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Altersvorsorge: Vor allem für junge Leute so wichtig wie nie zuvor – warum?

Altersvorsorge ist vor allem für junge Menschen so wichtig wie nie – die Gründe dafür liest du in diesem Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
  • Altersarmut:
    Ein beträchtlicher Teil vor allem der heute jungen Leute davon bedroht. Wir reden von mehr als jeder fünften jungen Person.
  • Hintergrund:
    Der Hintergrund ist das kippende Rentensystem, das durch den fortschreitenden demographischen Wandel nicht mehr aufgeht.
  • Vorsorgen:

    Wer früh mit der Altersvorsorge startet, kann etwaige Komplikationen später verhindern. Altersvorsorge z.B. mit der Rürup-Rente und ETFs hilft dabei, später finanziell auf sicheren Beinen zu stehen.

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Sehr viele von uns werden später nach jahrzehntelanger Arbeit eine Rente erhalten, die vermutlich unter 50 % des letzten Bruttoeinkommens liegt. Diese Rente wird nicht reichen, um auch nur ansatzweise den bisherigen Lebensstandard zu halten. Auf dieser Seite erfährst du einfach verständlich, was du mittels privater Altersvorsorge tun kannst, um dich abzusichern. Sieh dir auch den ETF Rürup von Raisin Pension an, um in die Altersvorsorge einzusteigen. Dabei kannst du bis zu 25.639 EUR im Jahr steuerlich geltend machen und zeitgleich an der Wertentwicklung der Kapitalmärkte teilhaben:

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Hinweis: Die Marke fairr gehört zur Raisin Pension GmbH, eine Tochter der Raisin DS GmbH, in Deutschland bekannt unter WeltSparen.

Das Thema der Altersarmut steht immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. 2019 hat das Statistische Bundesamt Daten erhoben, nach denen im Durchschnitt 14,6 % der Männer und 16,2 % der Frauen altersarmutsgefährdet sind. In den neuen Bundesländern sind es 17,7 % der Männer und 18,1 % der Frauen.

Junge Männer und Frauen zwischen heute 18 und 25 Jahren sind mit deutlichem Abstand am meisten gefährdet. Hier liegen die Werte in Westdeutschland bei 22,9 % (Männer) und 25,7 % (Frauen). In den neuen Bundesländern sind es sogar 34,2 % (Männer) und 34,6 % (Frauen), also etwas mehr als ein Drittel der jungen Leute.

Wie konnte es so weit kommen, dass wir uns so sehr um die Finanzen im Rentenalter sorgen müssen? Stichpunkte sind das sinkende Rentenniveau durch den demografischen Wandel sowie die Rentenpunkte, die wir im Laufe unseres Arbeitslebens gemäß unseres Einkommens sammeln.

Lass uns einen tieferen Blick in das deutsche Rentensystem wagen. Aus unserer Sicht reicht es nicht, einfach nur zur Altersvorsorge zu appellieren – wir müssen das Problem verstehen. Danach sehen wir uns die Riester-Rente, Rürup-Rente und betriebliche Altersvorsorge als staatlich geförderte Altersvorsorgemaßnahmen an.

Rentenpunkte: Was verdienst du monatlich?

Wie viele Rentenpunkte du pro Arbeitsjahr bekommst, hängt davon ab, wie viel du verdienst. Die Deutsche Rentenversicherung richtet sich dabei nach dem Durchschnittseinkommen aller gesetzlich Rentenversicherten.

Weil einige Rentenversicherte sehr, sehr gut verdienen, ist der Durchschnitt hoch:

Um im Jahr 2021 einen Rentenpunkt generieren zu können, müsste man 3.290 EUR (West) oder 3.150 EUR (Ost) brutto monatlich verdienen. Dabei handelt es sich um einen vorläufigen Wert. Wer weniger als diese Monatsverdienste erzielt, bekommt im Verhältnis nur den Bruchteil eines Punktes. Wer mehr verdient, darf sich im Verhältnis über bis zu 2,05 Rentenpunkte freuen. Das hat mit der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung zu tun. Rentenpunkte werden nur bis zu dieser verteilt.

Und was verdienst du?

Schaffst du dieses Jahr mindestens einen Punkt? Und auch in den nächsten Jahren?

Standardrente: Durchschnittliches Rentenniveau und Bedeutung der Rentenpunkte

Rentenberechnung: So setzt sich deine Rente zusammen

Die sogenannte „Rentenformel“ setzt sich aus vier Komponenten zusammen: 

Alle vier Werte und Faktoren werden miteinander multipliziert – also Rentenpunkte x Punktwert x Zugangsfaktor x Rentenfaktor. 

Die Rentenpunkte und ihren Wert hast du bereits kennengelernt. Der Alterszugangsfaktor bezieht sich auf die Regelaltersgrenze. Bist du bei Beginn deiner Rente im normalen Regelalter oder gehst du früher in den Ruhestand? 

Wenn du ganz normal in Rente gehst, also nicht verfrüht, hat der Alterszugangsfaktor den Wert 1. Ansonsten ist er, je nachdem, wie viele Monate du früher in den Ruhestand gehst, kleiner als 1. Der Wert deiner monatlichen Rente verringert sich dadurch. Der Rentenfaktor bezieht sich wiederum darauf, ob du wegen Alters oder wegen Erwerbsminderung in Rente gehst. Bei normaler Altersrente oder bei voller Erwerbsminderung hat der Faktor den Wert 1. Bei teilweiser Erwerbsminderung 0,5.

Beispiel 1: Gewöhnliche Standardrente

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Wir nehmen an, dass du 45 Jahre gearbeitet und dabei immer das Durchschnittseinkommen aller Rentenversicherten verdient hast – 2021 wären das wie erwähnt 3.461,75 EUR brutto monatlich in den alten Bundesländern und 3.278,16 EUR in den neuen.

Rentenpunkte

45

45

Punktwert

West – 34,19 EUR

Ost – 33,47 EUR

Zugangsfaktor

1

1

Rentenfaktor

1

1

Rentenhöhe / Monat

1.538,55 EUR brutto

1.506,15 EUR brutto


Beispiel 2: Zwei Jahre früher in Rente und nicht so viele Rentenpunkte

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In diesem Beispiel nehmen wir an, dass du nicht ganz das Durchschnittseinkommen verdient hast und 24 Monate vor gesetzlichem Rentenbeginn in den Ruhestand gehst. Das wirkt sich auf die Rentenpunkte und den Zugangsfaktor aus. Bitte beachte, dass sich dieses Beispiel nicht auf ein konkretes Einkommen bezieht, sondern schlicht den Fall betrachtet, dass du die dargestellten Punkte und Zugangsfaktoren hast.

Rentenpunkte

37

37

Punktwert

West – 34,19 EUR

Ost – 33,47 EUR

Zugangsfaktor

0,93

0,93

Rentenfaktor

1

1

Rentenhöhe / Monat

1.176,47 EUR brutto

1.151,70 EUR brutto

Beispiel 3: Deutlich weniger Rentenpunkte

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Wir nehmen in diesem Fall an, dass du immer nur die Hälfte des geltenden Durchschnittseinkommens aller Versicherten verdient und 45 Jahre gearbeitet hast. Die Rentenpunkte entsprechen auf 45 Jahre hochgerechnet einem auf 2021er Basis durchschnittlichen Einkommen von 1.730,88 EUR brutto monatlich. Für viele ist selbst das schon ein hohes Einkommen – dementsprechend wird hiermit deutlich, wie wenig Altersversorgung Menschen erhalten, die nochmal weniger verdienen.

Rentenpunkte

22,5

22,5

Punktwert

West – 34,19 EUR

Ost – 33,47 EUR

Zugangsfaktor

1

1

Rentenfaktor

1

1

Rentenhöhe / Monat

769,28 EUR brutto

753,08 EUR brutto

Maßnahmen zur Altersvorsorge

Vor allem das letzte Beispiel verdeutlicht, wie wichtig private Altersvorsorge ist. Es geht dabei auch weniger darum, eine „Rentenlücke zu schließen“. Es geht einfach nur darum, so viel Geld wie möglich extra zur gesetzlichen Rente zu bekommen, um im Alter ein würdevolles Leben führen zu können.

Dafür kannst du in eine klassische Rentenversicherung oder auch Lebensversicherung / Risikolebensversicherung investieren. Wir konzentrieren uns auf dieser Seite jedoch auf die staatlich geförderten Altersvorsorgemaßnahmen – also die Riester-Rente, Rürup-Rente und betriebliche Altersvorsorge.

Maßnahme: Riester-Rente

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Die Riester-Rente ist der „Klassiker“ unter den Maßnahmen zur Altersvorsorge. In Deutschland existierten Ende 2020 mehr als 16,3 Millionen Verträge. Versicherte können sich staatliche Zulagen sowie Steuervorteile sichern.

Allerdings sind die Steuervorteile limitiert, weil man nur maximal 2.100 EUR inklusive der erhaltenen Zulagen steuerlich geltend machen kann. Und für die Zulagen selbst muss man gesetzlich rentenversichert sein sowie bestimmte Mindestsummen basierend auf dem Vorjahres-Bruttoeinkommen investieren.

Ferner steht die Riester-Rente in ihrer typischen Form unter Druck. Das Zinstief sorgt dafür, dass herkömmliche, nicht fondsgebundene Riester-Verträge fast keine Gewinne mehr hervorrufen. Auf der anderen Seite ändert sich aber nichts an den hohen Abschluss- und laufenden Kosten dieser Verträge. Das bedeutet, dass diese Verträge unwirtschaftlich sind und mit dem ab 2022 gesenkten Garantiezins werden sie sogar noch unwirtschaftlicher. Versicherer müssen ab kommendem Jahr nur noch 0,25 % Zinsen pro Jahr garantieren.

Viele Versicherte entscheiden sich daher, entweder ihren Vertrag ruhen zu lassen oder zu einer Riester-Rente in Verbindung mit einem Fondssparplan zu wechseln. Doch da immer mehr Anbieter ihr Riester-Angebot einstellen, bleibt vermutlich bald nur noch die Rürup-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorge übrig.

Mehr zur Riester-Rente erfährst du auf unseren diversen Detailseiten.

Maßnahme: Rürup-Rente / Basisrente

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„Rürup ist nur was für Selbstständige“, heißt es immer wieder. Doch das stimmt nicht. Auch, wenn du angestellt oder verbeamtet bist, kannst du dich für eine Rürup-Rente entscheiden. Angesichts dessen, dass Riester unter Druck steht, ist Rürup (auch „Basisrente“ genannt) unter Umständen die bessere und stabilere Wahl.

Man erhält zwar keine staatliche Förderung durch Zulagen, kann bei entsprechenden Investitionen aber deutlich höhere Summen steuerlich geltend machen. Und zwar bis zu 25.787 EUR pro Jahr. Beachte: Wenn du gesetzlich rentenversichert bist, zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) mit in die bis zu 25.787 EUR hinein.

Auch die Rürup-Rente gibt es inzwischen in Kombination mit einem Fondssparplan, um an der Wertentwicklung der Kapitalmärkte zu partizipieren. Investmentfonds unterliegen ständigen Schwankungen. Kannst du mit den Risiken umgehen? Dann könnte der ETF-Rürup von Raisin Pension eine Möglichkeit zur Rürup-Altersvorsorge mit ETF-Sparplänen.

Möchtest du mehr zur Rürup-Rente erfahren? Alle Details findest du in unseren ausführlichen Artikeln zum Thema.


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