Riester-Rente richtet sich in erster Linie an Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Zum geförderten Personenkreis gehören außerdem Beamte, Richter und Soldaten.

Beiträge für die Riester-Rente werden durch Zulagen und Steuerersparnisse gefördert. Für Geringverdiener und Eltern kindergeldberechtigter Kinder sind vor allem die Zulagen interessant. Gutverdienende Singles profitieren von den Steuervorteilen. Gefördert werden Einzahlungen bis zur Höhe von 2.100 Euro pro Jahr.

Bei der Riester-Rente gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: Die Beiträge sind während der Sparphase als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar. Im Gegenzug ist die später gezahlte lebenslange Rente mit dem persönlichen Einkommensteuersatz des Riester-Sparers zu versteuern.

Detaillierte Informationen über die Riester-Rente und die dafür zugelassenen Produkte haben wir in einem speziellen Riester-Bereich zusammengestellt.

Rürup-Rente

Die im Jahr 2005 eingeführte Basis-Rente ist den meisten nur unter ihrem umgangssprachlichen Namen bekannt: Rürup-Rente. Wie die Riester-Rente wird auch die Rürup-Rente steuerlich begünstigt. Allerdings liegt die geförderte Höchstsumme rund zehnmal höher als bei der Riester-Rente.

Auch bei der Rürup-Rente gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Beiträge zur Rürup-Rente können in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwand geltend gemacht werden. Die später gezahlte Rente ist deshalb zu versteuern.

Die Rürup-Rente eignet sich besonders für Selbständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung oder ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen. Wegen der hohen steuerlichen Förderung ist sie aber auch für gut verdienende Angestellte und Beamte attraktiv.

Detaillierte Informationen über die Basisrente und deren steuerliche Förderung findest Du in unserem Rürup-Kapitel.